2. Liga inter

«Gegen die dürfen wir keine Punkte abgeben» - Poljak steht mit Grenchen vor wegweisenden Partien

Im dritten Saisonspiel gegen den FC Freienbach bekam Dzenis Poljak einen Schlag auf den Knöchel und musste nach einer halben Stunde raus. Bild: Oliver Menge (24. August 2019)

Im dritten Saisonspiel gegen den FC Freienbach bekam Dzenis Poljak einen Schlag auf den Knöchel und musste nach einer halben Stunde raus. Bild: Oliver Menge (24. August 2019)

Beim 2.Liga-inter-Aufsteiger FC Grenchen 15 läuft es derzeit etwas harzig. Vier Runden vor Saisonhälfte stehen die Solothurner direkt über dem Strich. Mittendrin im Kampf um den Klassenerhalt ist auch Neuzugang Dzenis Poljak, der mit seinen Toren ein entscheidender Faktor sein könnte. Der 19-Jährige ist bereits an jedem dritten Tor beteiligt.

In der vergangenen Saison war er der Torschützenkönig in der Solothurner 2. Liga. Mit seinen 20 Toren führte Dzenis Poljak den SC Fulenbach auf den dritten Schlussrang. Meister wurde der FC Grenchen 15, zu dem es den 19-jährigen Offensivspieler in der Sommerpause zog. Weil er den Grossteil des Teams und auch Trainer Mirko Recchiuti bereits von seiner Zeit bei den FC-Solothurn-Junioren kannte. «Mirko und ich sind immer in Kontakt geblieben, hatten während der vergangenen Rückrunde ein gutes Gespräch und so habe ich mich Ende Saison endgültig wegen eines Wechsels an ihn gewandt», sagt er.

Dzenis Poljak erzielte in der vergangenen 2.-Liga-Saison 20 Tore. RFO

Dzenis Poljak erzielte in der vergangenen 2.-Liga-Saison 20 Tore. RFO

Zu viele Punkte unnötig aus der Hand gegeben

Poljak hatte seinen Stammverein SC Fulenbach im Alter von zwölf Jahren in Richtung FC Solothurn verlassen. Nach drei Saisons in der Nachwuchsabteilung der Solothurner zog es ihn zur U17 des FC Basel. Eine rund sechsmonatige Verletzungspause stoppte seinen Aufstieg aber. Es war dies die bisher schwierigste Phase seiner Karriere.

Sein Comeback feierte der gelernte Informatiker bei den A-Junioren des FC Solothurn. Auf die Saison 2018/19 kehrte Dzenis Poljak zum SC Fulenbach zurück. In seiner ersten Saison bei den Aktiven stand er in 18 von 21 Spielen in der Startformation und erzielte im Schnitt pro Partie mehr als einen Treffer.

Nun versucht er sich also in der 2. Liga inter. Die sei vor allem in den Bereichen Technik und Taktik deutlich anspruchsvoller als die höchste Regionalliga. Und die Vorbereitung auf den nächsten Gegner sei viel akribischer. «Das Niveau ist im Allgemeinen viel höher und vor allem das Tempo ist deutlich schneller,», fasst er zusammen.

Als Aufsteiger hat der FC Grenchen 15 nach neun Spielen sieben Zähler auf dem Konto – zwei Siege und ein Unentschieden. «Die Tabelle sieht nicht gut aus im Moment, aber wer unsere Spiele gesehen hat, weiss, dass diese Platzierung nicht verdient ist», äussert sich Poljak zum bisherigen Saisonverlauf. «So wie wir gespielt haben, dürften wir nicht so weit unten stehen.»

Als Hauptprobleme nennt er die anfangs lange Absenzenliste und die geringe Torausbeute. Insbesondere gegen Leader Pajde – das 1:2 fiel in der Nachspielzeit – und auch beim 1:2 gegen den FC Eagles Aarau habe das Team Punkte liegenlassen. Und auch das 0:0 am vergangenen Samstag gegen den FC Lachen/Altendorf sei zu wenig gewesen.

Jedes dritte Grenchner Tor geht auf sein Konto

Für ihn persönlich ging es nach den Ferien zuerst darum, den konditionellen Rückstand wettzumachen. So musste sich Poljak in den ersten vier Meisterschaftsspielen mit Teileinsätzen begnügen, dann spielte er viermal in Folge durch.

Gegen den FC Lachen/Altendorf am Wochenende wurde er in der 80. Minute ausgewechselt. Die Nummer 21 ist wiederum der beste Torschütze seiner Mannschaft. Vier der zwölf Saisontreffer des FC Grenchen 15 gehen auf sein Konto: zwei Tore beim 4:2-Startsieg gegen den SC Zofingen sowie die zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer bei den Niederlagen gegen den FC Muri (2:3) und den FC Eagles Aarau (1:2).

Poljak hat seinen Platz im Team schnell gefunden, fühlt sich wohl, wird vom Trainer mal als Zehner, dann wieder als Flügel oder ganz vorne drin eingesetzt und ist zufrieden mit seinen bisherigen Auftritten.

Vier Partien vor dem Ende der ersten Saisonhälfte ist der FC Grenchen als Elfter direkt über dem Strich klassiert. Der FC Eagles Aarau auf dem ersten Abstiegsplatz ist punktgleich. In den kommenden drei Wochen stehen noch die Heimspiele gegen den FC Blue Stars Zürich (7.) und das Schlusslicht FC Klingnau an sowie die Auswärtsreisen nach Adliswil (9.) und Einsiedeln (13.).

Vor allem die Begegnungen mit den Kellerkindern FC Einsiedeln und FC Klingnau werden wegweisend sein, weiss Poljak: «Gegen die dürfen wir keine Punkte abgeben. Wir haben ein sehr gutes Kader und einige Verletzte sind zurück. Deshalb bin ich positiv gestimmt.»

Was denkt er, wenn er sich die Tabelle der 2. Liga betrachtet und seinen Ex-Klub auf dem elften Platz findet? «Ich lebe mit dem SC Fulenbach immer noch etwas mit», antwortet er. «Es sieht nicht gut aus. Sie hatten aber auch einen grossen Umbruch und spielen mit vielen Jungen. Ich denke, das kommt schon noch. Die beiden Spiele, die ich gesehen habe, waren nicht schlecht.» Es fehlen halt einfach seine 20 Tore.

Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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