Unihockey
Geduld bringt Rosén und drei Matchbälle für Wiler-Ersigen

Die Mannschaft von Trainer Johan Schönbeck steht nach dem dritten Finalerfolg gegen Langnau noch einen Schritt vor dem Titelgewinn. Die Krönung könnte heute folgen.

Daniel Weissenbrunner
Merken
Drucken
Teilen
Wiler feiert den Sieg in der Overtime
7 Bilder
SVWE-Topscorer Rosén feiert mit seinen Teamkollegen
Schwerarbeiter Dave Wittwer, links, spielt Fussball.
SVWE-Spieler Patrick Mendelin, vorne, lässt einen Tiger auflaufen.
SVWE-Spieler Simon Fluehmann, mitte, erzielt den Ausgleich.
Wiler-Ersigen gegen Langnau
Tigers-Topscorer Manuel Engel und Goali Philipp Gerber wehren gegen Markus Gerber, Nr. 29.

Wiler feiert den Sieg in der Overtime

Hans Ulrich Mülchi

Isaac Rosén war gerade neun Monate alt, als Mikael Pernfors am 1. Juli 1987 gegen den grossen Jimmy Connors in Wimbledon sein Achtelfinale austrug. Roséns Landsmann gewann die ersten beiden Sätze problemlos und führte im dritten 4:1. Dann kam beim Schweden der Einbruch und Altmeister Connors setzte sich noch durch.

Wiler-Ersigen und Rosén lagen gegen die Langnauer ebenfalls mit zwei Sätzen in Führung und hatten das Geschehen zu Beginn von Spiel 3 im Griff. Philipp Fankhauser traf schon nach 42 Sekunden zur Führung. Die Gäste zogen ihr variables Passspiel auf und liessen die Tiger in ihrem Käfig ins Leere laufen. Das ging so lange gut, bis die feine Linie der Spielkontrolle in Passivität kippte. Die Platzherren liessen sich nicht zweimal bitten und fuhren ihre Krallen aus. Sie nutzten die vielen kleinen Fehler, die sich im Spiel von Wiler-Ersigen einschlichen resolut aus. Stellvertretend stand Michael Garniers Ballverlust, der Aeschlimann den Ausgleich ermöglicht.

Zwischenzeitlich eng

Im Unterschied zu Pernfors damals verloren Wiler-Ersigen und Isaac Rosén die Geduld nicht, obwohl es zwischenzeitlich eng wurde. Langnau zog auf 3:1 davon und war drauf und dran die Serie wieder zu öffnen. Dass es nicht so weit kam, lag auch am richtigen Gespür der Wiler. «Die Langnauer haben bis jetzt immer im letzten Drittel Angst vor sich selbst bekommen», schildert Rosén seinen Eindruck. Damit lag er nicht falsch. Gut zwei Minuten vor der Schlusssirene musste Rosén beim Stande von 3:2 auf die Strafbank. Neun Sekunden später hiess aber nicht 4:2, sondern 3:3. Simon Flühmann erzwang in Unterzahl mit seinem sehenswerten Hocheckschuss die Verlängerung.

Titel für «Ädu»

Wie vor einer Woche entschied ein Energieanfall die Partie zugunsten der Grünweissen. Wiederum war Philipp Fankhauser beteiligt. Seinen Querpass verwertete Isaac Rosén abgeklärt zum 4:3. «Das fühlt sich gut an. Vor allem, weil ich heute nicht gut gespielt habe.» Die Selbstkritik war reichlich übertrieben.

Wenn es einen Negativpunkt gab, dann diesen, dass der Spiritus Rector in dieser Linie, Adrian Zimmermann, mit Verdacht auf einen Muskelfaserriss ausschied und die Saison für den Nationalmannschaftsstürmer vorbei sein dürfte. «Jetzt holen wir den Titel heute für Ädu», schickte Rosén Aufmunterungswünsche an seinen bemitleidenswerten Kollegen. Wiler-Ersigen bietet sich heute die Chance, nach einem Jahr Unterbruch, seinen neunten Titel zu gewinnen. Es wäre der früheste seit Einführung der Playoff. 2004 holten die Unteremmentaler am 7. April nach dem 3:0 gegen Malans den Pokal. Es wäre ein weiterer Rekord in der glorreichen 30-jährigen Klubgeschichte.