Fussball 2. Liga
Nur mit dem Solothurner Cup steht er noch auf Kriegsfuss

Er war Meister, spielte einige Saisons in der 2. Liga inter; nur der Pokal fehlt Subingen-Goalie Pascal Schwaller in seinem Palmares. In dieser Saison winkt endlich der Cupfinal vor der eigenen Haustür.

Raphael Wermelinger
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Kann sich der FC Subingen nach zwei durchschnittlichen Saisons wieder nach vorne orientieren?

Kann sich der FC Subingen nach zwei durchschnittlichen Saisons wieder nach vorne orientieren?

Tom Ulrich

Dass aus Pascal Schwaller ein Torhüter wurde, war vorprogrammiert. Sein Grossvater war Goalie, sein Onkel stand unter anderem beim FC Biel zwischen den Pfosten. «Ich besuchte praktisch jedes Heimspiel von ihm», erinnert sich der heute 30-Jährige. «Ich stand immer hinter dem Tor und habe vor allem auf den Goalie geachtet.» Für ihn war bereits damals klar, dass auch er ein Goalie wird. «Auch weil ich nicht so der Läufer bin und auch nicht die beste Technik habe», fügt Schwaller lachend hinzu.

Er lancierte seine Karriere beim FC Luterbach. Dort wohnt er heute noch – im Haus, das früher seinen Grosseltern gehörte. Mit knapp 16 Jahren wurde er Stammtorhüter in der ersten Mannschaft. «Damals gab es in der 2. Liga heisse Derbys gegen Derendingen oder auch Deitingen – mit viel mehr Zuschauern als heute», erzählt er. «Wir hatten beim FC Luterbach sehr gute Fussballer im Team und brutal erfahrene Spieler. So war es eine extrem lehrreiche Zeit für mich.» 2010, am Ende seiner dritten Saison, stieg Schwaller mit dem FC Luterbach als Tabellenzweiter hinter dem FC Dulliken in die 2. Liga inter auf.

Von Luterbach über Grenchen und Ital zum FC Subingen

Seine erste von insgesamt vier Saisons in der Amateurliga endete mit dem direkten Wiederabstieg. Die anschliessende Vorrunde 2011/12 bestritt er mit dem FC Luterbach in der 2. Liga, in der Rückrunde machte er einen Abstecher in die 1. Liga zum FC Grenchen, für den er auf sechs Einsätze kam, und wechselte dann für drei Jahre zu Italgrenchen in die 2. Liga. «Das war eine coole Zeit bei einem sehr familiären Verein. Wenn du vom eher unpersönlichen FC Grenchen kommst, zumindest war es damals so, ist das eine riesige Umstellung», blickt er zurück. «Wir waren nie ganz vorne in der 2. Liga, aber spielten immer gut mit», so das sportliche Fazit.

2015 zog sich Italgrenchen freiwillig aus de 2. Liga zurück. Pascal Schwaller, der schon mehrfach vom damaligen Trainer Erich Hert kontaktiert worden war, wechselte zum FC Subingen, der gerade den Aufstieg in die 2. Liga inter realisiert hatte. Den Schritt hat er bis heute nicht bereut: «In der ersten Saison schafften wir den Ligaerhalt in der 2. Liga inter – diesen Erfolg würde ich gleichstellen mit dem Meistertitel und dem erneuten Aufstieg zwei Jahre später.»

Seit sechs Saisons hütet Pascal Schwaller das Tor des FC Subingen.

Seit sechs Saisons hütet Pascal Schwaller das Tor des FC Subingen.



Hans Peter Schläfli

Die Hälfte seiner sechs Saisons in Subingen spielte Schwaller in der 2. Liga inter, die er aus sportlicher Sicht der 2. Liga vorzieht: «Die Gegner sind technisch viel besser, der Fussball ist schneller und taktischer – es ist eine viel grössere Herausforderung als die 2. Liga.» Der Aufwand sei zwar ebenfalls etwas grösser, er relativiert aber: «Ob ich nach Trimbach fahre oder gleich nach Basel, macht den Braten auch nicht mehr feiss.»

Wird er, und will er überhaupt, noch einmal in den Genuss der 2. Liga inter kommen in seiner Karriere? «Schwieriges Thema», zögert Schwaller. «Wenn es mit Subingen nochmals klappen sollte, würde ich natürlich mitziehen. Wenn nicht, ist es auch okay, ich hatte ja ein paar Mal die Chance, in der 2. Liga inter zu spielen.»

Es gilt indes festzuhalten, dass sich der FC Subingen in den vergangenen Jahren doch etwas von der 2. Liga inter entfernt hat. Nach dem letzten Abstieg 2019 schauten in den beiden Spielzeiten 19/20 und 20/21 nur noch die Schlussränge fünf und sieben heraus. Was definitiv nicht dem Anspruch des Vereins entspricht, was Schwaller bestätigt. Daher ist die Verbesserung der letztjährigen Klassierung Pflicht für die Wasserämter, mit den Spitzenplätzen liebäugelt der Versicherungsberater nicht: «Wenn ich sagen würde, wir spielen um den Aufstieg mit, würde ich mich auf dünne Äste wagen.»

Das Hauptaugenmerk liegt diese Saison sowieso auf dem Solothurner Cup. Den hat der FC Subingen seit 2014 nicht mehr gewonnen. «Es ist ein Phänomen: Die Vereine, für die ich spiele, fallen immer früh raus im Cup», beschreibt Schwaller seine komplizierte Beziehung zum Pokal-Wettbewerb. Dieses Jahr soll es zur Versöhnung kommen.

«Als Amateurfussballer bekommst du nicht oft die Chance, im Cupfinal zu spielen – und schon gar nicht zu Hause, denn der Final soll 2022 nun endlich in Subingen stattfinden», sagt Pascal Schwaller, für den insbesondere neben dem Platz eine riesige Veränderung ansteht. Kurz nach dem Saisonstart wird der Barcelona-Sympathisant, dessen Vorbild Gianluigi Buffon ist, zum ersten Mal Vater. Wächst da schon der nächste Goalie heran?

Trainer: Dominik Ellenberger
Tor: Pascal Schwaller (91), Jannik Ochsenbein (03). Abwehr: Raphael Gasche (98), Andreas Linder (81), Daniel Wiedmann (87), Fabian Kummer (88), Florian Gasche (96), Benjamin Brunner (90), Simon Sterki (94). Mittelfeld: Kai Flury (02), Manuel Moser (93), Gianluca Moser (00), Patrick Dubach (00), Elia Del Frate (02), Leon Sljivic (99), Simon Zumstein (98), Sascha Pauli (95). Angriff: Peter Csima (95), Leonardo Baschung (95), Nikola Vodic (01), Luca Cappelli (02), Kevin Künzler (95).
Zuzüge: Künzler (FC Ems), Sljivic (FC Zuchwil), Sterki, Zumstein (beide 2. Mannschaft), Del Frate, Cappelli (beide eigene Junioren). Abgänge: Alain Kocher, Joshua Widmer (beide Pause), Adelmo Lanzi (FC Köniz), Albion Hysniu (unbekannt).

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