Fussball 1. Liga
FC Solothurn verpasst ersten Heimsieg wegen eines umstrittenen Gegentors

Loic Chatton brachte den FC Solothurn gegen den FC Münsingen mit seinem vierten Saisontor in Führung. Nach dem Platzverweis von Hannes Hunziker musste die Widmer-Elf die Schlussphase dezimiert bestreiten und kassierte in der Nachspielzeit den Ausgleichstreffer.

Pius Rüegger
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Captain Loic Chatton brachte den FCS gegen Münsingen mit seinem vierten Saisontor in der 64. Minute in Führung.

Captain Loic Chatton brachte den FCS gegen Münsingen mit seinem vierten Saisontor in der 64. Minute in Führung.

Hans Peter Schläfli

Ein Gegentor in der Nachspielzeit kostete dem FC Solothurn den ersten Heimsieg der laufenden Saison. Münsingens Lavorato drückte den Ball am rechten Pfosten knapp über die Torlinie. Zuerst entschied der Schiedsrichter auf Abseits. Als der Assistent insistierte und Richtung Mittellinie zeigte, anerkannte er den Ausgleich des Promotion-League-Absteigers. Was zu grosser Irritation führte unter den Solothurnern.

Trotz der bitteren Pille zum Schluss war das Unentschieden gerechtfertigt. Dass der FC Solothurn gegen Spielschluss immer stärker unter Druck geriete, hat allerdings ebenfalls mit einer fragwürdigen Regelauslegung des Unparteiischen in der 73. Minute zu tun. Ein Foulspiel von Hunziker gegen Rothen vor der Münsinger Bank ahndete er als überhartes Einsteigen mit Direktrot. Der Berner musste verletzt ausgewechselt werden.

«Es war nicht absichtlich. Es war ein Foul, aber nicht rot. Aus der Drehung heraus suchte Hunziker den Ball und traf seinen Gegenspieler», nahm FCS-Trainer Jürg Widmer seinen Spieler in Schutz. Sein Team verzeichnete vor der erfolgreichen Schlussoffensive der Gäste zwei Top-Chancen zum Ausbau der Führung. Chatton musste sich von Goalie Karrer den Ball vom Fuss nehmen lassen (78.). Eine Minute nach der Einwechslung für seinen unmittelbar zuvor gescheiterten Captain verpasste Bruni. Er spielte Karrer aus, sah aber seinen Schuss aus halbrechter Position dem verlassenen Tor entlang ins Aus rollen.

«Wir hatten zwei Konter in Unterzahl, die wir machen müssen», stellte Widmer fest. Sein Gegenüber, Münsingens Langzeit-Trainer Kurt Feuz nahm für die Schlussoffensive einen Dreifach-Wechsel vor und stellte auf eine Dreier-Abwehr um. Dies kurz nachdem Lavorato mit seinem Kopfball den Pfosten getroffen hatte (81.). FCS-Torhüter Wagner vermochte die Null danach nur noch vorübergehend zu halten. Mit einer Doppelparade gegen Versuche aus einem Besucher-Pulk (89.) und mit einem Ablenker über die Querlatte auf einen Kopfball Murinas auf den dritten Berner Eckball (90.).

«Es war für uns schwierig mit einem Mann weniger gegen diesen Gegner, der mit weiten Bällen Druck machte», sagte Widmer. Bis zur Führung der Solothurner waren spielerischer Gehalt, Rhythmus und Tempo bescheiden. Es entstanden lange keine torreifen Szenen. Bis zur 34. Minute, als Mast Karrer zu einer Faustabwehr aus vollem Lauf zwang. Auf Sicherheit bauen, keine Risiken eingehen, hatte beidseits Priorität.

Die Solothurner konnten gegen Ende der ersten 45 Minuten zunehmend das Geschehen in die Berner Hälfte verlagern. Nach dem Seitenwechsel forcierten die Münsinger die Offensive. So wurde Wagner in der 62. Minute durch Selmani zu einer mirakulösen Abwehr auf der Linie gezwungen. Der direkte und tempostark ausgeführte Gegenzug trug Solothurn die Führung ein.

Über mehrere Stationen aus der Abwehr heraus gelangte der Ball zu Chatton. Der FCS-Goalgetter setzte sich vehement gegen die Gegenspieler und Torhüter Karrer durch. Mit seinem vierten Saisontor unterstrich er seine Übersicht (64.). «Wir wollten nicht ins offene Messer laufen. Es war ein taktisches Spiel auf Augenhöhe, wobei unsere Leistung stimmte. Allerdings waren wir nicht immer konsequent, zu oft zu verspielt», ging das 1:1 für Jürg Widmer in Ordnung.

Solothurn – Münsingen 1:1 (0:0)
Stadion. – 200 Zuschauer. – SR: Vlajnic. – Tore: 64. Chatton 1:0. 91. Lavorato 1:1.
Solothurn: Wagner; Kohler, Kaiser, Stuber, Ph. Gerspacher; Koekenbier; Mast (79. S. Gerspacher), Huser, Hunziker; Mathys; Chatton (79. Bruni).
Münsingen: Karrer (84. Hunziker); Rothen (74. Sablatnig), Moser, Mustafi (84. Zanoni), Selmani; Gerber (84. Collard), Erzinger; Vernocchi (60. Hubacher), Murina, Lavorato; Gasser.
Bemerkungen: Solothurn ohne Gräf, Anderegg (beide verletzt) und Huber (Ausbildung). – 81. Lavorato Kopfball an den Pfosten. – Platzverweis: 73. Hunziker (Foul). – Verwarnungen: 38. Chatton und 40. Moser (beide Foul). – Eckbälle 1:3 (1:0).

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