Fussball 2. Liga inter
Wangen-Trainer Fatmir Cuculi zur Niederlagenserie: «Wir wussten, dass es schwierig wird»

Der Aufsteiger FC Wangen bei Olten wartet in der 2. Liga inter nach sechs Spielen immer noch auf den ersten Punktegewinn. «Die einzelnen Resultate waren gar nicht so schlecht», relativiert Trainer und Sportchef Fatmir Cuculi.

Raphael Wermelinger
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«Wir sind nahe dran am ersten Erfolgserlebnis», sagt Wangens Trainer Fatmir Cuculi (links).

«Wir sind nahe dran am ersten Erfolgserlebnis», sagt Wangens Trainer Fatmir Cuculi (links).

Patrick Lüthy

Sechs Spiele, null Punkte: Der Aufsteiger FC Wangen bei Olten ist das Schlusslicht der Gruppe 5 der 2. Liga inter. Was nicht ganz unerwartet kommt. Schon in der Vorschau auf die neue Saison sagte Fatmir Cuculi: «Die 2. Liga inter wird für mich eine neue Erfahrung und auch eine riesige Herausforderung – als Trainer und als Sportchef.»

Nicht nur für Cuculi, sondern auch den Grossteil der Mannschaft ist die Amateurliga Neuland. Viele Spieler wurden ins kalte Wasser geworfen, denn: «Es war sehr schwierig, alle Abgänge zu kompensieren. Im Vergleich zur vergangenen Saison haben wir praktisch die ganze Abwehr verloren.»

Die Wangner profitieren am Ende der Saison 2020/21 vom Verzicht des Meisters FC Lommiswil und wagten als Tabellenzweiter der Solothurner 2. Liga den Aufstieg. Den Entscheid, es in der 2. Liga inter zu versuchen, bereut Cuculi trotz ernüchternder Zwischenbilanz nicht.

«Wir wussten, dass es schwierig wird für uns», sagt er. «Weil wir keine Spielerlöhne bezahlen, konnten wir im Sommer keine Toptransfers tätigen. Dafür bieten wir jungen Spielern die Chance, sich in der höheren Spielklasse zu beweisen und wichtige Erfahrungen zu sammeln.»

Vier von sechs Niederlagen mit einem Tor Unterschied

Null Punkte, nur vier Tore erzielt und deren 13 Gegentreffer kassiert – die nackten Zahlen «sehen gar nicht gut aus», sagt Cuculi. Der 42-jährige Trainer unterstreicht aber, dass die Wangner vier von sechs Spielen nur mit einem Tor Differenz verloren haben. Beim 1:3 gegen den FC Grenchen lagen sie zudem nach einer Stunde Spielzeit vorne. «Die einzelnen Resultate waren gar nicht so schlecht. Es fehlte in mehreren Spielen nur ganz wenig für einen Punktgewinn – wir rennen dem Glück auch immer etwas hinterher», hadert Cuculi.

Nur das Auswärtsspiel beim FC Lachen/Altendorf vor etwas mehr als zwei Wochen bezeichnet er als schwachen Auftritt seiner Mannschaft. Gleich mit 1:4 unterlagen die Wangner im Kellerduell gegen die Schwyzer. Allein die lange Anreise war für die Mehrheit seiner Spieler ungewöhnlich, blickt Cuculi zurück. «Wir spielten dann aber die ersten 20 Minuten wirklich super auf und hatten den Gegner im Griff. Dann standen wir plötzlich völlig neben den Schuhen. Nichts ging mehr und wir fielen komplett auseinander.»

Cuculi begründet diese Niederlage auch damit, dass wichtige Spieler wie etwa Jordan Otomo fehlten, andere hätten nach Verletzungspausen noch nicht zu ihrer Form zurückgefunden. Und sein Team brauche Zeit, um zusammenzuwachsen: «Es ist praktisch eine komplett neue Mannschaft. Wir mussten nach den Abgängen viele neue Spieler holen und danach blieb uns nur wenig Zeit für die Integration und die ganze Saisonvorbereitung. Die Spieler müssen sich noch besser kennen lernen.»

Die Hälfte der Spiele verloren die Wangner mit 0:1. Insgesamt gelangen nur vier Treffer. «Wir erarbeiten uns nicht genug Chancen», sagt Cuculi, «deshalb legen wir in den Trainings den Fokus jetzt noch mehr auf das Spiel nach vorne. Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Angreifer in Fahrt kommen und viel mehr Abschlussmöglichkeiten erhalten.» Auch ohne Torerfolg hätte es indes am letzten Samstag zu einem Punktgewinn reichen müssen, merkt er an: «Das Gegentor gegen Amriswil war ein sehr dummer Fehler in der Verteidigung. Da fehlt uns manchmal halt auch die nötige Erfahrung.»

Fünf Chancen im Oktober, um endlich zuzuschlagen

Die Stimmung im Team sei wegen der Negativserie «natürlich nicht hervorragend», so Cuculi. Man habe aber gemeinsam als Team entschieden, «das Abenteuer zu wagen und auch dann zusammenzustehen, wenn es nicht läuft». Der Einsatz seiner Spieler ist denn auch das, was den Trainer positiv stimmt: «Sie geben niemals auf, kämpfen und arbeiten wirklich hart. Wir sind nahe dran am ersten Erfolgserlebnis und werden die Hoffnung definitiv nicht aufgeben.»

Fünf Spiele stehen im Oktober an. Mit Rotkreuz, Schöftland und Dietikon warten drei Klubs aus dem Spitzenquartett. Dazu der FC Unterstrass, der mit vier Punkten Vorsprung auf Wangen direkt über dem Strich klassiert ist. Zuerst geht es am nächsten Samstag gegen den Tabellensiebten Sursee. «Es werden sehr schwierige Spiele, aber wir sind gegen keinen Gegner von vornherein chancenlos», sagt Fatmir Cuculi und hofft: «Es wäre gut, wenn wir irgendwie sechs Punkte herausholen könnten. Wenn wir endlich zuschlagen könnten – das wäre der Hammer.»

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