Nach seinen zwei Titeln erreichte Moundir, der diesmal an Nummer drei gesetzt war, erneut den Halbfinal, in welchem er sich mit Muhamed Fetov duellierte.

Der Aargauer, seines Zeichens der Schweizer Meister von 2006, bewies in diesem hochklassigen Duell, dass nach seiner Handgelenksoperation im Februar wieder mit ihm zu rechnen ist. Sein Ranking – aktuell ist er lediglich die Nummer 100 der Schweiz und war damit einer der am schwächsten klassierten Spieler der gesamten Konkurrenz –- widerspiegelt in keiner Weise seine aktuelle Form.

Fetov war nach zwei Jahren der ersten Spieler, der in der Derendinger Halle dem Offensiv-Feuerwerk von Adam Moundir etwas entgegenzusetzen hatte. Mit vielen grossartigen Returnschlägen und seinen hervorragenden Defensivqualitäten zwang Fetov den Titelverteidiger in einem beinahe dreistündigen Kampf über drei Sätze in die Knie.

Final der Überraschungsmänner

Im Finale traf Muhamed Fetov dann auf Gian Grünig (N4, 92), den zweiten Überraschungsmann des Turniers. Als ungesetzter Spieler eliminierte der Junior aus Winterthur auf dem Weg ins Endspiel unter anderem die Turniernummer vier Nico Borter (N3, 43) und zeigte auch im Final, dass er es zu Recht ins letzte Spiel des Turniers geschafft hatte.

Am Ende setzte sich dann aber trotzdem die grössere Routine von Fetov durch, der das Match gegen Grünig mit 6:4, 6:4 gewinnen konnte. «Vor dem Turnier hätte ich nie damit gerechnet, dass ich hier gewinnen kann. Ich wusste, dass ich gut spiele, hatte jedoch keine allzu grossen Erwartungen. Ich hatte einfach Lust, Tennis zu spielen», so Fetov, der sich mit jedem Match steigern konnte und insbesondere im Halbfinal gegen Moundir gross aufgespielt hatte.

Duell der Trainingskolleginnen

Im Final der Frauen duellierten sich die zwei stärksten Spielerinnen des Turniers: die Walliserin Ylena In-Albon und die Italienerin Georgia Brescia. Aufgrund des aktuellen WTA-Rankings war Brescia – derzeit die Nummer 206 der Welt – gegen die fast 500 Ränge hinter ihr klassierte In-Albon zu favorisieren. Vor allem auch deswegen, weil sie die drei bisherigen Direktduelle allesamt ohne Satzverlust gewonnen hatte.

Und trotzdem war das Duell zwischen In-Albon und Brescia für beide Spielerinnen etwas Besonderes: Die beiden kennen sich in- und auswendig, denn sie trainieren seit drei Jahren gemeinsam unter der Leitung von Gonzalo Vitale. «Das war vor allem mental sehr, sehr schwierig für uns. Wir wissen beide ganz genau, was wir gut können und was nicht», sagte Brescia, die den ersten Satz trotz einer 3:1-Führung noch verlor.

Obwohl In-Albon phasenweise grossartiges Tennis zeigte, wurde die 21-Jährige ihrer Favoritenrolle gerecht und gewann am Ende sicher in drei Sätzen. «Ich blieb meiner Linie stets treu und spielte mein Spiel. Ich bin glücklich, dass es zum Sieg gereicht hat», freute sich Brescia, die den Silvester Cup als Teil ihrer Saisonvorbereitung bestritten hatte. Nächster Halt der Italienerin ist Melbourne. Dort wird sie ab nächster Woche zum ersten Mal in ihrer Karriere die Qualifikation für die Australian Open bestreiten.