Fussball 2. Liga
Die Vorbilder heissen Arrigo Sacchi und Leonardo Bonucci

Sechs Jahre nach dem freiwilligen Abstieg ist die GS Italgrenchen zurück in der 2. Liga. Verteidiger Matteo Palermo ist überzeugt, dass sich das Team «im Mittelfeld der Tabelle etablieren wird».

Hans Peter Schläfli
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Italgrenchen drehte das entscheidende Spiel gegen Hägendorf und ist zurück in der 2. Liga.

Italgrenchen drehte das entscheidende Spiel gegen Hägendorf und ist zurück in der 2. Liga.

zvg

«Fussball ist das Wichtigste unter den vielen unwichtigen Dingen.» So wird Arrigo Sacchi, Italiens legendärer Trainer an der WM 1994 in den USA, in grossen Buchstaben auf der Homepage der GS Italgrenchen zitiert. Und mit diesem Motto ist auch die erfolgreiche Rückkehr in die 2. Liga zu erklären. Fussball wird ernst genommen, aber der Spass und das Familiäre sind für den Klub genauso wichtig.

«Auch als wir im letzten Aufstiegsspiel in Hägendorf in der erste Minute in Rückstand gerieten, glaubten alle weiterhin daran, dass wir es am Ende schaffen werden», blickt Verteidiger Matteo Palermo auf die entscheidenden Augenblicke zurück. Italgrenchen drehte das Spiel dank des Hattricks von Klevis Haziri zwischen der 15. und der 24. Minute und schaffte den Aufstieg aufgrund des besseren Torverhältnisses im Vergleich zum punktgleichen FC Hägendorf. «Wir haben nach dem Abstieg 2015 die Mannschaft neu aufgebaut und seither war es das Ziel, in die 2. Liga zurückzukehren», so Palermo. Umso schöner sei es nun, dass Ital den Aufstieg realisiert habe.

Es soll nicht nur ein kurzes Abenteuer werden in der höchsten Regionalliga. «Ich bin überzeugt, dass wir uns im Mittelfeld der Tabelle etablieren werden», blickt Palermo voraus und stellt klar: «Mit dem Abstiegskampf werden wir sicher nichts zu tun haben.» Dazu sollen die punktuelle Verstärkungen, die meisten kamen vom FC Iliria, ihren Teil beitragen, wie zum Beispiel Mittelstürmer Arben Alimusaj, der bereits für Italgrenchen gespielt hat in der Vergangenheit.

Mit einem 3:1-Sieg beim FC Hägendorf sicherte sich Italgrenchen in der vergangenen Saison den Aufstieg in die 2. Liga.

Mit einem 3:1-Sieg beim FC Hägendorf sicherte sich Italgrenchen in der vergangenen Saison den Aufstieg in die 2. Liga.

Markus Müller

In seiner Mannschaft hat sich der 25-jährige Innenverteidiger Matteo Palermo vor einigen Jahren den Kosenamen «Bonucci» verdient – was nicht erst seit Italiens Europameistertitel eine Ehre ist. Würde man ihn Claudio Gentile nennen, wäre das nicht so ein grosses Kompliment, obwohl Gentile auf derselben Position 1982 sogar Weltmeister geworden ist. Aber Gentile, dessen Name mit «nett» übersetzt werden kann, war ein Zerstörer, der durch brutale Fouls weltberühmt wurde. Matteo Palermo dagegen ist wie Bonucci, der für Italien im EM-Final das Tor gegen England schoss, ein konstruktiver Verteidiger.

Frei nach Arrigo Sacchis eingangs zitiertem Motto bezeichnet Palermo die familiäre Atmosphäre als Italgrenchens grösste Stärke. «Bei uns im Restaurant herrscht immer eine gute Stimmung und es gibt stets feines Essen. Alle sind willkommen und fühlen sich sofort wohl.» So erklärt der 25-Jährige, der seit seiner Juniorenzeit immer für Italgrenchen spielte, seine Vereinstreue und auch die Konstanz im Kader. «Es gibt ganz einfach keinen Grund, warum ich den Verein wechseln sollte, mir gefällt es bei Italgrenchen.»

Auch Italgrenchens Präsident Massimiliano Faga ist davon überzeugt, dass sich die erste Mannschaft des Vereins langfristig wieder in der Solothurner 2. Liga etablieren kann. Er verfolgt aber noch ein weiteres wichtiges Fernziel: Den Umzug ins Stadion Riedern. Dieses liegt lediglich auf der anderen Strassenseite der jetzigen Basis, doch auf diesem Grundstück plant der städtische Energieversorger SWG schon bald zu bauen.

Nachdem sich Italgrenchen als einziger Verein gegen eine Fusion mit dem FC Grenchen entschieden hatte, verweigerte die Stadt Grenchen den erhofften Umzug. Seither sind weitere sechs Jahre vergangen, in denen der Klub mit seiner grossen und erfolgreichen Juniorenabteilung seine Unabhängigkeit und seine gesellschaftliche Bedeutung gerechtfertigt hat. «Ich hoffe, dass die Stadt Grenchen nun ihre Haltung überdenkt und uns den Umzug auf die Riedern erlaubt», sagt Ital-Präsident Faga.

Trainer: Perparim Redzepi
Tor: Martin Leuenberger, Adrian Neuhaus, Laurent Shkoreti. Abwehr: Stefano Rodrigues Conde, Matteo Palermo, Stefan Bajnovic, Dominique Sutter, Indrit Nuhiu, Dario Beutler, Nick Emch, David Spaqi. Mittelfeld: Jari Eggenschwiler, Nicolai Bur, Nico Wolf, Eliano Chirico, Klevis Haziri, Alessandro Giannini, Korab Januzaj, Kaan Yildirim. Angriff: Ivan Palermo, Ferhat Capan, Riccardo Caroli, Arben Alimusaj.
Zuzüge: Caroli, Alimusaj, Spaqi, Shkoreti (alle FC Iliria), Yildirim (FC Solothurn). Abgänge: Riad Agushi (FC Iliria), Mika Emch (FC Riedholz).

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