Fussball 2. Liga inter
Grenchen dominiert, liegt trotzdem zurück und trifft dann dreimal innert zehn Minuten

«Wir waren sehr fokussiert und haben unseren Plan umgesetzt. Eigentlich hätten wir das Spiel schon in den ersten 45 Minuten entscheiden müssen», sagt Grenchen-Trainer Mirko Recchiuti über den Derbysieg gegen Wangen bei Olten. Seine Elf belohnte sich dabei allerdings erst spät für den überzeugenden Auftritt.

Raphael Wermelinger
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Grenchens Angreifer Alix Bahlouli setzt Wangens Captain Edon Morina unter Druck.

Grenchens Angreifer Alix Bahlouli setzt Wangens Captain Edon Morina unter Druck.

Patrick Lüthy

Der FC Grenchen hat den Fehlstart korrigiert. Trainer Mirko Recchiutis Team trat im Solothurner Derby beim FC Wangen bei Olten von Beginn an dominant auf. Bereits in der ersten Minute vergab Zayas nach Querpass von Mbemba die erste hochkarätige Torchance. Im gleichen Takt ging es weiter. Die Wangner wurden überrannt. Nahezu ein Dutzend gute Möglichkeiten erspielten sich die Grenchner. Nur die Tore fehlten in der ersten Halbzeit.

Grenchens Angreifer Scott Mbemba hatte viele Torchancen und traf schliesslich in der 74. Minute zum Ausgleich.

Grenchens Angreifer Scott Mbemba hatte viele Torchancen und traf schliesslich in der 74. Minute zum Ausgleich.

Patrick Lüthy

«Ich war in der Pause zufrieden, obwohl wir uns nicht belohnen konnten», sagte Recchiuti. «Wir waren sehr fokussiert und haben unseren Plan umgesetzt. Eigentlich hätten wir das Spiel bereits in den ersten 45 Minuten entscheiden müssen.»

Der Aufsteiger Wangen, der das Startspiel in Einsiedeln 0:1 verloren hatte, bestrafte die Grenchner in der zweiten Hälfte für deren Fahrlässigkeit und stellte das Spiel mit dem 1:0 auf den Kopf. Nedzipi traf nach einem haarsträubenden Fehlpass der Grenchner Abwehr.

Seine Mannschaft sei kurzzeitig vom Gameplan abgekommen, kritisierte Recchiuti. «Die Qualität am Ball hat nicht mehr gestimmt.» Umso besser gefiel ihm die Reaktion seines Teams auf den Rückstand. Er selbst sorgte mit den Einwechslungen von Poljak und Rihs für neuen Schwung auf dem Feld.

Die Grenchner zündeten den Turbo und drehten das Spiel innert weniger als zehn Minuten spektakulär. Erlösend wirkte dabei der Ausgleich in der 74. Minute durch Mbemba, der davor viele Male gesündigt hatte im Abschluss. Und dies tat er eine Minute nach seinem Tor nochmals. Nachdem Rihs mit einem schönen Solo einen Penalty herausgeholt hatte, trat Mbemba an, sein Schuss segelte am rechten Pfosten vorbei.

Vor allem in der ersten Halbzeit brannte es immer wieder lichterloh im Wangner Strafraum. Hier ein Kopfballduell zwischen Edon Morina und Robin Müller.

Vor allem in der ersten Halbzeit brannte es immer wieder lichterloh im Wangner Strafraum. Hier ein Kopfballduell zwischen Edon Morina und Robin Müller.

Patrick Lüthy

Davon liessen sich die Gäste aber auch nicht mehr von ihrem Weg abbringen. Zwei Minuten später war die Führung für den FC Grenchen Tatsache. Der eingewechselte Poljak traf nach Vorarbeit von Nussbaumer, der auf dem linken Flügel mit einem Pass von Rihs aus dem Zentrum perfekt lanciert wurde.

Keine ganze Zeigerumdrehung später legten die Gäste noch einen drauf. Diesmal tankte sich Bahlouli auf der rechten Angriffsseite durch, passte in den Strafraum zu Mbemba, der für Rihs ablegte und dieser krönte seinen herausragenden Auftritt ab der Einwechslung in der 71. Minute mit seinem Tor zum 3:1-Schlussresultat in der 79. Minute.

«Der Rückstand hat uns auf die Probe gestellt. Meine Spieler reagierten darauf souverän, rissen das Spiel wieder an sich und spielten weiter Fussball, ohne nervös zu werden», sagte Mirko Recchiuti. Ein entscheidender Faktor für den Sieg sei die Breite des Kaders: «Wir haben sehr viel Qualität auf der Bank. Die Eingewechselten trugen viel dazu bei, dass wir uns spät doch noch belohnen konnten und sicher verdient gewannen.»

Es sei eine deutliche Steigerung gegenüber der 0:2-Heimniederlage im ersten Saisonspiel gegen Schöftland gewesen. «Das war ein typischer erster Match. Wir kamen nicht aus den Startlöchern und das Gegentor kurz nach der Pause brach uns das Genick», blickte Recchiuti zurück. Jetzt sind die ersten drei Punkte im Trockenen. Mit Dietikon, Muri und Zofingen warten auf die Grenchner nun drei Schwergewichte, so Recchiuti. Für den FC Wangen bei Olten geht es mit dem Auswärtsspiel beim FC Mutschellen weiter, der ebenfalls noch keine Punkte auf dem Konto hat.

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