Mountainbike

Gebrüder Flückiger wurden diese Saison schon kräftig durchgeschüttelt

Scheint für sie am Sonntag die Sonne? Mathias und Lukas Flückiger (rechts) haben ein Jahr mit einigen Hochs und Tiefs hinter sich.

Scheint für sie am Sonntag die Sonne? Mathias und Lukas Flückiger (rechts) haben ein Jahr mit einigen Hochs und Tiefs hinter sich.

Mountainbiker Lukas und Mathias Flückiger starten an der WM in Saalfelden mit unterschiedlichen Voraussetzungen. Während sich Lukas topfit zeigt, wird dessen Bruder Mathias vom Verletzungspech verfolgt.

Vier Wochen nach dem olympischen Rennen in London steht für die Mountainbiker der letzte Höhepunkt der Saison auf dem Programm. Im österreichischen Saalfelden werden die WM-Medaillensätze vergeben. Im Cross-Country-Rennen der Männer vom Sonntag gehört die Schweizer Bike-Armada um Silbermedaillengewinner Nino Schurter zu den heissesten Podestanwärtern.

Zum erweiterten Favoritenkreis zählt auch Lukas Flückiger. Der Leimiswiler verpasste die Qualifikation für Olympia nur im einen Wimpernschlag. Die Enttäuschung hat Flückiger längst verarbeitet und befindet sich seit Wochen in einer beneidenswerten Verfassung. Am letzten Weltcuprennen in Val d’ Isère belegte er hinter Schurter den zweiten Rang. Vor 10 Tagen musste sich der 28-Jährige am Swiss Cup in Muttenz erneut nur von der Schweizer Nummer eins im Spurt beugen. Entsprechend zuversichtlich blickt Flückiger dem Rennen entgegen, ohne dabei euphorisch zu werden. «Ich fühle mich gut», sagt Flückiger sec. «Auf eine Platzierung möchte ich mich aber nicht einschwören.»

Der Berner stand an Weltmeisterschaften bei den Elite-Fahrern noch nie auf dem Treppchen. Will er am Sonntag aufs Podest, muss er mit Schurter, Florian Vogel und Ralph Näf mindestens drei Medaillenkandidaten aus dem eigenen Lager bezwingen. «Das ist nichts Neues.»

Für Flückiger könnte indes die Vorbereitung sprechen. Während die Olympia-Teilnehmer in den letzten Wochen, vor allem Nino Schurter, unter Dauerbelastung standen, absolvierte Lukas Flückiger in der Abgeschiedenheit des Engadins ungestört ein dreiwöchiges Trainingslager.

Sturz in den USA als Sinnbild

Unruhiger verlief die Planung bei Mathias Flückiger. Der jüngere Bruder von Lukas bestritt auf Anordnung seines Teams in den USA die Tour of Utah. Der Abstecher auf die Strasse endete für den 23-Jährigen schmerzhaft. Flückiger war in der dritten Etappe in einen Sturz verwickelt und verletzte sich an den Händen und am Knie. Dennoch fuhr er die Rundfahrt zu Ende.

Der Zwischenfall passt ins Bild des Ochlenbergers in dieser Saison. Der U23-Weltmeister von 2010 beklagte bereits im Frühjahr Verletzungspech, als er sich bei einer Kollision mit einem Auto eine Gehirnerschütterung zuzog. Danach fiel er in mentales Loch, das bis hin zu einer Sinnkrise führte. «In dieser Zeit ist es mir wirklich schlecht gegangen», erinnert sich Flückiger. Anspruch und Wirklichkeit klafften bei ihm weit auseinander.

Dank professioneller Hilfe und einem intakten Umfeld hat Mathias Flückiger aus dem Tief herausgefunden. Am Weltcup im Juli in Windham (USA) fuhr er auf den beachtlichen 5. Rang. Obwohl die bevorstehenden Titelkämpfe für ihn einen hohen Stellenwert geniessen, geht es für Flückiger in erster Linie darum, ein gutes Renngefühl zu entwickeln und darüber hinaus Motivation für die kommende Saison zu tanken.

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