Fussball 2. Liga inter
Der FC Grenchen startet zu wenig giftig in die neue Saison

Der SC Schöftland hat mehr Willen und Matej Fehér – der FC Grenchen verliert das erste Saisonspiel in der 2. Liga inter daheim mit 0:2. «Wir haben unsere Hausaufgaben bekommen und jetzt heisst es, Kopf hoch», sagt Trainer Mirko Recchiuti.

Hans Peter Schläfli
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Schöftlands Kürsat Kiybar im Zweikampf mit dem Grenchner Christopher Mamona.

Schöftlands Kürsat Kiybar im Zweikampf mit dem Grenchner Christopher Mamona.

Hans Peter Schläfli

Es war leicht zu erkennen, dass in Grenchen das erste Meisterschaftsspiel nach einer langen Pause auf dem Programm stand. Schöftland, sicher kein Favorit in der Gruppe 5 der 2. Liga inter, begann sehr vorsichtig und abwartend. Der FC Grenchen zeigte gute Ansätze, aber vollendete Spielzüge gab es kaum. So verlief die erste Halbzeit auf Augenhöhe, aber ohne Höhepunkte, und das 0:0 zur Pause war ein gerechtes Resultat.

Doch kaum war das Spiel wieder angepfiffen, folgte die entscheidende Szene: Der wendige Gökhan Yürüsün setzte sich auf der rechten Seite geschickt durch und bediente in der Mitte den mitgelaufenen Matej Fehér, der den schönen Angriff kaltblütig mit dem 0:1 abschloss für die Aargauer.

Was war in der Pause passiert, dass Schöftland wie verwandelt begann? «Ich habe meine Mannschaft nur darauf hingewiesen, dass der Sieg über die Zweikämpfe verdient werden muss, dass uns der Gegner eigentlich körperlich überlegen ist und dass wir deshalb aufsässig sein müssen», verriet Trainer Sven Osterwalder nach dem Spiel sein Rezept. «Zudem ist unser erstes Tor in einem sehr guten Moment gefallen. Alles lief für uns und danach hatten wir die Sache im Griff.»

Das Duell zwischen Grenchen (rechst Pascal Nussbaumer) und Schöftland (Doppeltorschütze Matej Fehér) ging an die Aargauer.

Das Duell zwischen Grenchen (rechst Pascal Nussbaumer) und Schöftland (Doppeltorschütze Matej Fehér) ging an die Aargauer.

Hans Peter Schläfli

Die Analyse auf der anderen Seite sah ziemlich ähnlich aus. «Beide Mannschaften neutralisierten sich in der ersten Halbzeit weitgehend und dann kam mit dem Tor der Knackpunkt für uns. Alle haben den ursprünglichen Spielplan vergessen», sagte FCG-Trainer Mirko Recchiuti. Viel zu oft misslang Grenchen die Angriffsauslösung, weil der erste Pass zu ungenau war. Allerdings war es für die Verteidiger auch schwierig, eine Anspielstation zu finden. Im Mittelfeld schienen alle darauf zu warten, dass etwas passiert, aber keiner forderte den Ball.

«Wir suchten die einfachste Lösung, spielten lange Bälle nach vorne, was eigentlich gar nicht unsere Stärke ist», analysierte Recchiuti. Er gestand ein, dass bei den Grenchnern die Intensität im Zweikampfverhalten gefehlt hatte. «Man muss über die Arbeit zum Spiel finden, aber es wurde zu wenig gearbeitet und dann klappte das auch mit dem spielen nicht mehr.»

Der Grenchner Sturmtank Scott Mbemba kam gegen Schöftland (Dean Bregenzer) nur selten zum Kopfball.

Der Grenchner Sturmtank Scott Mbemba kam gegen Schöftland (Dean Bregenzer) nur selten zum Kopfball.

Hans Peter Schäfli

In der 70. Minute forderte Recchiuti seine Verteidiger auf, weiter vorzurücken und mehr Risiko einzugehen. Die sogenannten zweiten Bälle eroberte aber weiterhin der SC Schöftland. «Es ist ein starker Gegner, der von den Basics lebt und das konnte Schöftland heute sehr gut abrufen. Wir konnten die Duelle nicht gewinnen. Wir waren zu wenig giftig und nur mit Schönspielen gewinnt man in dieser Liga nicht», sagte Mirko Recchiuti.

Beim zweiten Gegentreffer brachten die Grenchner auf der rechten Seite ihres Strafraums den Ball mehrfach nicht unter Kontrolle und keiner wollte die Gefahr mit einem Befreiungsschlag eliminieren. Kürsat Kiybar und Mauro Noordijk kombinierten sich geschickt durch und wieder war in der Mitte Matej Fehér im richtigen Moment aufgerückt, um den Ball ins Tor zu schieben. Damit war der Match definitiv entschieden. Grenchen kam zwar in der Nachspielzeit noch zu zwei Chancen, aber das war einfach zu wenig und der SC Schöftland nahm verdientermassen die drei Punkte mit in den Aargau.

Diese Niederlage sei aber keine Katastrophe, konstatierte Mirko Recchiuti. «Wir haben unsere Hausaufgaben bekommen, und jetzt heisst es, Kopf hoch und zurück zur alten Kampfstärke finden. Dann wird es uns auch wieder gelingen, schönen Fussball zu zeigen und zu gewinnen.»

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