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Gemäss dem Deitinger Trainer Moser sind «Ferien-Abwesenheiten ärgerlich»

Für den Tabellenletzten aus Deitingen steht morgen in der 2. Liga mit dem Heimspiel gegen Italgrenchen (17.30 Uhr) eine kapitale Partie auf dem Programm. Goalie Franco Kissling strebt den ersten Sieg an.

Hans Peter Schläfli
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Der FC Deitingen Goalie Franco Kissling.

Der FC Deitingen Goalie Franco Kissling.

Hans Peter Schläfli

Etwa drei Hälmchen pro Quadratmeter, exakt drei Punkte in dieser Saison – der Rasen auf der Grabmatt schaut derzeit etwa gleich schütter aus wie das Punktekonto des FC Deitingen. Mit einem grossen Unterschied: Beim Rasen weiss man, warum das so ist, der wurde vertikutiert, aerifiziert, gesandet und abgeschleppt. Und man weiss auch, wie das Grün wieder schöner wird, nämlich indem man es jetzt regelmässig wässert. So wird der Rasen in einer Woche wieder prächtiger aussehen als zuvor.

Fehlendes Glück

Beim Punktekonto gibt es dagegen kein einfaches Rezept. «Ich weiss nicht genau, woran es liegt», sagt Goalie Franco Kissling, «es fehlt nicht viel. Wenn man sich unsere letzten Spiele anschaut, sind wir defensiv sicher gestanden und haben qualitativ besser nach vorne gespielt. Wir wissen, dass wir es könnten, aber manchmal braucht es noch etwas Glück, um zu gewinnen.» Und dieses Glück habe bei der 0:1-Niederlage gegen Biberist definitiv gefehlt.

Trotzdem sei die Stimmung in der Mannschaft sehr gut. «Es ist speziell in Deitingen», sagt Kissling, der lange beim HSV Halten im Tor stand, «hier gibt es noch einen richtigen Dorfgeist. Das zieht sich durch alle Vereine, das ist nicht nur beim FC so. Hier schleicht man nach den Trainings und den Spielen nicht einfach ab und schaut für sich, sondern unternimmt noch etwas zusammen. Das gibt einen sehr starken Zusammenhalt, ist andererseits aber auch schwierig für einen Auswärtigen, in so eine Gemeinschaft hineinzukommen.»

Das verflixte zweite Jahr

Wenn eine Mannschaft nie gewinnt, dann schaut man auch auf den Goalie, der seinen Kasten nie rein halten kann. «Ich bekomme schon den einen oder anderen Witz zu hören, aber bei uns ist sich jeder einzelne Spieler bewusst, dass es auch an ihm liegt, dass jeder zu viele Fehler macht. Vorne werden zum Beispiel extrem viele Torchancen nicht verwertet. Ohne einen Namen nennen zu wollen», fährt Kissling mit einem Schmunzeln fort, «hat unser Topskorer der vergangenen Saison bis jetzt noch nie getroffen.»

Als Aufsteiger lief es Deitingen in der vergangenen Saison ausgezeichnet, der gute Mittelfeldplatz war nie in Gefahr. «Es ist nicht plötzlich so gekommen», sagt Trainer Valentin Moser zum letzten Platz seiner Mannschaft, «ich habe immer gewusst, dass die zweite Saison schwierig wird und gesagt, dass es das Ziel sein muss, nicht abzusteigen. Zudem musste ich immer umstellen, weil viele Spieler verreist sind. Abwesenheiten wegen der Ausbildung muss man respektieren, aber die wegen Ferien sind ärgerlich.»

Juniorenarbeit vernachlässigt

Valentin Moser ist ein «Eingeborener» und nach zuletzt neun Jahren als Trainer beim Solothurner Nachwuchs zum FC Deitingen zurückgekehrt. Trotz der erfreulichen Vereinstreue sei die Ausgangslage für den Dorfverein nicht einfach: «Bei den Jahrgängen 1993 bis 2000 sehe ich eine Lücke», analysiert der Trainer. «Die Juniorenbewegung wurde vernachlässigt.

Jetzt ist das mit dem Team Wasseramt Mitte viel besser geworden. Es hat den einen oder anderen Junioren, den ich für die 1. Mannschaft aufbauen möchte, aber im Kampf gegen den Abstieg kann ich von den Jungen keine Wunder erwarten. Das müssen die Routiniers richten. Was wir jetzt brauchen, ist ein Erfolgserlebnis gegen Italgrenchen.»

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