Fussball
Solothurns Trainer Jürg Widmer vor dem Biel-Match: «Es ist ein Derby, das wir gewinnen wollen»

Nach der fast achtmonatigen Wettkampfpause gastiert der FC Solothurn zum Restart der Meisterschaft in der 1. Liga beim souveränen Leader FC Biel. Der Trainer hofft auf eine gute Leistung und Punkte.

Pius Rüegger
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Auf Trainer Jürg Widmer und den FC Solothurn warten noch vier Meisterschaftsspiele und ein Einsatz im Cup.

Auf Trainer Jürg Widmer und den FC Solothurn warten noch vier Meisterschaftsspiele und ein Einsatz im Cup.

Hanspeter Bärtschi

«Wir sind bereit für die restlichen vier Meisterschaftsspiele und den Cup-Match gegen Lancy», freut sich Solothurns Trainer Jürg Widmer auf die Wiederaufnahme des Spielbetriebs. Das erste Spiel nach der achtmonatigen Wettkampfpause hat es gleich in sich – das Jurasüdfuss-Derby beim souveränen Leader Biel. Die Seeländer weisen eine eindrückliche Bilanz auf. Biel gewann acht von neun Partien, spielte einmal unentschieden, kassierte nur zwei Gegentore und liegt acht Punkte vor den drittplatzierten Solothurn.

Die Herausforderung, diese Erfolgsserie morgen zu brechen, dient dem FCS als Ansporn. «Es ist eine gute Konstellation und ein Derby, das wir gewinnen wollen», sagt Widmer. «Ich erwarte, dass wir mit einer guten Leistung zu Punkten kommen können», führt er aus. «Diese schwierige Zeit konnten wir soweit optimal lösen und in den drei Tests in kurzer Zeit Spielpraxis holen.» Den Übergang in den Normalbetrieb seit Ende Mai bezeichnet er mit den drei Vorbereitungsspielen gegen Zofingen (1:0), Muttenz (5:2) und Bassecourt (0:0) in nur sieben Tagen als suboptimal.

Anfang Jahr sei es schwierig und aufwendig gewesen, dass jeder Spieler auf genügend Trainingseinheiten kam, da nur in Fünfer-Gruppen trainiert werden durfte. Besser wurde es erst, als 15er-Einheiten möglich wurden. «Es war eine Herausforderung für die Spieler, denn zusätzlich kamen die widrigen Wetterverhältnisse mit Schnee, Regen und Kälte dazu. Die Spieler mussten sich auf der Tribüne umziehen», blickt der 63-Jährige zurück und lobt sein Team: «Die Spieler haben sehr gut mitgezogen, die Situation akzeptiert, und wir hatten in dieser Zeit keinen Coronafall», vermisste er lediglich die Spiele. «Die jungen Spieler nahmen es lockerer, hatten weniger Mühe und haben es gut gelöst», stellte Widmer fest.

Der einzige Neuzugang Robin Huser ist verletzt

Für ihn gab es auch positive Aspekte: «Es war ein zielorientierter Prozess als Vorbereitung auf die neue Saison. Unter Wettkampfbedingungen haben wir gesehen, wo wir die Mannschaft fertig bauen müssen.» Eine besondere Bedeutung kam daher dem letzten Test vom Mittwoch gegen Bassecourt zu: «Wir setzten zwei komplette Mannschaften ein. Angefangen haben die Cracks, und in der letzten halben Stunde konnten sich die Jungen präsentieren, was sie sehr gut gemacht haben.»

Sein Vorgehen sieht Widmer im Einklang mit dem Auftrag, die ambitionierten Jungen heranzuführen und zu integrieren. «Im Kader sind zehn Spieler im U20-Alter, ohne Loïc Chatton und Marco Mathys weist die- ses ein Durchschnittsalter von 21 Jahren auf», hält er fest. Aus der Fördergruppe mit zusätzlichen Trainingseinheiten kam Onno Koekenbier in allen drei Tests zum Einsatz und fiel positiv auf, während Emre Celik, Maxim Hodgson und Luca Simmen erstmals mit der ersten Mannschaft aufliefen. «Sie sind für die nächste Saison vorgesehen», betont Widmer.

Verletzungsbedingt fehlen aktuell Noel Anderegg, der sich am Knie operieren lassen musste, Robin Müller, Massimo Veronica und der einzige Neuzugang Robin Huser. «Es ist nichts Grosses, ich verletzte mich nur leicht im Training am Fussgelenk», gibt Huser Entwarnung. «Es ist sicher ärgerlich, aber ich will es lieber jetzt auskurieren, um dann für die neue Saison bereit zu sein, anstatt mitzuschleifen», sagt der 23-Jährige. Ob es zumindest zu einem Teileinsatz reicht, kommt im Abschlusstraining am Freitag aus.

Der gebürtige Recherswiler will mit seiner Erfahrung in der jungen Mannschaft etwas bewirken und eine Führungsrolle übernehmen. «Unser Ziel ist klar definiert, wir wollen den Aufstieg anstreben. Ich sehe mich im Mittelfeld hinter dem offensiveren Marco Mathys als kreativer Impulsgeber in einer eher defensiven Rolle», überlässt er die Entscheidung dem Trainer. Seit März dabei, fühlt sich der Ex-Profi gut aufgenommen, zumal er einige Mitspieler aus seiner Juniorenzeit beim FC Solothurn kennt.

«Die Umstellung vom Profibetrieb in den Amateursport ist mir gut gelungen. Sie kam nicht unvorbereitet, denn seit meinem Abgang beim FC Chiasso im Oktober konnte ich mich damit auseinandersetzen», stimmt die Situation für Huser, der sich gleichzeitig auch beruflich absichern konnte. «Mein Praktikum im Marketing läuft Ende Juli aus. Ich darf bleiben und neben- bei die Berufsmatur machen», ist dies für den 29-fachen U15- bis U20-Internationalen keine Selbstverständlichkeit.