Fussball 2. Liga
«Wenn wir den Cup ein drittes Mal gewinnen, ziehen wir vielleicht das grosse Los»

Obwohl sich der FC Bellach im Umbruch befindet, sollte ihn die Konkurrenz nicht abschreiben. «Unsere Junioren haben mich positiv überrascht», sagt der langjährige Goalgetter Kevin Marthaler.

Raphael Wermelinger
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Bei Bellachs letztem Cupsieg vor drei Jahren erzielte Kevin Marthaler im Final vier Tore.

Bei Bellachs letztem Cupsieg vor drei Jahren erzielte Kevin Marthaler im Final vier Tore.



Remo Fröhlicher

Der FC Bellach gehört mittlerweile quasi zum Inventar der Solothurner 2. Liga. Obwohl nun ein Generationenwechsel ansteht, sollte man den Cupsieger der Jahre 2017 und 2018 und Achten des Vorjahres auch diese Saison nicht zu früh abschreiben. «Wir sind auf dem richtigen Weg», sagt Trainer Arben Gjidoda mit Blick auf die Vorbereitung, in der er zusammen mit seinem Co-Trainer Alban Xhema den Jungen viel Spielzeit gewährt hat. «Wir wollen Sorge zum Ball tragen und ein schönes Spiel aufziehen. Die Mannschaft hat unsere Philosophie positiv aufgenommen, den meisten gefällt es und sie wollen weitermachen», sagt der 42-Jährige, der die Mannschaft vor einem Jahr gemeinsam mit Alban Xhema übernommen hat.

Als Antwort auf die Frage nach dem angestrebten Rang nennt Gjidoda «die obere Tabellenhälfte. Unser Saisonziel ist aber in erster Linie der Einbau unserer Junioren. Wir haben ein paar routinierte Leistungsträger im Kader, die an einen Rücktritt in den nächsten Jahren denken. Deshalb müssen wir jetzt schauen, dass die nächste Generation bereit ist und die Verantwortung auf dem Rasen übernehmen kann». Captain Kevin Marthaler unterstützt diese Haltung. «Unsere Junioren haben mich positiv überrascht», sagt der 28-jährige Stürmer, «wir haben vier bis fünf Junge im Kader, die viel Potenzial haben und den Sprung zum Stammspieler bald schaffen können.» Das sei auch wichtig für die routinierte Mannschaft, weil ein Umbruch unausweichlich werde.

«Ich denke, ein Rang im Mittelfeld ist diesmal realistisch, aber ich persönlich will natürlich mehr, ich möchte in der Spitzengruppe mitmischen», sagt Marthaler über die Ziele in der nächsten Kampagne. Sein Nachname taucht übrigens bereits unter den Gründungsmitgliedern des FC Bellach 1955 mit Fritz und Edi Marthaler doppelt in der Historie auf. Und so verwundert es nicht, dass auch Kevin Marthaler die Brunnmatt als seine «Heimat» bezeichnet. Die Juniorenzeit hat er zwar beim FC Solothurn verbracht, dann ist aber auch er definitiv zum FC Bellach gestossen.

In den vergangenen zehn Jahren ist er nie auf- oder abgestiegen, der FC Bellach war immer ein sicherer Wert in der 2. Liga. «Die Cupspiele gegen Köniz und Chiasso gehörten zu den grossen Höhepunkten meiner Karriere und deshalb ist der Solothurner Cup auch heuer wieder ein Ziel», sagt der Captain, «wenn wir den Cup noch ein drittes Mal gewinnen, ziehen wir vielleicht das grosse Los.»

Das Drumherum stimme einfach beim FC Bellach, sagt Marthaler über seinen Verein. «Alle kennen sich und man wird akzeptiert, so wie man ist. Deshalb gefällt es mir so gut beim FC Bellach. Und ich kann mir durchaus vorstellen, nach meiner Zeit als Spieler eine andere Aufgabe im Klub zu übernehmen.» Aber noch ist es aber nicht so weit. Zusammen mit dem filigranen Topscorer Alex Fragale wird Sturmtank Kevin Marthaler auch diese Saison das schwer auszurechnende Bellacher Duo im Angriff bilden, das die Gegner gerade wegen seiner total verschiedenen Art immer wieder vor grosse Schwierigkeiten stellt. Und mit den jungen Wilden, die nun nachrücken, könnten die Bellacher diese Saison sogar für eine positive Überraschung sorgen – und das nicht nur im Cup, in dem sie zuletzt so oft brillierten.

Co-Trainer: Arben Gjidoda, Alban Xhema
Tor: Luca Palermo (93), Elia Bauer (02). Abwehr: Ferat Zekiri (93), Rok Shkoreti (85), Yves Kocher (82), Michael Ammon (92), Igor Pavlovic (90), Anton Thaqi (93), Yanis Schärer (03), Gian Büttler (04). Mittelfeld: Shaban Arifi (88), Berkin Sülüngöz (92), Mario Brcina (91), Dominik Pervorfi (02), Giulio Caputo (01), Alban Xhema (84), Dives Ambrozo (95), Till Schranz (03), Finn Schranz (05). Angriff: Alessandro Fragale (85), Kevin Marthaler (93), Emmanuel Orkoh (04).
Zuzüge: Ambrozo (FC Niederwil), Orkoh (FC Post Solothurn), T. Schranz, F. Schranz, Büttler (alle eigene Junioren). Abgänge: Valerio Mascolo, Cyril Pickel (beide unbekannt).

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