Fussball 2. Liga
FC Härkingen: Oumaray-Show gegen den Erzrivalen SC Fulenbach

Mit vier Toren schiesst Härkingens Captain Yannick Oumaray sein Team zum 5:2-Derbysieg gegen den SC Fulenbach.

Raphael Wermelinger
Drucken
Teilen
Yannick Oumaray feiert seinen vierten Treffer zum 5:2 gegen den SC Fulenbach.

Yannick Oumaray feiert seinen vierten Treffer zum 5:2 gegen den SC Fulenbach.

Bruno Kissling

Der SC Fulenbach verspürte zuletzt Aufwind. Die beiden Heimspiele gegen Bellach und Trimbach entschied Alain Roussels Team jeweils mit 4:1 für sich. Der dritte Heimsieg in Serie gelang aber nicht. Im Derby gegen Härkingen blieben die Fulenbacher chancenlos. «Wir hatten einfach einen schlechten Tag. Es hat eigentlich nichts geklappt bei uns», kommentierte Roussel die 2:5-Niederlage. «Im Derby ist das Mentale entscheidend. Die Härkinger wollten den Sieg von Anfang an mehr als wir. Und sie waren extrem effizient. Sie machten aus den ersten drei guten Chancen drei Tore.»

Bereits in der 3. Minute legte der FC Härkingen vor. Sandro Gasser lancierte Chris Rauber am rechten Flügel und dessen perfekte Hereingabe spedierte Yannick Oumaray über die Linie. Noch vor Ablauf der Startviertelstunde erhöhten die Gäste auf 2:0. Wieder hiess der Torschütze Oumaray, diesmal kam die Vorarbeit von Jan Marti mit einem langen Freistoss. Der Torschütze wurde nur ungenügend gedeckt und verwandelte direkt mit dem Innenrist aus der Luft.

Drei Minuten vor der Pause wurde es noch ungemütlicher für die Fulenbacher. Torhüter Mischa Ehrenbolger konnte einen verdeckten Distanzschuss von Gasser mit den Füssen nur ungenügend nach vorne abwehren, Rauber reagierte am schnellsten und stellte auf 3:0.

Die Härkinger feiern den Derbysieg auf dem Sportplatz Bad in Fulenbach.

Die Härkinger feiern den Derbysieg auf dem Sportplatz Bad in Fulenbach.

Bruno Kissling

«Wir wollten von Anfang an einen sehr hohen Rhythmus anschlagen – das ist aufgegangen», freute sich Härkingen-Trainer Roger Stöckli über die überzeugende erste Hälfte seiner Mannschaft. «Das Zweikampfverhalten war heute entscheidend für den Sieg. Wir waren das aggressivere Team.» Fulenbach-Trainer Roussel reagierte in der Pause mit einem Dreifach-Wechsel auf den Rückstand. Einer seiner Joker stach bereits nach fünf Minuten: Flavio Premori bezwang Härkingen-Goalie Simon Morgenthaler mit einem platzierten Flachschuss von der Strafraumgrenze aus zum 1:3.

Knapp fünf Minuten später nahmen sich die Gastgeber den Wind indes gleich selbst wieder aus den Segeln. Verteidiger Fabio Kunz spielte den Ball genau in die Füsse von Oumaray, welcher alleine davonzog und abgeklärt einschob – Hattrick für die Nummer 14 und 4:1 für den FC Härkingen. Noch gaben sich die Fulenbacher aber nicht geschlagen. Keine zwei Zeigerumdrehungen später stellten sie den Zweitore-Rückstand wieder her. Der Kopfball von Jonas Wyss nach einem Freistoss landete via Innenpfosten im Netz.

Die Härkinger waren meistens einen Schritt schneller als der Gegner.

Die Härkinger waren meistens einen Schritt schneller als der Gegner.

Bruno Kissling

Härkinger Topskorer kann wieder schmerzfrei spielen

Yannick Oumaray bekamen die Fulenbacher allerdings einfach nicht in den Griff. Er nutzte in der 67. Minute seinen Freiraum und markierte – diesmal mit links – seinen vierten persönlichen Treffer des Spiels. «Sie witterten nochmals eine Chance, deshalb war das Tor sehr wichtig», sagte der Mann des Spiels in der Nachbetrachtung. «Nach dem 5:2 war der Glaube bei ihnen dann weg und wir haben es sauber zu Ende gespielt. Insgesamt war es eine sehr solide Leistung von uns.»

Er überragte mit seinen Saisontoren sechs bis neun natürlich alle. Ein Viererpack sei ihm schon einmal gelungen in der 2. Liga, gegen den FC Bellach, erinnert sich Oumaray: «Gegen den Erzrivalen Fulenbach ist es aber noch einmal ein bisschen spezieller.» In der vergangenen Saison stand er insgesamt nur 45 auf dem Platz. Weil er sich gleich im ersten Spiel verletzte. «Jetzt kann ich endlich wieder ohne Schmerzen spielen», freut er sich. Dass er in sechs Spielen neunmal getroffen hat und der FC Härkingen aktuell den vierten Platz belegt, nehme er nicht als selbstverständlich hin: «Ich habe in den letzten Monaten sehr hart dafür gearbeitet, wie die ganze Mannschaft auch.»

Fulenbach-Goalie Mischa Ehrenbolger hatte viel Arbeit im Derby.

Fulenbach-Goalie Mischa Ehrenbolger hatte viel Arbeit im Derby.

Bruno Kissling

Der SC Fulenbach «viel besser als letzte Saison»

Der SC Fulenbach hat zwar jetzt schon so viele Punkte auf dem Konto wie nach den vergangenen beiden Vorrunden, wurde vom Nachbarn aber etwas eingebremst. Trainer Alain Roussel sieht die Lage dennoch positiv. «Es läuft viel besser als in der letzten Saison», sagte er. «Wir haben ein neues, junges Team. Die Entwicklung stimmt. Zuletzt hatten wir einen schönen Lauf. Schade, dass wir den heute nicht verlängern konnten.» Er sei trotzdem stolz auf die Mannschaft. Insbesondere darauf, wie die Spieler in jedem Training an sich arbeiten.

«Die Niederlage ist keine Katastrophe für uns. Wir wollen ja schliesslich nicht Erster werden.»

Der Vorsprung des Tabellenführers FC Olten schrumpfte in der sechsten Runde der 2. Liga etwas. Der FCO und Titelverteidiger FC Lommiswil trennten sich mit einem torlosen Unentschieden. Erster Verfolger der Oltner ist neu der FC Subingen, der einen 5:0-Kantersieg gegen den FC Klus/Balsthal feierte. Der FC Biberist, dessen Spiel gegen Iliria verschoben wurde, liegt nach Verlustpunkten indes vor Subingen.

Im Mittelfeld-Duell zwischen Trimbach und Mümliswil gab es keine Tore. Einen wichtigen Sieg feierte der FC Bellach – 4:2 gegen den Aufsteiger GS Italgrenchen. Damit machten die Bellacher in der Tabelle einen Sprung auf den zehnten Platz und gaben die Rote Laterne an Italgrenchen weiter.

Aktuelle Nachrichten