FC Solothurn

Gegentor per Elfmeter löste Trotzreaktion aus

Der FC Solothurn um Captain Loïc Chatton teilte im dritten Saisonspiel zum zweiten Mal die Punkte.

Der FC Solothurn um Captain Loïc Chatton teilte im dritten Saisonspiel zum zweiten Mal die Punkte.

«Unser Spiel war nicht optimal», sagte Solothurns Trainer Jürg Widmer nach dem 1:1 zu Hause gegen Delsberg.

Solothurns Trainer Jürg Widmer stufte diese animierte Auseinandersetzung mit Delsberg als Abnützungskampf ein. Die erste Viertelstunde prägte in den Minuten 11 und 14 den weiteren Fortgang wegleitend. Um den links lancierten Gästestürmer Camara abzustoppen, war der einheimische Schlussmann Bähler gezwungen, Richtung rechte Strafraumecke herauszueilen. Dabei prallten die beiden Kontrahenten heftig aufeinander.

Der 18-Jährige musste kurz gepflegt werden. Schiedsrichter Tester fällte einen umstrittenen Entscheid – er gab Foulelfmeter. Die Meinungen gingen auseinander, ob Bähler zuerst am Ball war und der Guineer mit ausgestrecktem Bein sein Gegenüber traf, oder ihn der Einheimische zuerst umsäbelte. Die heftigen Stollenkratzer am rechten Oberschenkel des Luterbachers sprechen für sich. «Diesen Elfmeter kann man geben», sagte FCS-­Sportchef Hans-Peter «Bidu» Zaugg sportlich.

Beim Strafstoss wiederholte sich das Duell der beiden. Wieder obsiegte der Gästestürmer: Der 24-Jährige versenkte den Elfer flach nach rechts, der Solothurner hechtete nach links (12.). Das Gerechtigkeitsempfinden löste bei den Ambassadoren Trotzreaktion mit erfreulichem Ausgang aus. Massimo Veronica überspielte einen Gegenspieler. Der Ball kam zu Emmanuel Mast. Der ehemalige Delsberger konnte das Streitobjekt sauber herunternehmen, Goalie Valmir Sallaj umspielen und den Gleichstand postwendend herstellen. «Wichtig war für uns, dass wir sofort ausgleichen konnten», stellte Widmer sachlich fest.

In der Folge verbissen sich die beiden Teams ineinander. Verbindliche Vorteile konnten sie sich kaum mehr erarbeiten. Torschüsse und Abschlussversuche blieben Mangelware. Bei einer dieser seltenen Gelegenheiten wurde der von hinten heranbrausende Marco Mathys fälschlicherweise Offside abgepfiffen (28.), nur eine Minute später tauchte Sallaj erfolgreich gegen Loïc Chatton und Daniel Mzee erwischte den Torhüter der Romands beinahe mit einem perfid abgegeben Schuss, der knapp am entfernteren Pfosten vorbeistrich (39.).

Ungeschlagene Solothurner nehmen Punkt gerne mit

Das intensive Ringen um jeden Ball dominierte. Darunter litten defensive Ordnung und Zuordnung, offensiv Genauigkeiten im Passing und ein wirkungsvoller Aufbau. Die Einheimischen wirkten zu wenig gefestigt. Sie liessen sich zu oft zurückdrängen. Auf dem stumpfen Rasen litt zudem der Ballfluss. «Delsberg trat sehr aggressiv auf und setzte uns immer unter Druck; wir waren zu wenig entschlossen, waren wohl bemüht, zeigten Wille und Bereitschaft, aber wir müssen respektieren, dass wir auf einen guten Gegner stiessen», analysiert der gastgebende Teamchef.

Nebst Camara, der die rot-weisse Abwehr jedes Mal herausforderte, fiel bei den Jurassiern auf der linken Seite der agile Zola mit seinem Antritt und seiner Schnelligkeit auf. Auch auf der anderen Seite wurde es gefährlicher, wenn die Platzherren das Tempo steigern konnten. «Klar sind wir enttäuscht, dass wir nicht gewonnen haben, wir konnten nicht über uns hinauswachsen und unser Spiel war nicht optimal», verwies Widmer auf die Tatsache, dass «wir trotz allem immer noch ungeschlagen sind und deshalb diesen Punkt gerne mitnehmen».

Die zweite Hälfte büsste an Dynamik ein. Die beste Chance des FCS anerbot sich Chatton, der zu wenig aus dem Mittelfeld gefüttert werden konnte, in der 59. Minute auf einen Heber Mathys’. Sallaj lenkte den Ball an seinem rechten Pfosten zur Ecke. Die Welschen liessen kaum Anspielmöglichkeiten und Raum zu, vermochten jedoch in den letzten zehn Minuten nochmals zuzulegen. Ein anderer Ausgang als das 1:1-Unentschieden lag bis zuletzt in der Luft.

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