Fussball 3. Liga
Zweimal remis: Die Entscheidung um den Aufstieg in die 2. Liga ist vertagt

Der FC Hägendorf legt gegen den FC Trimbach dreimal vor, ist eigentlich schon aufgestiegen, muss sich am Ende aber mit einem Punkt begnügen. Auch im Spiel zwischen Riedholz und Italgrenchen gibt es keinen Sieger. Alle vier Teams bleiben somit im Rennen um die beiden Aufstiegsplätze.

Raphael Wermelinger
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Lucien Baumgartner jubelt nach dem 3:3-Ausgleich in der Nachspielzeit oben ohne, während die Hägendörfer der verpassten Chance nachtrauern.

Lucien Baumgartner jubelt nach dem 3:3-Ausgleich in der Nachspielzeit oben ohne, während die Hägendörfer der verpassten Chance nachtrauern.

Bruno Kissling

Es läuft bereits die Nachspielzeit auf dem Trimbacher Leinfeld. Der FC Hägendorf liegt seit der 78. Minute mit 3:2 vorne, was für den Aufstieg reichen würde. Die Spieler, die Trainer und die Zuschauer machen sich bereit zum Jubeln und sehnen dem Schlusspfiff entgegen.

Doch die Trimbacher werfen mit letzter Verzweiflung noch einmal alles nach vorne. Auf der rechten Aussenbahn kommt Innenverteidiger Alexander Meier, den nichts mehr hinten hält, an den Ball. Er spediert das Leder auf gut Glück in die Gefahrenzone und Lucien Baumgartner, der schon in der ersten Runde beim 2:0-Sieg bei Italgrenchen beide Tore erzielt hat, steht wieder einmal goldrichtig und schiesst das von den Gastgebern viel umjubelte 3:3.

Trimbach und Hägendorf lieferten sich einen phasenweise hitzigen Kampf mit Zweikämpfen hart an der Grenze des Erlaubten. Torchancen waren dagegen selten.

Trimbach und Hägendorf lieferten sich einen phasenweise hitzigen Kampf mit Zweikämpfen hart an der Grenze des Erlaubten. Torchancen waren dagegen selten.

Bruno Kissling

«Wir müssten den Sack vorher zumachen», ärgerte sich Hägendorfs Trainer René Scherz über das fehlende Wettkampfglück in der zweiten Runde der Aufstiegsspiele vom Dienstagabend. «Es war insgesamt ein offenes, gutes Spiel von beiden Mannschaften, ein richtiges Auf und Ab», fasste er zusammen.

Er habe im Vergleich zum 2:1-Sieg vier Tage davor gegen den FC Riedholz eine deutliche Steigerung seiner Elf gesehen: «Wir waren etwas dezimiert und ich musste einige Male wechseln. Aber die Jungs haben es super gemacht, Hut ab.»

Den Hägendörfern reicht am Freitag daheim gegen Italgrenchen ein weiteres Unentschieden, um den Aufstieg in die 2. Liga doch noch zu realisieren. «Die Türe ist immer noch offen, die Ausgangslage gut», konstatierte Scherz.

Der Trimbacher Enis Ademovic wird gleich von zwei Hägendörfern geblockt.

Der Trimbacher Enis Ademovic wird gleich von zwei Hägendörfern geblockt.

Bruno Kissling

Der FC Trimbach ist in der gleichen Situation. Das Team von Trainer Hasan Osaj braucht in der dritten Runde auswärts in Riedholz maximal noch einen Punkt, um nach zwei Jahren in die 2. Liga zurückzukehren. Die Trimbacher erwischten den besseren Start in die Partie, lagen nach einer halben Stunde und der ersten zwingenden Torchance der Gäste aber erstmals hinten.

Kurz vor der Pause gelang der Ausgleich zum 1:1: Goalie Nick Furrer parierte den Kopfball von Baumgartner, gegen den Nachschuss von Tobias Flury war er aber machtlos. Gut zehn Minuten nach dem Seitenwechsel legte Hägendorf nach einem Freistoss erneut vor. Nach etwas mehr als einer Stunde Spielzeit sorgte Baumgartner mit seinem ersten von zwei Toren wieder für Gleichstand auf dem Leinfeld.

Knapp zehn Minuten nach dem Seitenwechsel legte der FC Hägendorf zum zweiten Mal vor.

