Fussball 2. Liga
Dem FC Olten und Trainer Karakoyun missglückt die Heimpremiere

Der Aufsteiger GS Italgrenchen stoppt die Siegesserie des FC Olten, der unter Trainer Ogulcan Karakoyun erstmals verliert. Die Grenchner verdienen sich die drei Punkte mit einer äusserst engagierten Leistung in den ersten 45 Minuten.

Raphael Wermelinger
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Italgrenchens Nummer 7 Alessandro Giannini trifft in der 35. Minute mit einem Weitschuss zum 2:0 für die Gäste.

Italgrenchens Nummer 7 Alessandro Giannini trifft in der 35. Minute mit einem Weitschuss zum 2:0 für die Gäste.

Patrick Lüthy

«Es wäre natürlich schön gewesen, das erste Heimspiel für den FC Olten zu gewinnen und so einen guten Eindruck zu hinterlassen», kommentierte Trainer Ogulcan Karakoyun die 1:2-Niederlage gegen GS Italgrenchen. «Zumindest in der zweiten Hälfte ist uns das gelungen.» Trotz einer Steigerung nach dem Seitenwechsel mussten die Oltner nach drei Siegen, welche sie allesamt auswärts eingefahren hatten, erstmals in dieser Saison als Verlierer vom Platz.

Der Aufsteiger Italgrenchen, der in den bisherigen drei Spielen nur einen Punkt geholt hatte, war in der ersten Halbzeit überlegen, die 2:0-Führung verdient. «Wir haben viel zu lange gebraucht, um ins Spiel zu kommen», stellte Karakoyun fest. «Wir sind ohne Ball zu wenig gelaufen, haben die Räume nicht besetzt und waren viel zu passiv in den Zweikämpfen», kritisierte er, merkte aber auch an: «Die Gegentore waren nicht wirklich herausgespielt. Wir haben ihnen die Tore geschenkt.»

Itals Giannini war der Mann der ersten 45 Minuten

Der erste Gegentreffer war ein Penalty. FCO-Verteidiger Gürsoy holte Italgrenchens Giannini im Strafraum mit einer ungestümen Grätsche von den Beinen und Wolf verwertete den Strafstoss zur Gästeführung. Vor dem 0:1 hatten beide Teams je eine gute Möglichkeit. Caroli scheiterte aus etwas zu spitzem Winkel an Oltens Torhüter Husi (12.). Die beste Chance für die Gastgeber hatte Pirku, der die Steilvorlage von Iandiorio nicht in Zählbares ummünzte (19.).

Regisseur Nico Wolf (Nr. 30) bringt Italgrenchen nach gut zwanzig Minuten per Elfmeter in Front.

Regisseur Nico Wolf (Nr. 30) bringt Italgrenchen nach gut zwanzig Minuten per Elfmeter in Front.

Patrick Lüthy

Beim 2:0 in der 36. Minute profitierten die Grenchner von einem kapitalen Fehlpass der Oltner vor dem eigenen Sechzehnter. Giannini fackelte keine Sekunde und versenkte den Ball aus gut zwanzig Metern sehenswert in der unteren Torecke. Die Reaktion der Oltner folgte postwendend. Meyer, Zenuni sowie Gürsoy stellten Ital-Goalie Leuenberger in den letzten fünf Minuten mehrmals auf die Probe.

In der Pause stellte Karakoyun ein wenig um, was seiner Elf Sicherheit gab. Bereits nach fünf Minuten gelang der Anschluss. Iandiorio liess Leuenberger mit einem wuchtigen Kopfball nach Freistoss des eingewechselten Kukavica keine Abwehrchance. «Wir hatten genug Chancen für den Ausgleich», haderte Karakoyun. «Gegen Iliria ist es spät noch aufgegangen für uns. Diesmal leider nicht.» Der FCO hatte das Spiel bei Iliria eine Woche davor nach 0:2-Rückstand dank Toren in der 33., 49. und 95. Minute noch für sich entschieden.

Oltens 1:2-Anschlusstreffer durch Sandro Iandiorio.

Oltens 1:2-Anschlusstreffer durch Sandro Iandiorio.

Patrick Lüthy

Die beste Chance hatte Joao, der mit seinem Schuss aus der Drehung aus kurzer Distanz am Ital-Goalie scheiterte. In der 80. Minute traf Meyer nach der Hereingabe von Corti das Aussennetz. Und schliesslich war in der Nachspielzeit auch Burkhardt das Glück nicht hold. Zwischendurch brach Italgrenchen-Trainer Perparim Redzepi mit seinen Einwechslungen immer wieder geschickt den Rhythmus der anrennenden Oltner. Wären die Gäste weniger leichtsinnig mit ihren Kontern umgegangen, wären die drei Punkte schon früher im Trockenen gewesen.

Kennedy Joao hatte die beste Ausgleichschance für die Oltner.

Kennedy Joao hatte die beste Ausgleichschance für die Oltner.

Patrick Lüthy

Olten immer noch mit zwei Punkten Vorsprung Leader

An der Einstellung habe es nicht gelegen, dass der Leader gegen den Letzten verlor, stellte Trainer Karakoyun klar. «Wir haben uns mental gut auf dieses Spiel vorbereitet. An die Tabellenlage haben wir dabei nie gedacht.» Es sei ein schwieriger Match gewesen, «weil Ital ohne Angst antreten konnte. Wir wussten, dass wir aufpassen müssen. In dieser Liga kann jeder jeden schlagen, wie es das Spiel gezeigt hat».

Der FC Olten führt die Tabelle nach der ersten Saisonniederlage weiter an. «Psychologisch ist es sehr wichtig, dass wir nicht runterrutschten und immer noch auf Platz eins sind», so Ogulcan Karakoyun, der an diesem vierten Spieltag auf diverse Spieler verzichten musste und nur zweimal wechselte. «Jetzt müssen wir uns zuerst gut erholen und uns dann wieder voll auf das nächste Spiel gegen den FC Klus/Balsthal fokussieren.»

Ital-Goalie Martin Leuenberger krallt sich den Ball und hält die drei Punkte fest für sein Team.

Ital-Goalie Martin Leuenberger krallt sich den Ball und hält die drei Punkte fest für sein Team.

Patrick Lüthy
Das Anrennen der Oltner blieb unbelohnt.

Das Anrennen der Oltner blieb unbelohnt.

Patrick Lüthy

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