Gegenseitig wollte man sich keinen Platz für den Spielaufbau zugestehen. Deshalb versuchte es Mumentaler von hinter der Mittellinie mit einem langen Ball in den Solothurner Strafraum auf Lavorato (9.). Dieser im Clinch von Waylon Grosjean und Anderegg, kam jedoch nicht an den Ball. Hingegen düpierte Anderegg unglücklich mit dem Kopf seinen Torhüter Jeffrey Grosjean, sodass es 0:1 für die Gäste hiess.

Dieser Schock sass. Die Solothurner brauchten Zeit, um sich zu erholen. In dieser Phase anerbot sich den Bernern zweimal die Chance, die Führung auszubauen. Erzinger sah seinen Schuss fliegend von Jeffrey Grosjean abgewehrt (10.) und wieder die gleichen Akteure waren involviert, als der Solothurner Schlussmann reflexschnell klären konnte (26.). Nun aufgeschreckt, setzte sich Jungvater Stauffer – am Vortag wurde seine Tochter Larina geboren – in der 29. Minute energisch im Gästestrafraum ein. Das Wegstossen von Funaro ahndete SR Dégallier nicht mit Elfmeter, hingegen das Reklamieren mit der ersten von insgesamt zehn gelben Karten. Intensiv, mit Haken und Ösen, wurde um jeden Ball gerungen.

Durch Freistoss zum 1:1

Auch durch das verletzungsbedingte Ausscheiden der Teamstützen Koch (Nacken, 40.) und Arifi (Hüfte, 59.) liessen sich die Ambassadoren nicht beeindrucken. Vielmehr nahmen sie den Kampf an. Ihren unermüdlichen Einsatz sahen die Rotweissen in der 68. Minute belohnt. Nach dem ersten Gelbfoul von Thalmann – er sah in der 89. Minute noch Gelbrot nach Foul an Schrittwieser –, zielte Hunziker den Freistoss präzise auf Bisevacs Kopf.

Wohl war Münsingen-Hüter Karrer mit der Hand noch dran, aber der verdiente Ausgleich war Tatsache. „Dieser schöne Freistoss von Hunziker war für Bisevac nicht einfach anzunehmen“, freut sich Skrzypczak für den Torschützen. Und der Pole ergänzt: „Wir können nur bestehen, wenn wir geduldig bleiben, den Kopf nicht verlieren“. Dass keine weiteren Tore mehr fielen, lag an den beiden besten Verteidigungen der Gruppe 2. Solothurn hat erst 13 Gegentore kassiert, Münsingen 20. Und beide haben erst einmal verloren!