So nahe liegen im Sport Frust und Freude zusammen: Am Samstag ging der VBC Gerlafingen in Luzern im ersten Spiel der Abstiegsrunde der Nationalliga B unter – und das innerhalb von einer Stunde, sang- und klanglos, ja katastrophal mit 0:3. «Nach diesem desolaten Auftritt befürchtete ich, dass das Team auseinanderfallen wird», sagte Dünya Kilic nach dem Cup-Viertelfinal gegen Sm’Aesch Pfeffingen vom Sonntag. Sie war erleichtert: «Heute haben wir gut zusammengespielt und Spass gehabt. Das motiviert uns alle für die nächsten Spiele im Kampf gegen den Abstieg aus der Nationalliga B.»

Ganz wichtig bei diesem Erfolgserlebnis, nur 24 Stunden nach dem Frust zum Auftakt der Abstiegsrunde: Der absolut erste Punkt ging an Gerlafingen und das wurde wie ein kleiner Sieg gefeiert. Irgendwie war die Sache wieder eingerenkt, der Krisensamstag weggesteckt. Das Starensemble von Sm’Aesch Pfeffingen war zwar in der Folge seiner Favoritenrolle gewachsen, aber der VBC Gerlafingen konnte recht gut mithalten und zeigte ab und zu sogar schöne Spielzüge.

Eine klare Leistungssteigerung

Auch der toll herauskombinierte Ausgleich zum 2:2 wurde im zweiten Satz euphorisch gefeiert und in der Folge blieb Gerlafingen den Favoritinnen aus dem Baselbiet bis zum 10:11 dicht auf den Fersen. In dieser Phase zeigte vor allem der Block ein paar gute Szenen. Dann kam aber eine Serie von flatterhaften Aufschlägen, gegen die Gerlafingen kein Mittel fand und am Ende hiess es dann doch deutlich 15:25.

Der dritte Satz sah ähnlich aus. Gerlafingen blieb als Team intakt, auch wenn da manchmal unglaubliche Hammerbälle übers Netz dahergeflogen kamen. Der Widerstand blieb gross und das Resultat hielt sich schliesslich im ehrenvollen Rahmen, auch wenn die zu erwartende 0:3-Niederlage realistisch betrachtet wirklich nie zur Diskussion stand.

Zwei Nummern grösser

Trotzdem gab es auf dem Kirchacker am Ende nur fröhliche Gesichter und einigen Spielerinnen des VBC Gerlafingen war die Erleichterung über die Leistungssteigerung anzumerken. Am Samstag hatten dagegen alle einen «Lätsch» gemacht; nur gerade 38 Punkte hatte Gerlafingen gegen den meistgenannten Abstiegskandidaten beim Gastspiel in Luzern verbucht.

Mindestens zwei Nummern grösser war der Gegner im Cup-Viertelfinal am Sonntag. Sm’Aesch Pfeffingen ist der Leader der Nationalliga A und erster Anwärter auf den Schweizer Meistertitel. Und ausgerechnet gegen dieses Starensemble gelangen den Gerlafingerinnen ebenfalls 38 Punkte.

Sieg im nächsten Spiel ist Pflicht

Kein Wunder also, war Trainer Christian Ruff diesmal mit seinen Frauen zufrieden: «Es ist besser herausgekommen, als ich mir erhofft hatte.» Seine Nummer 2 Dünya Kilic ergänzte: «Heute zeigten wir wieder Spielfreude. Es ist einfacher, gegen ein Team zu spielen, das besser ist. Man hat nichts zu verlieren und kann nur lernen. Es hat Spass gemacht und darauf können wir aufbauen. Jetzt müssen wir gegen Giubiasco zeigen, wer hier der Chef ist und das Heimspiel wie letztes Jahr gewinnen.»