Fussball
Die Cupfinalisten heissen FC Iliria und FC Biberist

Der amtierende Cupsieger FC Iliria gewinnt den Halbfinal gegen den FC Bellach, den Cupsieger der Jahre 2017 und 2018. Der FC Biberist setzt sich gegen den FC Olten dank eines Elfmeters in der Verlängerung durch (2:1).

Hans Peter Schläfli und Raphael Wermelinger
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Bellachs Goalie Luca Palermo rettet ausserhalb des Sechzehners vor Ilirias Angreifer Samoell Prenaj.

Bellachs Goalie Luca Palermo rettet ausserhalb des Sechzehners vor Ilirias Angreifer Samoell Prenaj.

Hans Peter Schläfli

Im Halbfinal des Solothurner Cups trafen mit dem FC Bellach und dem FC Iliria Solothurn zwei Teams mit technisch und spielerisch guten Akteuren aufeinander, von denen viele früher auch schon im halbprofessionellen Bereich engagiert waren.

Beide Seiten wollten denn auch konstruktiven Fussball spielen und trugen Sorge zum Ball. Bei Bellach übertrieb man das manchmal ein wenig, indem sogar Goalie und Captain Luca Palermo ins Tiki-Taka hinten herum einbezogen wurde.

Optisch wirkte das ausgeglichen, aber Iliria Solothurn zeigte mehr Zug aufs Tor und war gefährlicher. Die erste grosse Chance vergab Dasnim Sulejmani, als er nach einem Freistoss den Nachschuss übers Tor haute.

Auch der FC Bellach hatte eine riesige Gelegenheit, als in der 33. Minute Ilirias Goalie Nicola Trittibach mit einer Glanzparade das 1:0 durch Alex Fragale verhinderte.

Die entscheidende Szene passierte in der 44. Minute: Fabrizio Laus setzt sich am linken Flügel gekonnt durch, zieht an die Grundlinie und spielt den perfekten Pass zurück Richtung Penaltypunkt. Dort trifft Nazim Elezi den Ball ideal und dieser zappelt im hohen Eck – «im Filet», wie man so schön sagt.

Ilirias Mittelfeldspieler Dardan Llugaliu lanciert einen schnellen Gegenstoss.

Ilirias Mittelfeldspieler Dardan Llugaliu lanciert einen schnellen Gegenstoss.

Hans Peter Schläfli

Dieses Tor prägte den Rest der Partie und es war so schön herausgespielt, dass es den Besuch des Cupspiels alleine wert war. Ab der 70. Minute bekamen bei Bellach die jungen Talente Till Schranz und Yanis Schärer eine Chance. Das brachte neuen Schwung in die Reihen der Platzherren, aber Ilirias Viererkette blieb eine undurchdringbare Festung.

Der FC Bellach musste immer mehr riskieren und so wurden Ilirias Konter immer gefährlicher. In der Schlussminute leitete Goalie Trittibach mit einem langen Ball die definitive Entscheidung ein, die Oliver Andrijasevic mit dem 0:2 realisierte.

Iliria feiert den Torschützen Dasnim Sulejmani (Mitte). Der Cupsieger von 2016 und 2019 steht erneut im Final.

Iliria feiert den Torschützen Dasnim Sulejmani (Mitte). Der Cupsieger von 2016 und 2019 steht erneut im Final.

Hans Peter Schläfli

Es ist schade, dass für Bellach die Saison schon nach zwei Spielen wieder zu Ende ist. Diese Mannschaft hat grosses spielerisches Potenzial und hätte ihr Können nun sicher von Woche zu Woche besser auf den Rasen bringen können.

Ähnlich sieht es auf Seiten des FC Iliria aus. Im Vergleich zum glücklichen Sieg vor einer Woche in Welschenrohr zeigten die Solothurner Adler eine Steigerung um 100 Prozent. «Das ist noch lange nicht alles, wir können noch viel mehr», analysierte Trainer Vilson Dedaj am Ende. «Wer dem FC Iliria einmal zugesagt hat, der hat sich für sein ganzes Leben verpflichtet, da gibt es kein Zurück mehr», antwortete Dedaj mit einem Schmunzeln auf die Frage, ob er auch in der kommenden Saison Trainer sein wird.

«Es wäre mehr für uns möglich gewesen», sagte Bellachs Co-Trainer Arben Gjidoda. «Aber so ist Fussball, man braucht auch etwas Glück und das fehlte uns heute.»

Der FC Iliria hat nun die Gelegenheit, am 4. Juli im Cupfinal die für alle Fussballvereine verkorkste Saison zu krönen. Und den Titel von 2019 zu verteidigen. Doch gegen den starken FC Biberist wird eine weitere Leistungssteigerung nötig sein. Einig waren sich die Trainer beider Seiten in einem Punkt: Sie hoffen, dass es nun mit den Verboten definitiv vorbei ist und dass die Freude am Leben und am Fussball endlich wieder uneingeschränkt zurückkehren darf.

Biberist-Trainer Roland Hasler: «Ich bin stolz auf die Jungs»

«In den ersten zwanzig Minuten waren wir nicht da. Biberist hat uns dominiert», musste Oltens Trainer Nurkun Cece feststellen. Sein Gegenüber, Biberist-Trainer Roland Hasler, fand fast ausschliesslich lobende Worte für seine Mannschaft: «Ich bin stolz auf die Jungs. Wie sie in der ersten halben Stunde bei dieser Hitze volle Pulle gingen, war einfach genial.»

