Volleyball NLB

Gerlafingen im Kampf um die Finalrunde: «Unsere Chancen sehe ich bei 15 bis 20 Prozent»

Die Gerlafingerinnen kämpfen um den Einzug in die Finalrunde.

Kampf um den Einzug in die Finalrunde der NLB und Cup-Achtelfinal: Auf die Gerlafingerinnen warten drei wegweisende Spiele.

Aktuell liegt der VBC Gerlafingen in der NLB auf dem fünften Platz. Damit würde das Team von Trainer Christian Ruff die Finalrunde knapp verpassen. Nur die besten vier Teams der Westgruppe qualifizieren sich für die Finalrunde.

Spitzenreiter VB Therwil und der erste Verfolger VBC Münchenbuchsee haben ihr Ticket für die Finalrunde bereits gelöst. Dahinter kämpfen an den nächsten beiden Wochenenden fünf Klubs um die übrigen zwei Plätze in der Finalrunde: Schönenwerd und Neuenburg mit je 17 Punkten auf dem Konto, Gerlafingen mit 15, Val-de-Travers mit 14 und Visp mit 13 Zählern.

Die Chancen sind intakt

«Wir brauchen zwei gute Matches und sechs Punkte», sagt Trainer Christian Ruff. «Unsere Chancen sehe ich bei 15 bis 20 Prozent, dass es reicht für die Finalrunde. Das ist nicht viel, aber die Chancen sind intakt.» Morgen Samstag wartet das Auswärtsspiel beim zweitplatzierten Münchenbuchsee. In der Vorrunde lieferten sich die beiden Klubs ein
Duell auf Augenhöhe. Gerlafingen konnte zweimal einen Satzrückstand wettmachen, unterlag am Ende im Tiebreak mit 12:15. «Münchenbuchsee ist bereits für die Finalrunde qualifiziert und hat am Sonntag wie wir einen wichtigen Match im Cup. Vielleicht pausieren die besseren Spielerinnen, das würde uns natürlich helfen», blickt Ruff voraus. Im letzten Qualifikationsspiel vom 20. Januar trifft der VBC Gerlafingen daheim noch auf Visp.

Deutliche Steigerung zum Vorjahr

Schaffen es die Gerlafingerinnen in die Finalrunde, wäre jeglicher Druck weg und sie könnten den Rest der Saison zurücklehnen und geniessen. «Die Finalrunde wäre eine schöne Zugabe», sagt Christian Ruff. Der Gang in die Abstiegsrunde wäre indes kein Drama, unterstreicht der Trainer: «Unser Ziel war natürlich, wenn möglich unter die besten vier Teams zu kommen. Aber letzte Saison holten wir in der Qualifikation keinen einzigen Sieg und nur einen Punkt. Jetzt sind wir bei 15. Wir haben also sicher keine schlechte Regular Season gezeigt.»

Der VBC Gerlafingen holte gegen jeden Gegner Punkte, ausser gegen den ungeschlagenen Leader Therwil. «Die sind am besten», sagt Christian Ruff kurz und knapp. Diese Niederlagen schmerzten nicht, er ärgert sich eher über die 0:3-Pleite in der Rückrunde gegen das abgeschlagene Liga-Schlusslicht Köniz – am einzigen Doppel-Wochenende der Saison. «Wir haben angeschlagene und teilweise auch schon ältere Spielerinnen im Team. Der zweite Match am Sonntag hat uns ‹geschlissen›», erklärt Christian Ruff. Diese drei Punkte könnten am Ende fehlen.

Zu den Highlights zählen auf der anderen Seite die beiden Derby-Siege gegen Volley Schönenwerd. «Das ist sicher ein Gegner, den wir gerne hinter uns lassen würden», sagt Ruf über den Kantonsrivalen. Die Schönenwerderinnen wären nach jetzigem Stand für die Finalrunde qualifiziert. Und sie haben zusätzlich noch ein Spiel in der Hinterhand. «Ihr Schlussprogramm ist aber sehr schwierig.»

Zwei Siege für die Viertelfinals?

Die Gerlafingerinnen sind an diesem Wochenende aber nicht nur in der Liga gefordert, sondern auch im Schweizer Cup. Am Sonntag treffen sie im Achtelfinal auswärts auf den Erstligisten Muri Bern. Die Hauptstädterinnen schalteten im laufenden Wettbewerb Murten (1. Liga), Grenchen (1. Liga), Delémont (2. Liga) und Smash Winterthur (1. Liga) aus. In der 1. Liga zeigen die Bernerinnen eine überzeugende Saison. Sie gewannen elf von zwölf Spielen und liegen mit einem Punkt Rückstand auf Spitzenreiter Münsingen auf dem zweiten Platz.

Als NLB-Klub musste der VBC Gerlafingen erst eine Cup-Runde überstehen. Christian Ruffs Team gewann gegen den VBC Arosa (2. Liga) mit 3:0. Als Oberklassiger ist «Ginggu» gegen Muri Bern in der Favoritenrolle. «Im Volleyball ist eine Liga Unterschied meistens schon sehr viel, auch wenn sie Aufstiegsambitionen haben», so Christian Ruff. «Es ist ein Gegner, den wir eigentlich schlagen müssten, aber bei uns weiss man nie so recht. Auf jeden Fall war es noch nie so einfach, in die Viertelfinals zu kommen wie dieses Jahr.»

Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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