Samichlaus und Weihnacht ist bei den Solothurner Sportvereinen ein Thema - natürlich. Manchenorts festlicher, andernorts deftiger. Beim FC Grenchen ist nach den jüngsten Turbulenzen Sparen und Einkehr zur Besinnlichkeit Programm. Obwohl der Rotstift jetzt tüchtig streicht, waren Eltern und Junioren zum Raclette-Essen im Stadion Brühl eingeladen.

Von seiner wahrlich barmherzigen und herzlichen Seite hat sich dabei Sportchef Renato «Nikolaus» Brun gezeigt. Die Kosten für den Käse, die Miete der Öfen und die Inhalte der «Chlouseseckli»,  von denen alle Nachwuchs-Kicker eines erhielten, hat er allein übernommen. «Sonst wäre die Feier sicher schlichter ausgefallen», sagt die Vorstandsvorsitzende Lilo Dellsperger. Immerhin kamen 70 Personen. Das Essen der 1. Mannschaft spendierte dagegen Hauptsponsor Franz Bieri.

Frommes Fest für FC Solothurn

Der FC Solothurn seinerseits lädt am Chlousetag selbst zum «Family Event» ein. Zum «Weihnachtsessen» werden Spieler, Mitglieder, Eltern, Freunde, Sponsoren und andere FCS-Begeisterte erwartet. Bezeichnenderweise findet die Feier heuer in frommer Umgebung, im Pfarreizenturm Selzach, statt. Auf das die himmlischen Heere den Solothurnern weiterhin jauchzen.

Zu essen gibts für die rund 400 Gäste Hühner vom Grill und Salate. Höhepunkt wird die Wahl der wertvollsten Spieler jeder einzelnen Mannschaft und die Versteigerung eines signierten Napoli-Dress des berühmtesten Klub-Sohnes, Gökhan Inler, sein.

Verfrühtes Fest beim FC Wangen

Beim FC Wangen sass man schon kurz nach dem letzten Meisterschaftsspiel zum trauten Gruppen-Futtern im Klubhaus zusammen. «Wenn wir es heute machen würden, würde die halbe Mannschaft fehlen», sagt FCW-Medienmann Edgar Straumann.

Die drei Brasilianer Nabarro, Douglas und Augusto sind längst zuhause und auch der Trainer, Goran Pekas, weilt einen Monat in seiner kroatischen Heimat und schaut da in Dugi Rat zu seinem Haus und seinem Restaurant.

Unterschiedliche Feiern der Eishockeyaner

Die Eishockeyaner sehen die Causa Chlaus etwas differenzierter. Obwohl der EHC Olten ein freies Weekend geniesst, «war aus Reihen der Mannschaft keine ekstatische Lust auf ein Essen mit Partnerinnen, so wie wir das in den letzten Jahren hatten», zu verspüren, sagt Pressechef Ruedi Trachsel. Ergo gibt es heuer kein Catering in der Schützi. Die «Murgs- und Chnorz-Saison» der Powermäuse zerrt offensichtlich auch an der Partylaune…

Eher Richtung Gala, wenn auch erst Mitte Monat, geht’s dafür beim EHC Zuchwil-Regio. «Wir legen Wert auf diesen Anlass und darum ist er auch entsprechend gediegen», sagt Präsident Walter Ulrich. Eingeladen sind Spieler und Staff inklusive Partnerinnen.

Humor dominiert beim TV Solothurn

«Ich bin eh immer der Chlaus und habe viele Chläuse um mich», sagt Matthias Heger, Coach vom Handball Erstligisten TV Solothurn. Von einer Festlichkeit mit Samichlaus oder Christkindli wisse er darum nichts. Heger hofft, dass seine Truppe am Sonntag im Heimspiel gegen Leimental im CIS (17.00 Uhr) für ein Fest sorgt.

Nach der ersten Saisonniederlage zuletzt gegen Wacker Thun ist Rehabilitation angesagt. «Ich bin zuversichtlich», so Heger, «dass diese Niederlage heilsam war und wir wissen, was zu tun ist.» Zu tun, um am Ende zu frohlocken und jubilieren.

Von «Chlaus-Arbeit» bis zum «Hot-Pot»

Schuften für Ihre Bescherung müssen die Mitglieder des TV Kaufleute. Die Turnerschar hilft jeweils beim Abbau der Stände am «Chlausemäret» mit. «Das gibt etwas in die Vereinskasse», sagt Co-Präsident Kurt Minder. Ansonsten aber sei bis auf das Schluss-Essen Ende Monat, nichts Feierliches geplant; umso mehr als man  eben erst mit der jährlichen Show für «Wild West» gesorgt hat. Dieses Wochenende würden bei den Kaufleuten eh viele Jungs und Girls fehlen, weil sie in Vevey an der Schweizermeisterschaft im Jugend-Vereinsturnen engagiert sind.

Gekocht werden am Sonntag die Solothurner Kajakfahrer. Der Chlouse-Event ist «oft mit einer kleinen Wanderung verbunden», sagt Vorstandsmitglied Jürg Räz. Diesmal geht’s zum Brunch auf einen Berg und abwechslungsweise in einen Hot-Pot. Ein Kessel mit Wasser, der von einem offenen Feuer geheizt wird so zu einer Art Sprudelbad wird.

Bei Biberist aktiv schliesslich kommt der Samichlaus zwar zu einzelnen Jugend-Gruppen, aber nicht zum Gesamtverein, der ja aus Turnern, Unihockeyanern, Handballern, Leichtathleten und Fitnesslern besteht. Schöne Bescherung.