Knapp zehn Minuten nach dem Seitenwechsel legte der FC Hägendorf zum zweiten Mal vor.

Bruno Kissling

Trimbach war danach das etwas gefährlichere Team, kassierte in der 78. Minute aber den dritten Gegentreffer. Miro Blenke entwischte der Abwehr, umkurvte Goalie Jonas Flury und erzielte seinen zweiten Treffer an diesem Abend. Etwas mehr als zehn Minuten lang sah es so aus, als würde dieses Tor den Hägendörfern den direkten Weg in die 2. Liga ebnen.

Doch die Trimbacher fanden spät noch einmal eine Antwort und ruinierten mit dem Ausgleich in der Nachspielzeit die Jubelstimmung des FC Hägendorf. «Am Ende müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein», rekapitulierte Trimbachs Trainer Hasan Osaj. Sein Team habe sich dem Gegner angepasst, fügte er hinzu. «Wir haben nicht mehr das gemacht, was wir können, sondern nur lange Bälle geschlagen. Das ist nicht das Spiel, das ich sehen will.»

Vierter Treffer im zweiten Spiel: Lucien Baumgartner sichert dem FC Trimbach mit dem Ausgleich in der Nachspielzeit einen wichtigen Punkt.

Vierter Treffer im zweiten Spiel: Lucien Baumgartner sichert dem FC Trimbach mit dem Ausgleich in der Nachspielzeit einen wichtigen Punkt.

Bruno Kissling

Das Ziel sei gewesen, den Aufstieg im einzigen Heimspiel klarzumachen. «Leider konnten wir die Leistung aus dem ersten Match nicht abrufen.» Trotzdem sei er stolz auf seine Mannschaft, die nie aufgab und dreimal wieder zurück ins Spiel fand. «Das ist gar nicht so einfach gegen einen so routinierten Gegner wie den FC Hägendorf, der schon lange nicht mehr verloren hat», sagte Osaj.

«Unser später Ausgleich war vom Spielverlauf her sicher gerecht. Wir waren lange Zeit das bessere Team», sagte Trimbachs Mittelfeldspieler Daniel Bärtschi und fügte hinzu: «Vier Punkte aus zwei Spielen ist eine gute Ausbeute, auch wenn wir heute etwas anderes vorhatten. Unsere Chancen auf den Aufstieg sind immer noch sehr gut.»

Nach dem 3:3-Unentschieden sind sowohl die Trimbacher als auch die Hägendörfer weiter auf Kurs Richtung 2. Liga.

Nach dem 3:3-Unentschieden sind sowohl die Trimbacher als auch die Hägendörfer weiter auf Kurs Richtung 2. Liga.

Bruno Kissling

Auch das Spiel zwischen den beiden Verlierern der Startrunde bot ein dramatisches Finish. Eine Viertelstunde vor Schluss brachte Kevin Kaufmann den Gastgeber Riedholz mit 1:0 in Führung. Und damit vermeintlich in Schlagdistanz zu Trimbach und Hägendorf mit je vier Punkten.

Doch Italgrenchen war nicht gewillt, sich bereits aus dem Aufstiegsrennen zu verabschieden. Das Team von Trainer Perparim Redzepi kam in der zweiten Minute der Nachspielzeit durch Ferhat Capan zum 1:1-Ausgleich. Ein Unentschieden, das für beide Klubs eigentlich zu wenig ist.

Riedholz und Italgrenchen warten nach dem zweiten Aufstiegsspiel weiter auf den ersten Dreier.

Riedholz und Italgrenchen warten nach dem zweiten Aufstiegsspiel weiter auf den ersten Dreier.

Markus Müller

Riedholz und Italgrenchen stehen somit am Freitag in der letzten Runde noch mehr unter Zugzwang. Italgrenchen gastiert beim FC Hägendorf, Riedholz darf gegen den FC Trimbach noch einmal daheim ran. Für beide Klubs der 3. Liga Gruppe 1 gilt: Ein Sieg muss her. Und zwar ein deutlicher, nur ein Tor Unterschied wird nicht reichen.

Ein deutlicher Sieg am Freitag ist die letzte Hoffnung für den FC Riedholz und GS Italgrenchen.

Ein deutlicher Sieg am Freitag ist die letzte Hoffnung für den FC Riedholz und GS Italgrenchen.

Markus Müller