Biberists Ertrag für den Aufwand war der Führungstreffer in der 13. Minute. Dabei profitierte sie das Heimteam von einem kapitalen Missverständnis beim FC Olten. Abwehrchef Sandro Iandiorio duckte sich und liess den langen Ball passieren. In der Hoffnung, dieser werde zur Beute von Torhüter Thomas Husi.

So lang war der Steilpass aber doch nicht. Husi blieb im Tor, Ivan Doric antizipierte richtig und schoss satt und platziert zum 1:0 ein. «Danach suchten wir zu wenig resolut das zweite Tor», war Haslers einziger Vorwurf an seine Mannschaft. «Olten hat dann auch gut dagegengehalten und uns das Leben schwerer gemacht.»

Fünf Minuten vor der Pause glichen die Oltner aus. Xaver Meyer liess auf der rechten Aussenbahn drei Gegner stehen und hatte nach dem 50-Meter-Sprint auch noch die Übersicht, um für Hazir Zenuni im Zentrum pfannenfertig aufzulegen – 1:1-Pausenstand.

«Es war ein harter Cup-Fight. Ein sehr gutes Spiel unter ganz aussergewöhnlichen Umständen», sagte Hasler und meinte damit nicht nur die «brütende Sonne». Auch der lange Unterbruch ist ein Thema. Mit dem Entscheid, dass in allen Ligen nur die Vorrunde gespielt wird, war die Meisterschaft für Biberist und Olten vorbei.

Olten beendete die Saison in der 2. Liga auf Platz vier, Biberist fünf Ränge dahinter. Eine Woche vor ihrem Duell hatten beide Klubs ihr erstes Pflichtspiel nach fast achtmonatigem Stopp der Meisterschaft absolviert. Den Cup-Viertelfinal: Biberist setzte sich gegen Klus/Balsthal durch (5:1), Olten gegen Subingen (4:3).

«Es war schwierig, die Ziele im Auge zu behalten», sagt Hasler über die Saison 2020/21. «Wir wollten unbedingt in den Cupfinal und auch in der Liga eine gute Falle machen, was leider nicht immer geklappt hat.»

Die beiden Teams neutralisierten sich in der zweiten Hälfte, was aber recht ansehnlich war. Doch erst in der Verlängerung nahm das Spiel wieder richtig Fahrt auf. Weil mit der nachlassenden Konzentration wegen der Müdigkeit die Fehlerquote bei den Spielern deutlich stieg.

Endlich Torchancen: Oltens beste hatte Zenuni, der mit dem Aussenrist den Pfosten traf. Auf dem Flügel setzte sich Meyer ein paar Mal gut in Szene, nur wusste mit seinen Hereingaben kein Mitspieler etwas anzufangen. In der 101. Minute wurde er selbst mustergültig lanciert. Kurz vor dem Strafraum konnte ihn der letzte Verteidiger von hinten ins Straucheln bringen. Zum Entsetzen der Oltner liess der Unparteiische dies durchgehen.

Für Biberists gefährlichste Aktion war Roman Rüegsegger verantwortlich. Sein Freistoss in der zweiten Halbzeit der Verlängerung klatschte an die Latte. «Wir haben immer auf den entscheidenden Fehler gelauert. Und als er kam, nutzten wir ihn», sagte Hasler über die siegbringende Szene in der 115. Minute.

Ein Fehlpass von Oltens Esposito als hinterster Mann in die Füsse von Imbach. Der zog in den Strafraum, wurde von hinten angegangen und stürzte über Goalie Husi. Zum Unmut der Gäste entschied der Schiedsrichter diesmal auf Foul. Rüegsegger liess sich die Chance auf den Gamewinner nicht nehmen und versenkte den Penalty abgeklärt.

«Von hinten gab es einen Kontakt. Ob ihn der Goalie auch berührt hat, konnte ich nicht sehen», so Hasler. Er hat nun zwei Wochen Zeit, sein Team auf den Final gegen Iliria vorzubereiten. Lieber hätte er schon am nächsten Wochenende gespielt. «Ich gebe meinen Spielern am nächsten Samstag und Sonntag frei», verzichtet er auf ein weiteres Testspiel. «Wir werden uns zwei Wochen lang im Training auf den Final und den Gegner fokussieren. Und dann wollen wir natürlich auch gewinnen.»

Für Nurkun Cece war es das letzte Spiel als Trainer des FC Olten. «Schade, ich hätte gerne mit dem Final aufgehört», sagte er. «Wir bekamen das Spiel nach dem schwachen Start in den Griff, hatten die besseren Chancen, aber leider das Fussball-Glück nicht auf unserer Seite.» Er sei stolz darauf, was das Team diese Saison erreicht habe. «Es hat mir viel Spass gemacht. Ich wünsche dem Team und dem ganzen Verein viel Erfolg für die Zukunft. Ich werde jetzt meinen eigenen Weg gehen.» Der führt ihn in die Türkei, wo er weiter als Trainer arbeiten will.