Gigathlon
Gigathlon-Teilnehmer: «Die Aarestrecke ist länger als erwartet»

Nach dem Couple-Sieg 2011 tritt Gabriel Lombriser aus dem Solothurnischen Büsserach beim Heim-Gigathlon in Olten alleine an. «Ein Platz in den Top Ten ist mein Ziel», sagt Lombriser.

Patrick Pensa
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Der Läufer Gabriel Lombriser hat 2011 in den Walliser Bergen gezeigt, dass er auch auf den Inlineskates beissen kann.

Der Läufer Gabriel Lombriser hat 2011 in den Walliser Bergen gezeigt, dass er auch auf den Inlineskates beissen kann.

Zur Verfügung gestellt

Ausdauersportler sind ein spezielles Volk – und gerade in der Schweiz sehr verbreitet. Der Büsseracher Gabriel Lombriser gehört definitiv zu diesem Volksstamm. Nehmen wir das Jahr 2011: Neben diversen Läufen startete Lombriser im Sommer am Gigathlon im Wallis und gewann zusammen mit Barbara Bracher in der Kategorie Couple. Im Herbst versuchte er sich erstmals über die Marathonstrecke. Am Lucerne Marathon mischte er zuvorderst mit und kam schliesslich als Dritter mit einer Zeit von 2:35 Stunden ins Ziel. Im Dezember, quasi präventiv vor der Weihnachtsvöllerei, stellte er zusammen mit einem Team von OL-Läufern einen 24-Stunden-Laufband-Weltrekord auf.

In diesem Jahr will er sich nun erstmals als Single-Athlet beim Gigathlon versuchen. «Als im November herauskam, dass der Gigathlon in der Region stattfindet, war der Fall klar», sagt der 30-Jährige. Nach je zwei Teilnahmen und je einem Sieg in einem Zweier- und einem Fünfer-Team scheint der Schritt logisch. 2012 wäre die ideale Gelegenheit. Die einwöchige Ausgabe im nächsten Jahr daure ihm definitiv zu lange und die Region Olten als Austragungsort sei quasi ein Heimspiel. Die Radstrecke gehe direkt vor seiner Haustüre durch und er hoffe, viele bekannte Gesichter am Strassenrand zu sehen. Das wäre eine grosse Motivation

«Nicht zu unterschätzen»

Natürlich zählt ein Sportler von Lombrisers Format gleich zum engsten Favoritenkreis. Der Büsseracher schwächt aber ab: «Ein Platz in den Top Ten ist mein Ziel, für die Topfünf müsste schon alles perfekt aufgehen.» Understatement? Lombriser führt die Stärke der anderen Athleten und die eigene Schwimmschwäche ins Feld. Der Schwimmabschnitt sei zeitmässig zwar am kürzesten, aber trotzdem nicht zu unterschätzen. Letzten Samstag wäre er den Aare-Abschnitt geschwommen. Trotz Strömung sei die Strecke lang. «Deutlich länger als erwartet», sagt er.

Trotzdem: Lombriser gibt den Gigathlon als Saisonhöhepunkt an und hat sein Trainingspensum verdoppelt. Zwei Einheiten sind zum Beispiel pro Woche dem Schwimmen gewidmet. Früher wäre der Fokus auf dem Laufen gelegen, jetzt hätte alles seinen Platz. Ein weiterer Vorteil neben der starken Ausdauer Lombrisers: «Da ich früher Eishockey gespielt habe, bereitet mir das Skaten keine grosse Mühe.»

Tiefs einplanen

Wie akribisch der Solothurner, der Teilzeit als Software-Entwickler arbeitet, vorbereitet ist, zeigt auch der Umstand, dass er ausser der flachen Inline-Strecke und dem Schwimmen alle Abschnitte zweimal absolviert hat. Zudem kann der Ausdauerathlet von seiner grossen Erfahrung profitieren. Die Belastung wäre natürlich ungleich höher als im Zweierteam, da man keine Pausen hätte. Man müsse bewusst auch Tiefs einplanen und nie den Körper ganz ausreizen. Auch die Ernährung ist ein wichtiger Faktor. «Den Tag durch ernähre ich mich nur flüssig, also mit Gels und Ähnlichem.» Am Morgen seien nicht nur Kohlehydrate wichtig, sondern auch Fette und Proteine. Und dann müsse kontinuierlich Nachschub her. «Wenn man Hunger verspürt, ist es bereits zu spät», erklärt Lombriser.

In dieser Woche war vor allem Regeneration angesagt, um am Wochenende ausgeruht zu sein. Neben der tollen Stimmung freut sich Lombriser beim Gigathlon vor allem aufs Ziel am Sonntagabend, wie er sagt. Je nach Form werde er sich noch einen Start am Inferno-Triathlon im August überlegen. Ein spezielles Volk, diese Ausdauerathleten.