Fussball 1. Liga
«Man muss der Krise nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen»

Der FC Solothurn zeigt im Startspiel der 1.-Liga-Saison eine deutliche Reaktion auf die Pleite im Schweizer Cup und gewinnt in Buochs dank vier verschiedenen Torschützen am Ende deutlich.

Pius Rüegger
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Sebastian Gerspacher erzielte das erste Tor für den FC Solothurn in der neuen Saison. Es war der Türöffner zum 4:0-Auswärtssieg in Buochs.

Sebastian Gerspacher erzielte das erste Tor für den FC Solothurn in der neuen Saison. Es war der Türöffner zum 4:0-Auswärtssieg in Buochs.

Keystone

Wie wirkt die 0:10-Klatsche im Schweizer Cup gegen den FC Zürich beim FC Solothurn im ersten Meisterschaftsspiel beim SC Buochs nach? Diese Frage beantworteten die Solothurner mit einem klaren 4:0-Erfolg mit vier verschiedenen Torschützen. Das Besondere daran: Je zwei Tore steuerten die junge Garde mit Sebastian Gerspacher und Loosli sowie die Routiniers Chatton und Mathys schön im Wechsel bei.

«Es war keine einfache Woche für uns, wir konnten es aber gut lösen, denn die Cup-Niederlage ist nicht spurlos an uns vorbeigegangen», reflektiert FCS-Trainer Jürg Widmer. Um sein Team wieder aufzurichten, behalf er sich eines Zitats von Max Frisch: «Krise kann ein produktiver Zustand sein. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.»

Verwunderlich war es nicht, dass der FCS Anlaufschwierigkeiten bekundeten. Die gleiche Feststellung trifft auch auf die stark verjüngten Gastgeber zu. An überzeugenden Szenen mangelte es beidseits. Die Feinabstimmung defensiv wie offensiv liess zu wünschen übrig. Mit dem Kurzpass-Spiel gab es kaum ein Durchkommen. Dies erschwerte den Raumgewinn.

Einzig Hunziker, der eine Flanke Masts von rechts, die Mathys geschickt durchliess, links drüber schoss (10.) und auf der Gegenseite Yildiz, der freistehend im Zentrum seinen Flachschuss von Tim Wagner gehalten sah (14.), brachten erste Torgefahr ein. Es brauchte die erste Trinkpause (25.), damit die Solothurnern zu ersten torreifen Aktionen gelangten. Bruni blieb im Strafraum an Ukaj hängen, holte immerhin den ersten Eckball heraus (27.). Dann lief Hunziker zentral auf einen Pass von Bruni von rechts in den Strafraum ein, scheiterte jedoch an Hüter Radtke – zweiter Eckball (35.). Wieder Hunziker köpfelte einen Freistoss von Huser wenig später völlig frei links am Buochser-Tor vorbei (37.).

Das wegweisende erste Tor kurz vor dem Pausenpfiff

Ein langer Pass von Loosli auf Bruni lenkte Radtke wieder zur Ecke (44.). Dieser dritte Corner wurde zum Türöffner für die Ambassadoren. Den Eckball trat Mast von rechts. Nach verschiedenen Ballberührungen nutzte der aufgerückte Abwehrspieler Sebastian Gerspacher seine freie Abschlussposition und sein satter Schuss aus 14 Metern bedeutete die Halbzeit-Führung für den FC Solothurn. «Wir hatten zwei, drei sehr gute Chancen und müssten früher in Führung gehen», stellte Solothurn-Trainer Jürg Widmer fest.

Die zweit Halbzeit gingen die Nidwaldner mit mehr Speed an. Sie wollten den Rückstand korrigieren. Kqiras Pfostenknaller aus dreissig Metern in der 51. Minute war Beleg dafür wie der vorangegangene abgelenkte Schuss von Rüedi zur ersten Ecke der Platzherren (49.). Nach einem weiteren Eckball der Innerschweizer (58.) nutzten die Solothurner den Gegenzug zum Ausbau der Führung in der 59. Minute. Chatton verwertete routiniert das Zuspiel Looslis nach rechts mit einem scharfen Flachschuss.

Ein bereits in der Entstehung sehenswerter Angriff führte zum dritten Treffer der Solothurner. Diesmal war Chatton der Assistgeber für Loosli auf Halbrechts (65.). «Nach der Halbzeit und den Wechseln hatten wir zuerst etwas Mühe, wurden aber mit den Toren je länger das Spiel dauerte, sicherer», hält Widmer fest. Seine Mannschaft hatte das Geschehen im Griff. Lediglich Bühler konnte Wagner mit einem Distanzschuss noch prüfen (75.).

Ansonsten gerieten die Aarestädter nicht mehr in Gefahr. Die Solothurner kamen besser in die Zweikämpfe und wurden durch ihren Einsatz effektiver. Mit einer willensstarken Einzelleistung setzte sich Mathys in der Schlussphase noch einmal durch und krönte seinen Vorstoss mit dem vierten Treffer (87.). «Wir konnten die richtige Antwort geben, was ich von der Mannschaft auch erwartet habe; dies spricht für ihre Qualität», merkt der 63-Jährige an.

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