Fussball 2. Liga inter
Der letzte Hoffnungsfunke des FC Wangen bei Olten ist erloschen

Der FC Wangen bei Olten verliert zum Auftakt der Rückrunde das Kellerduell der 2. Liga inter gegen den FC Einsiedeln mit 0:2. Die Wangner sind zwar das besser Team, können ihre Überlegenheit aber nicht in Zählbares ummünzen.

Hans Peter Schläfli
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Der Wangner Florim Kastrati (hinten) lieferte sich mit dem Einsiedler Oliver Borner packende Zweikämpfe.

Der Wangner Florim Kastrati (hinten) lieferte sich mit dem Einsiedler Oliver Borner packende Zweikämpfe.

Hans Peter Schläfli

Vor dem Auftaktspiel auf der Chrüzmatt genügte ein Blick auf die Tabelle der Gruppe 5 der 2. Liga inter, um die Ausgangslage eindeutig analysieren zu können: Wangen bei Olten und Einsiedeln, Nachbarn mit nur je drei Punkten ganz unten in der Tabelle, brauchten den Sieg, um im Kampf gegen den Abstieg wenigstens noch ein kleines, wahrscheinlich trügerisches Fünklein Hoffnung zu wahren.

Dass es bei den Wangnern in der Winterpause einige Abgänge gegeben hatte, war bekannt. Doch wenn man die Aufstellungen des letzten Spiels im vergangenen Jahr mit dem Startspiel in die Frühlingsrunde vergleicht, waren da nur wenige überraschende Namen zu finden. Neu im Tor steht Michael Wehrli, der von Klingnau kam. Wangens wichtigsten Verstärkungen kommen aus den eigenen Reihen: Mit Martin und Sokol Berisha konnten zwei Routiniers, die eigentlich nur noch mit der Reserve in der 3. Liga spielen wollten, zu einem Comeback in der 2. Liga inter motiviert werden.

Wangens Verteidiger Elia Amorosi im Zweikampf mit dem Einsiedler Oliver Borner.

Wangens Verteidiger Elia Amorosi im Zweikampf mit dem Einsiedler Oliver Borner.

Hans Peter Schläfli

Wer diese Situation im Auge behielt, der erlebte erstaunlich erfreuliche erste Minuten. Wangen machte das Spiel und dominierte den Gegner. Die ersten Spielzüge waren vielversprechend, aber dann kam auch schon der erste Dämpfer: Sokol Berisha fiel nach einem etwas ungeschickten Einsatz unglücklich auf den Rücken und der Abwehrstratege konnte trotz langer Pflege nicht mehr weiterspielen. Trotzdem waren es die Wangner, die zu den ersten guten Chancen kamen.

Nach zwanzig Minuten scheiterte Lars Luterbacher an Einsiedelns Goalie Dennis Räber, der mit einer Fussabwehr glänzte. Das Niveau war nicht überragend, aber die Platzherren waren eindeutig aktiver und kreativer. Die Gäste traten erstaunlich defensiv auf und warteten ab. Das 1:0 schien eine Frage der Zeit zu sein. Erst kurz vor dem Pausenpfiff zeigten die Schwyzer einen Warnschuss, aber Verteidiger Elia Amorosi und Wehrli konnten mit vereinten Kräften in Corner abwehren.

Wer die Tore nicht macht, wird eiskalt bestraft

Als Hamdi Nedzipi in der 52. Minute mit seinem Nachschuss unbedrängt aus rund zehn Metern das 1:0 verpasste, kam es, wie es kommen musste. In der 67. Minute warf sich FCW-Captain Fatlum Kastrati an Einsiedelns Strafraumgrenze etwas zu offensichtlich zu Boden. Der gesuchte Foulpfiff erklang nicht. Mit zwei Steilpässen wurde auf der anderen Seite die ganze Wangner Abwehr ausgehebelt und Lukas Espinosa brachte die Gäste mit einem unhaltbaren Flachschuss in Führung.

Wangens Captain Fatlum Kastrati umringt von Einsiedlern.

Wangens Captain Fatlum Kastrati umringt von Einsiedlern.

Hans Peter Schläfli

Wangen bemühte sich um den Ausgleich und musste hinten immer mehr öffnen. Ein Freistoss aus 20 Metern schien eine letzte Chance zu bringen. Doch der Ball prallte in der Mauer ab, Marko Prskalo legte ein Solo über den halben Platz hin und schoss das 0:2. Das Fazit fiel deshalb bitter aus: Wangen hatte mehr geleistet, Einsiedeln stahl die drei Punkte – genauso wie in der ersten Begegnung.

Der Wangner Mordecai Kingsley.

Der Wangner Mordecai Kingsley.

Hans Peter Schläfli

Der eine oder andere Wangner konnte es nach dem Schlusspfiff nicht lassen und liess den Frust in Form von Vorwürfen gegen die Mitspieler raus. Andere hielten mit dem Wort «Teamgeist» dagegen, was sicher richtig ist, denn mit Nörgeln kann man in dieser Situation nichts erreichen. Die Qualität im Kader reicht schlicht nicht für die 2. Liga inter, da sticht keiner mit seinem Können heraus.

«Viel kann man der Mannschaft nach so einer Niederlage nicht sagen», fasste Trainer Fatmir Cuculi seine kurze Ansprache nach dem Schlusspfiff zusammen. «Wir hatten in der Winterpause erneut einige Abgänge, aber weil wir keine Spieler bezahlen wollen, können wir auf dem Niveau der 2. Liga inter keine Verstärkungen holen.»

Wangens Trainer Fatmir Cuculi zeigt an, es muss gewechselt werden.

Wangens Trainer Fatmir Cuculi zeigt an, es muss gewechselt werden.

Hans Peter Schläfli

Nun muss man die Niederlage positiv sehen: Die Sache mit dem Ligaerhalt ist gegessen. Jetzt kann der FC Wangen bei Olten definitiv den Rest der Saison zum Wiederaufbau nutzen. Die grösste Schwierigkeit wird dabei sein, die Moral im Team hochzuhalten, auch wenn mit vielen weiteren Niederlagen gerechnet werden muss. Trainer Cuculi sagt es so: «Jetzt kann ich ohne Angst den jungen Spielern die Gelegenheit geben, Erfahrungen sammeln zu können. Dabei werden mir die erfahrenen Spieler, die ich aus der 2. Mannschaft reaktivieren konnte, sicher eine grosse Hilfe sein.»

Neuzugang schiesst den FC Grenchen zum Sieg

Der FC Grenchen startet im Gegensatz zu den Wangnern erfolgreich in die Rückrunde der 2. Liga inter. Das Team von Trainer Mirko Recchiuti setzt sich auswärts beim SC Schöftland mit 1:0 durch. Siegtorschütze in der 54. Minute ist Gianluca Moser, der in der Winterpause vom Zweitligisten FC Subingen zu den Grenchnern wechselte. Mit dem sechsten Saisonsieg rückt Grenchen vom neunten auf den siebten Platz vor.

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