Solothurn ist und bleibt der Angstgegner von Endingen, auch wenn die Aargauer den Kopf zum Schluss noch knapp aus der Schlinge ziehen konnten. Denn so eng wie gegen die Solothurner war bisher noch keine Partie des Ligakrösus’. Die Surbtaler dominieren die NLB aktuell fast nach Belieben, meist fahren sie Kantersiege mit mehr als zehn Toren Differenz (6 von 11 Spielen) ein. Und auch die restlichen Spiele gewann der TV Endingen bisher allesamt klar und in überlegener Manier.

Wie schon oft in den letzten drei Jahren, sei es in der Meisterschaft oder im Cup, war es der TV Solothurn, der den Tabellenführer richtig forderte und man merkte den Aargauern mehrmals im Spiel ihre Nervosität ob der drohenden Niederlage an.

Wechselbad der Gefühle

Nach ausgeglichenem Start mit leichten Vorteilen für die Gäste fand der TVS ab der 10. Minute besser ins Spiel. Die Deckung stand souverän und konnte das Kombinationsspiel von Endingen erfolgreich neutralisieren. Die Aargauer flüchteten sich in Weitschüsse aus dem Rückraum, die der Solothurner Hüter Rados Dukanovic jedoch meist halten konnte.

Nach fünf Dukanovic-Paraden und zwei weiteren Fehlschüsse war das Spiel plötzlich auf die Seite der Solothurner gekippt. Die Ambassadoren führten mit 10:7 und der Leader wirkte zunehmend ratlos.

Die Freude über die Führung währte aber nicht allzu lange. Denn auch der TV Solothurn fiel nach der starken Phase in ein kleines Zwischentief. Eine Zweiminuten-Strafe, ein technischer Fehler und vier Fehlwürfe später stand es bereits wieder Unentschieden. Und es kam sogar noch schlimmer: Da Solothurn in den zwölf Minuten vor der Pause nur noch gerade drei Treffer erzielte, führte Endingen beim Seitenwechsel mit 14:12.

Es fehlt nur wenig zu den Topteams

In der zweiten Hälfte flaute die Partie zu Beginn etwas ab und lange Zeit sah es nach business as usual aus. Endingen erweiterte seinen Vorsprung auf vier Tore und konnte diese Differenz souverän halten. Erst eine Zeitstrafe gegen die Aargauer in der 46. Minute brachte den Solothurnern die Hoffnung zurück. Denn in den folgenden gut elf Minuten war der Leader komplett von der Rolle. Nicht weniger als fünf technische Fehler und zudem vier Fehlwürfe auf Seiten des TV Endingen brachten das Heimteam aus Solothurn zurück in Spiel.

Mit grossem Kampf verkürzte die Truppe von Trainer Marco Kurth den Rückstand bis kurz vor Schluss auf ein Tor (25:26, 57. Minute). Um die drohende Wende zu verhindern, sah sich Endingen Trainer Zoltan Majeri gezwungen, ein Timeout zu nehmen. Wie so oft reichte diese Minute der Ruhe den Spielern, um sich wieder zu sammeln. Da konnte auch die Alles-oder-Nichts-Strategie der Solothurner – für den Angriff verliess der Torwart zu Gunsten eines weiteren Feldspielers das Tor – nichts mehr dagegen ausrichten.

Die zwei Treffer bis zum Abpfiff reichten dem Leader, um seine Weste weiterhin strahlend weiss zu halten und zum elften Mal in Folge als Sieger vom Platz zu gehen. Dem TV Solothurn hingegen bleibt einmal mehr diese Saison denkbar knapp das Nachsehen, jedoch aber auch die Gewissheit, dass nur ganz wenig fehlt, um ganz vorne in der NLB mitzuspielen.