Fussball 2. Liga
Gleich am Anfang überraschen, wenn die Favoriten noch nicht in Bestform sind

In der vergangenen Saison musste der Klub bis zum letzten Spiel um den Verbleib in der höchsten Regionalliga zittern: Auf den SC Fulenbach und Abwehrchef Nico Ferrari wartet wohl eine weitere schwierige Saison in der 2. Liga.

Hans Peter Schläfli
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Der SC Fulenbach, Ausgabe 2021/22.

Der SC Fulenbach, Ausgabe 2021/22.

zvg
So sah es 2020/21 aus Fulenbacher Sicht leider viel zu oft aus: geknickte Fulenbacher und jubelnde Gegner.

So sah es 2020/21 aus Fulenbacher Sicht leider viel zu oft aus: geknickte Fulenbacher und jubelnde Gegner.

Bruno Kissling

Der SC Fulenbach bekundete in der vergangenen Saison grosse Mühe und entkam nur um Haaresbreite dem Abstieg in die 3. Liga. Am Ende war es der FC Subingen, der dem Team von Trainer Alain Roussel mit einem Sieg im allerletzten Meisterschaftsspiel gegen Oensingen den Ligaerhalt sicherte. Die punktgleichen, aber «unfaireren» Oensinger mussten runter in die 3. Liga. Als Chef der Fulenbacher Abwehr, mit 29 Gegentreffern im Vorjahr die zweitschlechteste, weiss Nico Ferrari, dass 2021/22 wieder keine einfache Saison wird.

Früher war der SC Fulenbach in der 2. Liga eine Macht und belegte von 2015 bis 2018 viermal in Serie den zweiten Schlussrang. Doch dann kam der Generationenwechsel. Von der erfolgreichen, alten Garde trat einer nach dem anderen zurück. «Wir konnten den Umbruch in der Mannschaft nicht einfach so wegstecken», erklärt auch Assistenztrainer Cengiz Kahraman. «Wir setzten letzte Saison manchmal vier, fünf Spieler ein, die noch keine 20 Jahre alt waren. Deshalb war die Mannschaft vor allem mental noch nicht so stabil und liess sich leicht durch Fehler oder ein Gegentor aus dem Konzept bringen.»

Daran habe man intensiv gearbeitet, sagt Kahraman. «Wir haben in den Trainings die Winnermentalität gefördert. Zur Teambildung haben wir zum Beispiel einen Pokerabend durchgeführt, um zu erleben, wie wichtig es ist, immer fokussiert zu bleiben und sich nicht durch Unwesentliches ablenken zu lassen.» Zudem sei das Team ein Jahr reifer und jeder einzelne Spieler ein wenig besser geworden.

Fulenbach, Solothurn, Wangen b. Olten und zurück

So zählt nun Nico Ferrari mit seinen 24 Jahren zu den erfahrenen Spielern im Kader des SC Fulenbach. Ausserdem ist er der Sohn des jetzigen Sportchefs Mirko Ferrari. «Mein Vater war wohl kein schlechter Fussballer, er hat jedenfalls ganz viele Fotos und Zeitungsartikel von sich aufbewahrt», sagt Nico Ferrari. Ab der U14 hatte er in Solothurn die Talentschmiede durchlaufen und er blieb rund sieben Jahre beim FCS. «Ich kam zu zwei Teileinsätzen in der 1. Liga, sah dann aber für mich keine Perspektive mehr», blickt er zurück.

Deshalb wechselte er zu Wangen bei Olten in die 2. Liga inter, wo er sich zum Leistungsträger entwickelte. «Jetzt studiere ich in Zürich und habe nicht mehr so viel Zeit für den Fussball, deshalb war die Rückkehr zu meinem Stammverein eine logische Entscheidung. Fulenbach ist ein cooler Verein und wir haben eine coole Mannschaft. Die Stimmung ist toll und es fehlt nie am Einsatzwillen. Was uns fehlt, ist die Erfahrung. Die langen Unterbrüche wegen der Coronakrise haben auch ihren Teil dazu beigetragen», meint Nico Ferrari. «So war es etwa nicht möglich, uns eine gewisse Routine zu erarbeiten.»

«Wir wissen, wo wir stehen und dass es keine einfache Saison wird», sagt Fulenbachs Nico Ferrari.

«Wir wissen, wo wir stehen und dass es keine einfache Saison wird», sagt Fulenbachs Nico Ferrari.



Markus Müller

Zuerst hat ihm das doch happige Startprogramm mit den starken Gegnern Olten, Subingen, Bellach und Biberist Sorgen bereitet. «Aber man kann es auch anders sehen. Wenn die Favoriten am Anfang der Saison noch nicht in Bestform sind, ist es leichter, eine Überraschung zu schaffen.»

Sollte es dieses Jahr am Ende doch nicht mehr über den Strich reichen, wäre das für den SC Fulenbach keine Katastrophe, sagt Assistenztrainer Cengiz Kahraman, denn das Potenzial der Mannschaft sei gross, der SC Fulenbach werde dank den jetzt ins Team eingebauten jungen Spielern jedes Jahr etwas besser und würde rasch wieder in die 2. Liga zurückkehren. «So weit will ich gar nicht denken», sagt Nico Ferrari. «Wir wissen, wo wir stehen und dass es keine einfache Saison wird. Wir sind kein Spitzenteam, aber mit etwas Glück können wir uns im Mittelfeld der Tabelle etablieren und uns aus dem Abstiegskampf raushalten.»

Trainer: Alain Roussel

Tor: Mischa Ehrenbolger, Nikola Andjelkovic.

Abwehr: Yanick Boss, Florian Fischer, Sascha Füeg, Fabio Kunz, Sandro Kunz, Colin Ruf, Emanuel Wyss.

Mittelfeld: Alessandro Albanese, Nico Ferrari, Rinaldo Grimbichler, Stanko Imbach, Flavio Premori, Jonas Ruf, Gabriel Strub, Jonas Wyss, Enrik Kqiraj.

Angriff: Sandro Albuquerque, Yves Ehrenbolger, Ramon Grimbichler, Nebojsa Markovic, Miroslav Markovic, Luan Spielmann, Luca Spielmann.

Zuzüge: Andjelkovic (FC Langenthal), Füeg (FC Kappel), Strub (FC Wangen b.O.), J. Ruf, Kqiraj, C. Ruf (alle eigene Junioren).

Abgänge: Nico Gradwold (Rücktritt), Rafael Ingold (FC Kestenholz).

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