Fussball 2. Liga
Er würde gerne noch einmal in der 2. Liga inter spielen

Die Goldene Generation des FC Biberist will noch einmal einen Titelgewinn feiern. «Wir sind nicht der Favorit, aber wir können jeden Gegner schlagen», sagt Regisseur Roman Rüegsegger vor dem Saisonstart.

Hans Peter Schläfli
Drucken
Teilen
Im Cup marschierte Biberist 2020/21 bis in den Final, in der Liga reichte es nur für Platz neun.

Im Cup marschierte Biberist 2020/21 bis in den Final, in der Liga reichte es nur für Platz neun.

Hanspeter Bärtschi

Der FC Biberist setzt auf Kontinuität. Der Kern der Mannschaft spielt schon seit vielen Jahren zusammen und geht auch in der nächsten Saison weiter ihren Weg. 2021 stand Biberist im Cupfinal, in der Meisterschaft schaute aber nur der neunte Platz heraus. «Wir sind nicht der erste Favorit auf den Spitzenplatz, aber ich will auf jeden Fall um den Meistertitel mitspielen», sagt Mittelfeldspieler Roman Rüegsegger zu den Erwartungen an die neue Kampagne.

Nach 37 Jahren hat der FC Biberist in der vergangenen Saison wieder einmal den Solothurner Cupfinal erreicht, dort aber gegen den Favoriten FC Iliria mit 1:3 verloren. «Der Hunger nach einem Titel ist da und es glauben auch alle daran, dass sehr viel möglich ist mit diesem Team», meint Trainer Roland Hasler. «Der Solothurner Cup ist auch dieses Jahr ein grosses Ziel für uns, jeder träumt schliesslich davon, einmal im Schweizer Cup gegen den FC Basel, YB oder den FC Zürich antreten zu dürfen.»

Seit fast 30 Jahren ist Roland Halser Trainer in der Region, die längste Zeit davon verbrachte er beim FC Solothurn in der 1. Liga. Er ist bekannt für seinen Ehrgeiz. Was reizt ihn, Inhaber des Instruktorendiploms, an der Arbeit in der Solothurner 2. Liga? «Kein Zweifel, ich komme immer noch sehr gerne auf den Fussballplatz. Schön hier in Biberist ist zum Beispiel, dass alle hell begeistert sind, wenn ich ihnen die teils komplexen Spielformen aus den höheren Ligen zeige. Sie wollen lernen und sie lernen auch extrem schnell», sagt Hasler. «Alle sind mit Feuer und Flamme dabei. Der FC Biberist ist ein sehr gut geführter Verein, da ist viel Fachkompetenz vorhanden. Aber das Beste ist immer der dritte Teil; der Zusammenhalt ist einmalig und wir haben viel Spass zusammen.»

Anfang Juli unterlagen Roman Rüegsegger und der FC Biberist dem FC Iliria im Cupfinal mit 1:3.

Anfang Juli unterlagen Roman Rüegsegger und der FC Biberist dem FC Iliria im Cupfinal mit 1:3.

Patrick Lüthy

So ist der FC Biberist auch eine der wenigen Solothurner Dorfmannschaften, die einmal eine Saison in der 2. Liga inter schadlos überstanden haben. Nach dem Meistertitel 2017 und dem Aufstieg musste das Team zwar in dieser anspruchsvollen, aber undankbaren Liga erleben, dass der Schnauf dafür nicht ganz ausreicht. Trotzdem gab es nach dem Abstieg keine Zerfallserscheinungen. «Wir nehmen alle den Sport sehr ernst, aber uns ist der Zusammenhalt noch etwas wichtiger», erklärt Roman Rüegsegger, warum auch er dem Verein schon so lange treu ist.

Der 31-jährige Mittelfeldspieler läuft nämlich seit fast zehn Jahren auf dem Sportplatz Giriz auf – er ist familiär vorbelastet. Sein Vater Daniel Rüegsegger war schon Sportchef hier. In seiner ersten Saison hat Roman Rüegsegger 2012 gleich den Aufstieg in die Solothurner 2. Liga erlebt. Von diesem Team sind heute immer noch mehr als ein halbes Dutzend Spieler im Kader. «Ich will wieder um den Meistertitel mitspielen», sagt er, «wir sind immer noch ehrgeizig und wollen jeden Match gewinnen.» Und wer Meister werde, müsse auch aufsteigen wollen. «Wir sind nicht der Favorit, aber wir können jeden Gegner schlagen. Ich persönlich würde gerne noch einmal in der 2. Liga inter spielen. Das Niveau ist sehr hoch und es hat Spass gemacht damals.»

Wenn der Kern einer Mannschaft so lange zusammengeblieben ist, dann bedeutet das aber auch, dass in den kommenden Jahren ein Generationenwechsel unumgänglich sein wird bei der ersten Mannschaft des FC Biberist. «Wir müssen sicher schauen, dass nicht alle der jetzt über 30-Jährigen gleichzeitig zurücktreten, sonst wird es schwierig für das ‹Eis›.» Die 3. Liga sei für die eigenen Junioren das ideale Sprungbrett, findet er. «Es hat einige Junge in der zweiten Mannschaft, die den Sprung in die 2. Liga schaffen, wenn es wollen», macht sich Rüegsegger keine Sorgen.

Trainer: Roland Hasler
Tor: Moreno Blum (90), Samuel David (96). Abwehr: Fabian Scheidegger (97), Patrick Jäggi (89), Noah Thurnheer (96), Jamil Cardinaux (99), Nicolas Rüfli (88), Fabio Vizielli (00), Philipp Hermann (98), Jan Schläfli (06). Mittelfeld: Boris Flury (91), Marco Allemann (96), Andreas Felder (90), Jonas Stuber (99), Jawid Bigzad (99), Marco Imbach (92), Sian Thurnheer (01). Angriff: Ivan Doric (01), Dario Kopp (99), Petrit Krasniqi (94), Roman Rüegsegger (90).
Zuzüge: Stuber (FC Leuzingen), Bigzad (FC Oensingen), Schläfli (FC Luterbach). Abgänge: keine.

Aktuelle Nachrichten