Einen Sieg brauchten sowohl Aeschi-Langenthal wie auch Gerlafingen: Aeschi, um noch die Chance zu haben, den Barrageplatz zu ergattern – Gerlafingen, um vom Barrageplatz wegzukommen. Deshalb hatte Gerlafingens Trainer Thomas Nyffenegger einen Coup geplant: Für das wichtige Derby holte er Martina Grossen, ihres Zeichens Schweizer Vizemeisterin im Beachvolleyball. Doch es kam anders. Beim Stand von 21:21 im ersten Satz stieg Grossen hoch, um einen Angriffsball zu schlagen – und landete mit einem Schrei am Boden. Sie hatte sich am Knie verletzt. Für sie war das Spiel zu Ende, fürs Team der Satz. Denn die Gerlafingerinnen holten im ersten Satz keinen einzigen Punkt mehr.

Danach blieb das Spiel eng und hätte auf beide Seiten kippen können. Die Sätze zwei und drei gingen knapp an Gerlafingen, weil Aeschi-Langenthal in den entscheidenden Momenten zu viele Eigenfehler beging. Doch das junge Team fing sich wieder und rettete sich mit dem gewonnenen vierten in den Entscheidungssatz. Dort herrschte richtige Derbystimmung, die Gerlafinger Fans lärmten mit Rätschen, während einige Aeschi-Langenthal-Anhänger ihrem Team mit kleinen Trompeten den Marsch bliesen. Das schien zu wirken: Mit 15:13 gewann Aeschi-Langenthal den fünften Satz und damit das Spiel.

Tränen bei Gerlafingen

«Den Ausschlag für die Niederlage gab wohl Martina Grossens Ausfall», glaubt Gerlafingens Trainer Nyffenegger. «Danach waren wir verunsichert.» Gerlafingens Zuzana Sumkova, die mit starken Services und einigen schönen Abschlüssen geglänzt hatte, weinte am Ende bittere Tränen. Nach der Niederlage verbleibt Gerlafingen auf dem Barrageplatz.

Auf der Gegenseite strahlten die Trainer von Aeschi-Langenthal, Marco Chittaro und Alex Wäckerlin. Ihr Team hatte den wichtigen Sieg mit viel Kampfgeist und etwas Glück geholt. «Wir haben zwar sehr junge Spielerinnen, aber sie können etwas», sagt Chittaro. Obwohl Aeschi-Langenthal mehrmals in Rücklage geraten war, glaubten die Trainer an ihre Spielerinnen. «Wir haben ihnen gesagt, dass sie schon oft einen Rückstand aufgeholt hätten.» Die zwei Trainer freuten sich besonders über die Bälle, die ihre Frauen «in der Defensive noch herausgekratzt haben».

Nach dem Derbysieg verbleibt Aeschi auf einem Abstiegsrang, kann sich aber noch auf den Barrageplatz retten. Dazu braucht es allerdings am kommenden Sonntag einen Sieg gegen das führende Giubiasco. «Wir haben schon vor einer Woche den Ersten geschlagen», sagt Wäckerlin.