Fussball
Hägendorf und Trimbach legen in den Aufstiegsspielen vor

Der FC Hägendorf gewinnt das Duell der beiden Drittliga-Gruppensieger und schlägt den FC Riedholz 2:1. Derweil sich der FC Trimbach auswärts bei GS Italgrenchen dank einem Doppelpack von Lucien Baumgartner durchsetzt.

Hans Peter Schläfli
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Hägendorfs Torschütze Claude Keller setzt sich gegen Riedolz-Captain Henry Horn durch.

Hägendorfs Torschütze Claude Keller setzt sich gegen Riedolz-Captain Henry Horn durch.

Hans Peter Schläfli

Endlich wird in der Region wieder Fussball gespielt, und dann geht es auch gleich mit den Aufstiegsspielen zur Solothurner 2. Liga los. Im Duell der Gruppensieger setzte sich dabei Hägendorf vor 300 Zuschauern mit 2:1 gegen Riedholz durch und ­Italgrenchen verlor gegen Trimbach 0:2.

Dass ein Fussballjahr erst im Juni und dann auch gleich noch mit den alles entscheidenden Aufstiegsspielen beginnt, hat es in der Fussballgeschichte noch nie gegeben. Man war sich einig auf der Hägendorfer Breite: «Ich habe keine Ahnung, was da auf uns zukommt, aber wir alle freuen uns riesig, dass wir wieder Fussball spielen dürfen», sagte Riedholz-Trainer Remo von Flüe.

«Ich habe den Gegner noch nie gesehen und weiss nicht, wie Riedholz spielt», sagte Hägendorfs Trainer René Scherz auf der Gegenseite und fügte an: «Aber meine Mannschaft ist schon lange zusammen und wir sind eingespielt, das geht auch in acht Monaten Zwangspause nicht verloren.»

Riedholz wurde zum Opfer seiner eigenen Taktik

Die Taktik der beiden Teams war sehr unterschiedlich. Riedholz spielte den Ball am eigenen Strafraum hin und her, um den Gegner herauszulocken und dann das Mittelfeld mit einem Steilpass zu überwinden. Dann ging es überfallartig Richtung gegnerisches Tor. Hägendorf gefiel das nicht wirklich. Die Platzherren glänzten eher mit gutem Stellungsspiel als mit Lauffreude. Trotzdem forderte Trainer Scherz sie immer wieder auf, zur Mittellinie aufzurücken und ein Pressing aufzuziehen.

Kevin Kaufmann (Riedholz) entwischt Davide Lipari (Hägendorf).

Kevin Kaufmann (Riedholz) entwischt Davide Lipari (Hägendorf).

Hans Peter Schläfli

In der 42. Minute wurde dann Riedholz zum Opfer seiner eigenen Taktik: Lukas Schönenberger spielte zurück zu Marco Feier, erwischte aber seinen Goalie auf dem falschen Fuss und der Ball kullerte zum 1:0 für Hägendorf über die Linie. Statistisch betrachtet fallen die meisten Tore gerade in der Minute, nachdem schon ein Tor gefallen ist.

Hägendorf freute sich noch über das Geschenk, da griff Riedholz schon wieder an und Silas Gunziger erzielte aus spitzem Winkel via Innenpfosten den Ausgleich zum 1:1. Mit diesem gerechten Zwischenresultat ging es in die Pause. In Grenchen lag zu dieser Zeit Ital gegen Trimbach 0:1 im Rückstand, Torschütze war Lucien Baumgartner.

In der zweiten Hälfte stellte Riedholz sein Verhalten um, wartete nicht mehr ab, sondern machte Druck. Bei einem Konter kam dann aber Hägendorf in der 65. Minute zu einem Freistoss aus guter Distanz. Sandro Schalt zirkelte den Ball in die Mitte, wo er leicht abgelenkt wurde und vor die Füsse von Claude Keller fiel, der kaltblütig zum 2:1 verwertete.

Hägendorf gewinnt das Duell der beiden Gruppensiger zum Auftakt der Aufstiegsspiele mit 2:1.

Hägendorf gewinnt das Duell der beiden Gruppensiger zum Auftakt der Aufstiegsspiele mit 2:1.

Hans Peter Schläfli

Ein Zwischenstand, der bei gefühlten 75 Prozent Ballbesitz für Riedholz nicht dem Gezeigten entsprach. Riedholz machte bis zum Schluss viel mehr fürs Spiel, aber die Festung auf der Breite fiel nicht. Ausser einer kritischen Situation, bei der es auch einen Penaltypfiff hätte geben können, schaute zu wenig raus.

Im Gegenteil: Bei einem bilderbuchmässigen Konter hatte Livio Furrer in der 82. Minute sogar das entscheidende 3:1 auf dem Fuss. Bei einem Schuss von Miro Bürgin verhinderte Goalie Feier mit einer Glanzparade Schlimmeres für Riedholz. Zu diesem Zeitpunkt hatte Italgrenchen bereits definitiv mit 0:2 gegen Trimbach ver­loren und auch an Hägendorfs 2:1-Sieg änderte sich letztlich nichts mehr.