Fussball 2. Liga
Mindestens der Pokal muss wieder her

Mattia Sasso verpasste den Cupfinal 2021 und brennt deshalb umso heftiger auf weitere Titelgewinne mit dem FC Iliria. «Ich rechne wieder mit Lommiswil, dem FC Olten und auch Aufsteiger Italgrenchen und Subingen sollte man nicht unterschätzen», rechnet er mit einer engen Saison.

Raphael Wermelinger
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Nach dem Doublegewinn 2016 war Iliria noch zweimal Cupsieger, aber nie mehr Meister.

Nach dem Doublegewinn 2016 war Iliria noch zweimal Cupsieger, aber nie mehr Meister.

Hansjörg Sahli

19. Juni 2021, Halbfinal Solothurner Cup, Nachspielzeit: Oliver Andrijasevic schiesst den FC Iliria mit dem 2:0 gegen Bellach in den Final. Riesige Freude bei Iliria, auch bei Offensivspieler Mattia Sasso, der nach einer Stunde ausgewechselt wurde und in der 91. Minute zum Jubeln aufs Feld stürmt. Der Schiedsrichter zeigt ihm dafür die Gelbe Karte. Weil es seine zweite im laufenden Wettbewerb ist, bedeutet sie eine Sperre für den Cupfinal, den Iliria gegen Biberist ohne ihn gewinnt.

«Ich wollte mit meinen Kollegen feiern, der Schiedsrichter fand das weniger gut», erinnert sich Sasso noch genau. «Ich habe mich natürlich aufgeregt, aber es war mein Fehler. Ich entschuldigte mich bei meinen Mitspielern dafür.» Dass er den Pokal schon 2019 mit dem FC Iliria, und während der Juniorenzeit gleich mehrmals mit Solothurn geholt hat, schmälerte den Frust ein bisschen. Doch er behält den Cup im Visier. «Ich will ihn auch diese Saison holen. Und dann im Schweizer Cup mal gegen YB oder Basel spielen», sagte er im Interview. Nur eine Woche später sollte sich einer seiner Wünsche bereits erfüllen. Der FC Iliria trifft Mitte September im Sechzehntelfinal auf die Young Boys.

Erster Einsatz in der 1. Liga mit noch nicht einmal 16 Jahren

Mattia Sasso spielt seit viereinhalb Jahren für den FC Iliria. Gestartet hat er seine Karriere in Zuchwil, wo er heute noch lebt. Mit zehn Jahren wechselte er zum FC Solothurn. Er kann rückblickend nur Positives erzählen über seine Zeit beim FCS-Nachwuchs. «Ich hatte sehr gute Trainer und war im Team mit Spielern wie Renato Steffen.»

Mit noch nicht einmal 16 debütierte er in der 1. Liga. «Da einige Spieler verletzt und gesperrt waren, wurde ich damals kurzfristig aufgeboten», erzählt er. Es kam sogar noch besser für ihn. Weil sich Aussenläufer Manuel Moser im Spiel gegen Zofingen verletzte, durfte Sasso ab dem Seitenwechsel ran. Das Spiel endete torlos. «Ich spielte gut und bekam in dieser Saison ein paar weitere Einsätze. Die Vorbereitung für die nächste Saison machte ich dann mit der ersten Mannschaft mit.»

Mattia Sasso mit einer Direktabnahme im Cupmatch gegen den FC Welschenrohr.

Mattia Sasso mit einer Direktabnahme im Cupmatch gegen den FC Welschenrohr.

Hans Peter Schläfli

In drei Spielzeiten wurde der 26-Jährige 41 Mal eingesetzt. «Ich trainierte viel, spielte aber immer weniger. Da musste ich ehrlich zu mir selbst sein – lieber eine Liga tiefer einer Mannschaft helfen.» Er entschied sich für den FC Subingen und hatte mit seinen sieben Toren grossen Anteil an dessen Verbleib in der 2. Liga inter.

Die Vorrunde 2016/17 absolvierte noch im Wasseramt, in der Winterpause wechselte er zum FC Iliria, damals Subingens Konkurrent in der 2. Liga inter. «Ich habe sehr viele Kollegen bei Iliria, mit Sportchef Egzon Mustafi spielte ich bei den Junioren», begründet er den Schritt, für den er auch viel Kritik geerntet habe, wie er sagt. «Ich habe den Wechsel bis heute aber keine Sekunde bereut.»

«Können die 2. Liga nicht auf die leichte Schulter nehmen»

Beide Klubs stiegen 2017 ab. Iliria als Vorletzter, Subingen als Schlusslicht. Während Subingen in der folgenden Saison gleich wieder 2.-Liga-Meister wurden, hatte Iliria ein schwieriges Jahr, bangte gar um den Platz in der 2. Liga und lag am Ende nur auf Platz acht. «Wir hatten intern ein paar Probleme damals. Im Rückblick machte uns diese Saison aber stärker. Wir merkten, dass wir die 2. Liga nicht auf die leichte Schulter nehmen können», sagt Sasso, für den es mit zehn Toren die produktivste Saison war. Obwohl er «ein paar Spiele gesperrt war, weil ich im Cup-Halbfinal gegen Fulenbach ein bisschen rot sah».

Ein zweiter Platz, dann ein erster, der nicht zählte und zuletzt ein dritter Platz – die Resultate des FC Iliria in den letzten drei Jahren. Damit ist er gar nicht mal so zufrieden: «Mit unserem Kader müssen wir immer ganz vorne mitspielen, das ist klar. In der vergangenen Saison starteten wir gut, gerieten dann allerdings kurz in eine Negativspirale.» Reicht es heuer zum ersten Titelgewinn seit 2016? «Die Liga ist ausgeglichen», wägt Sasso ab. «Ich rechne wieder mit Lommiswil, dem FC Olten und auch Aufsteiger Italgrenchen und Subingen sollte man nicht unterschätzen.»

Der Aufstieg mit dem FC Iliria ist für ihn allerdings keine Pflichtaufgabe. Er ist auch in der 2. Liga glücklich. «Fussball ist immer noch nur ein Hobby. Wichtig ist, Freude daran zu haben», sagt er. Er sei immer positiv eingestellt und versuche diese Grundhaltung auch an seine Mitspieler weiterzugeben. Ebenfalls weitergeben will er dereinst seine Fussball-Kenntnisse. «In den nächsten fünf bis zehn Jahren will ich den Trainerkurs machen und eine U-Mannschaft trainieren», plant Mattia Sasso.

Trainer: Vilson Dedaj
Tor: Nicola Trittibach (94). Abwehr: Dugagjin Dedaj (89), Avdi Halimi (97), Mete Karabulut (96), Dashnim Sulejmani (93), Ivo Zizak (92), Edonis Asani (98). Mittelfeld: Riad Agushi (98), Bleron Dakaj (97), Jasminder Dhillon (97), Nazim Elezi (94), Hasan Gedici (92), Alban Jahiu (91), Valon Kadija (99), Fabrizio Laus (91), Dardan Llugaliu (94), Memnum Mustafi (95), Denis Perkolaj (00), Sahin Kaan (91), Mattia Sasso (95). Angriff: Oliver Andrijasevic (94), Gjems Frrokaj (93), Samuel Prenaj (93).
Zuzüge: Agushi (GS Italgrenchen), Sahin, Karabulut (beide Türkischer SC Solothurn). Abgänge: Riccardo Caroli, David Spaqi, Arben Alimusaj (alle GS Italgrenchen), Leutrim Latifi (SC Derendingen).

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