Unihockey
Glück hoch vier im Knüller

Dramatik, Hektik und Panik – die Schlussphase des zweiten Durchgangs des Playoff-Finals ist an Spannung kaum zu überbieten. Irgendwie – mit Händen und Füssen – gelingt es Wiler-Ersigen, den 4:3-Minivorsprung über die Zeit zu retten.

Michael Lüthi, Maienfeld
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Haben in den Playoffs das Sagen: Wiler-Ersigens Olle Thorsell (l.) und Thomas von Känel. Marcel Bieri

Haben in den Playoffs das Sagen: Wiler-Ersigens Olle Thorsell (l.) und Thomas von Känel. Marcel Bieri

Es ist erneut ein Tanz auf Augenhöhe. Am Ende hat das glücklichere Team gewonnen. Lustvoll feiern die Berner mit einem ausgelassenen Tänzchen ihren Zittersieg. Lust pur in der Turnhalle Lust, der grosse Frust bleibt den Einheimischen. Viermal treffen sie am gestrigen Abend die Torumrandung. Glück hoch vier für Wiler-Ersigen. Pfiffner hämmert den Ball in der 59. Minute an die Latte. Das sorgt nach dem Spiel für viel Gesprächsstoff. Es gibt einen Fotobeweis. «Der war ganz klar drin. Aber machen können wir ja doch nichts», sagte Malans-Präsident Mathis Störi. Die Bündner hätten den Sieg auch verdient gehabt, liegen gegen den Szenendominator nun aber schon 0:2 zurück – dennoch wäre es falsch, die Alligatoren jetzt vorzeitig abzuschreiben. Denn beide Partien hätten auch auf ihre Seite kippen können.

Der Tunnel-Mann richtet es

Endlich wird Wiler-Ersigen in den Playoffs wieder einmal richtig gefordert. Ansonsten ist es bei den Auftritten des Serien-Champions meist, wie wenn sich die Eishockeyaner des HC Davos mit dem EHC Bucheggberg duellieren würden. Gestern steigert sich der SVWE im letzten Drittel. Thorsell, in den letzten Spielen seiner Karriere in absoluter Topform, gleicht zum 3:3 aus (51.).

Und dann richtetet es wieder einmal der Tunnel-Mann. Captain Matthias Hofbauer schiesst 247 Sekunden vor dem Ende den Siegestreffer. Er tänzelt den Goalie aus und verwandelt aus spitzestem Winkel. Vorher tritt er während des gesamten Spiels praktisch nicht in Erscheinung, muss tief unten durch. «Immer, wenn wir ihn brauchen, ist Mättu da», sagte Olle Thorsell hinterher. Recht hat er. Seit Jahren ist Hofbauer bekannt für seine wichtigen Tore – egal ob bei Wiler oder in der Nationalmannschaft.

Hoffen auf das Karriereende

Wiler geht in Maienfeld gestern zwar in Führung. Aber danach muss es bis zur 51. Minute immer einem Rückstand hinterher rennen. Zäh, mit einem unglaublichen Kampf- und Siegeswillen, halten die Berner dem Offensiv-Furioso der Malanser entgegen. Es ist neben dem Sieg im ersten Spiel der schönste Erfolg der Saison. Und die Statistik sagt schon wieder Unglaubliches. Es ist Wilers neunter Sieg im zehnten Spiel der diesjährigen Playoffs. «Solche emotionalen Spiele zu gewinnen, ist natürlich am schönsten», sagte Olle Thorsell. Am nächsten Samstag hat Wiler in der Zuchwiler Eishalle nun den ersten Matchball. «Das letzte Spiel ist immer das schwierigste. Aber wir wollen gleich den ersten Matchball verwerten», erklärte der Schwede weiter. Es könnte das letzte Spiel in der Karriere des Olle Thorsell sein. «Das hoffe ich natürlich!»

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