Fussball
«In den letzten zwei Spielen waren wir eiskalt»

Der FC Grenchen präsentiert sich seit dem Restart in Höchstform und wird die Saison im Minimum auf dem fünften Platz beenden. «Damit bin ich absolut zufrieden», sagt Trainer Mirko Recchiuti vor dem abschliessenden Heimspiel gegen den Leader FC Freienbach.

Raphael Wermelinger
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Visar Aliu, Scott Mbemba und Samuel Zayas feiern den Last-Minute-Treffer zum 2:1-Sieg gegen den FC Muri.

Visar Aliu, Scott Mbemba und Samuel Zayas feiern den Last-Minute-Treffer zum 2:1-Sieg gegen den FC Muri.

Hans Peter Schläfli

Zwei Spiele, sechs Punkte, sieben Tore und kein Gegentreffer im neuen Jahr. Der FC Grenchen ist in der 2. Liga inter seit mittlerweile fünf Spielen unbesiegt und ohne Gegentor. Das Team von Trainer Mirko Recchiuti hat in dieser Saison von elf Spielen nur eines verloren. Beim 0:2 in der sechsten Runde gegen den SC Schöftland kassierten die Grenchner auch die Hälfte ihrer insgesamt nur vier Gegentore. Perfekte Vorzeichen also für das Saisonfinale am Samstag daheim gegen den Leader Freienbach.

«Wenn man nur die nackten Zahlen betrachtet, könnte es nicht besser laufen», bestätigt Recchiuti und blickt zufrieden auf die vergangenen zwei Spiele zurück. Beim Restart bodigte der FC Grenchen den damaligen Spitzenreiter Lachen/Altendorf gleich mit 4:0. «Es war ein grosses Fragezeichen vor dem Spiel. Wir wussten nach der langen Pause nicht genau, wo wir stehen», sagt Recchiuti.

Sein Team habe dann auch Mühe bekundet, ins Spiel zu finden, steigerte sich aber kontinuierlich. «Nicht nur das Resultat, sondern auch die Art und Weise, wie wir agierten, hat mich gefreut. Der Sieg war am Ende etwas zu hoch, aber absolut verdient.»

Auf dieses 4:0 folgte am letzten Samstag ein 3:0-Auswärtssieg beim FC Einsiedeln. «In der vergangenen Saison haben wir da nicht gut ausgesehen», erinnert Recchiuti an die 1:5-Pleite aus dem Vorjahr. Dieses Jahr sei die Ausgangslage aber ganz anders. «Die Gegner nehmen uns jetzt anders wahr, haben mehr Respekt vor uns.»

Samuel Zayas mit einem Doppelpack vor der Pause sowie Altin Dakaj (62.) steuerten die Tore zum sechsten Saisonsieg bei. «Die Leistung war mehr als zufriedenstellend», so Recchiuti, «wir hätten höher gewinnen können.» Seine Mannschaft blieb in acht von elf Spielen ohne Gegentor und hat die beste Defensive der ganzen 2. Liga inter.

Anweisungen von Trainer Mirko Recchiuti für Aussenverteidiger Nanda Schamberger.

Anweisungen von Trainer Mirko Recchiuti für Aussenverteidiger Nanda Schamberger.

Hans Peter Schläfli

Goalie Jeffrey Grosjean und Innenverteidiger Ian Schläppi verpassten keine Minute. Waylon Grosjean lief sieben Mal in der Innenverteidigung auf und wurde, wenn er gesperrt oder verletzt war, durch Aleksandar Bagashovski vertreten. Das Aussenverteidigerduo bildeten anfangs Cesar Ledesma und Remir Ressil, der sich im vierten Saisonspiel verletzte und seit dem Restart wieder gesetzt ist. Dazwischen besetzte Nanda Schamberger die rechte Abwehrseite. Links lief bis zur Pause neun Mal Ledesma auf, jetzt ist er verletzt – Aaron Sperisen sprang in die Bresche.

«Es ist ein Zusammenspiel von mehreren Komponenten», ergründet Mirko Recchiuti die Abwehrleistung seines Teams. «Wir haben sicher gute Verteidiger und einen Goalie, der eine perfekte Saison spielt. In den Phasen ohne Ball verhalten wir uns als Mannschaft sehr gut. Und zum Taktischen kommt das Mentale hinzu. Die Spieler wehren sich gegen jeden Gegentreffer, wollen jeden Schuss des Gegners aufhalten.»

Die Abwehrquote war schon von August bis Oktober beeindruckend. Jetzt stimmt auch die Torausbeute. In den neun Spielen vor der Pause erzielten die Grenchner im Schnitt 1,2 Tore, in den beiden danach 3,5. «Wir legen natürlich nicht erst jetzt wert auf die Offensive, aber das Toreschiessen ist noch ein bisschen komplexer», sagt Recchiuti.

Er wirft ein, dass in der Vorrunde Topskorer Samuel Zayas (7 Tore) drei Spiele verletzungsbedingt verpasst hat. Und Scott Mbemba(3 Tore) stiess erst kurz vor dem Saisonstart zum Team und benötigte einen Moment, um sich einzugliedern. «In den letzten zwei Spielen waren wir eiskalt, ohne mehr in die Offensive investiert zu haben.»

Der FC Grenchen verkraftete im letzten Spiel sogar acht Ausfälle, sechs Verletzte und zwei Gesperrte. «Die können wir kompensieren, weil das Kollektiv funktioniert», sagt Recchiuti, ist aber trotzdem froh, dass für den Saisonabschluss ein paar Spieler zurückkehren.

Die Grenchner werden die Saison im Minimum auf dem fünften, im besten Fall auf dem dritten Platz beenden. «Mit dem fünften Platz wäre ich absolut zufrieden», sagt Recchiuti vor dem abschliessenden Heimspiel gegen den Leader Freienbach. «Die Teams, die in der Tabelle vor uns sind, waren etwas besser und konstanter. Wir müssen das Maximum geben, um mit dem Rhythmus der Spitzenteams mithalten zu können. Wir haben also noch Hausaufgaben für die nächste Saison.»

Die Planung für die nächste Saison hat Recchiuti schon fast abgeschlossen: «Das Kader ist mehr oder weniger zusammen. Wir haben analysiert und gesehen, was dem Team noch fehlt und dementsprechend gehandelt. Wir konnten mit den Spielern verlängern, die wir behalten wollten, haben bereits drei neue Spieler verpflichtet und es laufen noch Gespräche mit Auswärtigen. Wir bekamen dieses Jahr viele Anfragen.» Kein Wunder, bei diesem Leistungsausweis.