Laufsport

Gipfelstürmerin Gisela Schneeberger flirtet mit der Jungfrau

2009 gewinnt Gisela Schneeberger (Zweite von rechts) die Gesamtwertung der Jura Top Tour.

2009 gewinnt Gisela Schneeberger (Zweite von rechts) die Gesamtwertung der Jura Top Tour.

Die Gänsbrunnerin Gisela Schneeberger gehört an der Jura Top Tour zu den stärksten Athletinnen. Die verschiedene Läufe umfassende Wertung beginnt am Freitag mit dem Tüfelsschlucht-Lauf.

Einmal - 2009 - hat sie die Overall-Wertung der Jura-Top-Tour gewonnen. Der achtteiligen Berglaufserie, die am Samstag mit dem Tüfelsschlucht-Lauf (siehe Box) beginnt. «Es war eine Saison, in der ich ohne jegliche Verletzungen das durchtrainieren konnte, was mir mein Trainer aufgegeben hat. Darum war ich damals noch einen Tick besser zwäg, als die anderen Jahre», sagt Gisela Schneeberger. Die 45-jährige Kinesiologin mit eigener Praxis zuhause in Gänsbrunnen hat seinerzeit regelmässig auch mit Manuel Beeler trainiert.

Der 23-jährige, sehbehinderte Vereinskollege vom TV Welschenrohr hat 2008 an den Paralympics in Peking über 800 Meter den achten Rang belegt. «Er hat mich enorm gefordert», erinnert sich Schneeberger. Jedes Training sei quasi zum Wettkampf geworden. Folge: Eine hohe Wettkampfhärte, die sich an den Rennen ausgezahlt hat.

Erfahrung am Weissenstein

Die frühere Siebenkämpferin läuft ebenfalls noch ab und zu auf der Bahn. So wie ihre bald 17-jährige Tochter, Lisa. «Ich tue das vor allem für den Verein am Turnfesten», sagt Schneeberger. Heuer etwa am «Eidgenössischen» in Biel. Ansonsten aber «laufe ich am liebsten am Berg, weil es am gelenkschonendsten ist.» Ausserdem sei es im wahrsten Sinn des Wortes ein erhebendes Gefühl, auf einem Berg ins Ziel zu laufen.

Wunderbares Panorama als Lohn der vorausgehenden Strapazen und den Schweiss inklusive. Nebst ihrem Gesamtsieg 2009 hat die Solothurnerin, die ursprünglich aus Herbetswil stammt, 2008, 2009, 2010 und 2012 auch die Kategorienwertung an der Jura-Top-Tour gewonnen. Ihr Lieblingslauf ist immer noch der abschliessende Weissensteinlauf. «Da hat alles begonnen - ausserdem sehe ich den Berg jeden Tag», sagt die erfolgreiche Hobbyläuferin.

Nach der Babypause suchte die dreifache Mutter und vormals auch mehrjährige 1.-Liga-Volleyballerin bei Solothurn eine sportliche Betätigung. «Am naheliegendsten war es, zum Joggen in die Natur zu gehen», sagt sie. Irgendwann hätte sie ihr Mann dann animiert, einmal am Weissensteinlauf mitzumachen. «Das Erlebnis unter all den Läuferinnen und Läufern war so besonders für mich, dass es mich gepackt hat», hält Schneeberger fest. Unter fachkundiger Leitung von Vereinscoach Hansruedi Mägli hat die gelernte Dentalassistentin derlei inzwischen als Läuferin viel dazugelernt und zahlreiche Erfolge feiern können.

Gedanke an die Jungfrau

«Gesund bleiben, die Läufe durch die Natur geniessen und schauen, was dabei rauskommt», antwortet Schneeberger angesprochen auf ihre Zielsetzung für die diesjährige Jura-Top-Tour. Wobei man davon ausgehen darf, dass, wenn alles klappt, da wieder ganz vorderere Ränge rausspringen werden. Schliesslich trainiert die Haus- und Berufsfrau drei- bis viermal die Woche um die 10 bis 15 Kilometer. Nicht nur am Berg. «Für die Schnelligkeit laufe ich ab und zu auch auf der Ebene.» Der nötigen Regeneration räumt die Leichtathletik-Jugendtrainerin beim TV Welschenrohr dabei jederzeit den nötigen Platz ein. Wie es der Körper eben verlangt.

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