Nordische Kombination
Gerlafinger Tim Hug setzt zum Sprung in die Top 10 an

Der Gerlafinger Nordisch-Kombinierer Tim Hug startet am Wochenende in die Weltcupsaison. Um sich für die WM in drei Monaten zu qualifizieren, muss er im Weltcup mindestens einmal unter die besten Zehn oder zweimal unter die Top 25 gelangen.

Michael Schenk
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Der Gerlafinger Tim Hug befindet ist auf dem Sprung, sich unter den Besten der Welt zu klassieren. keystone

Der Gerlafinger Tim Hug befindet ist auf dem Sprung, sich unter den Besten der Welt zu klassieren. keystone

Am Ort, wo er vor zwei Jahren seine bislang beste Klassierung im Weltcup errungen hat – einen 11. Rang – findet in gut drei Monaten die Weltmeisterschaft statt. Austragungsort der Titelkämpfe ist Val di Fiemme – ein ausgedehntes Tal in den Dolomiten im Nordosten von Trient. Um sich für die WM zu qualifizieren, muss der Gerlafinger Nordisch-Kombinierer Tim Hug zuvor indessen im Weltcup eine Top-10-Klassierung erreichen oder sich zweimal unter den besten 25 positionieren.

«Ich hoffe, dass mir das schnell gelingt und ich die Saison dann frei von Qualifikationsdruck bestreiten kann», sagt der 25-Jährige. Warum hat es bislang für den Olympia-Teilnehmer von Vancouver (Ränge 33 und 35) noch nie für einen Platz unter den besten zehn gereicht? «Gute Frage», antwortet der Betroffene. Irgendwie habe er die Leistung vor allem im Springen, die er jeweils im Sommer brachte, noch nie richtig auf den Schnee transportieren können. Weshalb, ist ihm selber auch etwas schleierhaft. Gut möglich, dass der Knoten platzt, wenn es denn einmal endlich geklappt hat mit den Top Ten. Am besten schon am Wochenende, wenn die Kombinierer in Lillehammer ihre Weltcup-Saison in Angriff nehmen.

Trainingsumfang deutlich erhöht

Seit letzten Mittwochen weilt das kleine Schweizer Kombinierer-Team am Austragungsort der Olympischen Spiele von 1994 – rund 180 Kilometer nördlich von Oslo. Nebst Hug gehören dieser Mini-Truppe auch noch Seppi Hurschler und der junge Sven Fawer an. Ob Letzterer freilich tatsächlich im Weltcup wird eingreifen dürfen, soll kurzfristig entschieden werden. Hurschler und Hug ihrerseits sind die Sparten-Chefs im Land und derlei für den Weltcup gesetzt. «Der interne Konkurrenzkampf dürfte ab und zu etwas grösser sein», hält der Solothurner, der in Einsiedeln lebt, fest.

Wettbewerb kann ja mitunter durchaus auch beflügeln. Doch auch ein kleines Team kann Grosses bewegen – wie die Skispringer Simon Ammann und Andreas Küttel jahrelang bewiesen haben. Fit für den Weltcup-Auftakt fühlt sich Hug allemal. «Ich habe in diesem Sommer meinen Trainingsumfang deutlich gesteigert und vermehrt meinen Bedürfnissen angepasst», sagt er. Allein, wo er im Feld der Weltelite stehe, sei schwierig abzuschätzen. Dies auch darum, weil er im Sommer keine Wettkämpfe bestritten habe.

Titel erfolgreich verteidigt

Nun, vielleicht kommen Tim Hug die viel engeren Anzüge, in denen ab dieser Saison gesprungen wird, ja entgegen. «Die Auswirkungen dieser neuen Anzüge sind schon deutlich spürbar», räumt Hug ein. Die fast hautengen Tenues wurden auch darum lanciert, weil sie einfachere Kontrollen ermöglichen; sprich weniger «Tuning-Möglichkeiten» bieten. Bislang fühlt sich der Schweizer Profisportler offenbar ganz wohl im neuen Flug-Anzug.

Der Saisonauftakt verlief für den Gerlafinger auf jeden Fall ideal. Anfang Oktober gewann Hug in Einsiedeln die Schweizer Meisterschaft. Ein Wettkampf mit einem Sprung von der Normalschanze und einen Geländelauf. Damit verteidigte er seinen Titel aus dem Vorjahr. So darf es durchaus weitergehen.

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