Fussball 1. Liga
FC Solothurn neu mit einem dreiköpfigen Präsidium

Ein Fussballspiel dauert 90 Minuten, eine Generalversammlung eines Fussballvereins auf demselben Rasen 68 Minuten. Der FC Solothurn verlegte seinen 120. Rück- und Ausblick mit 54 Stimmberechtigten Corona-bedingt auf das Hauptspielfeld im Stadion.

Pius Rüegger
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Das neue dreiköpfige Präsidium: Die Vizepräsidenten Francisco Fernandez (links, Sport) und Claudio Cappelli (rechts, Organisation) flankieren Präsident Marc Kalousek.

Das neue dreiköpfige Präsidium: Die Vizepräsidenten Francisco Fernandez (links, Sport) und Claudio Cappelli (rechts, Organisation) flankieren Präsident Marc Kalousek.

Pius Rüegger

Vor Jahresfrist bildete sich beim FC Solothurn ein Co-Präsidium mit Samuel Scheidegger und Marc Kalousek. Nach einer Saison ist bereits Schluss. Nicht wegen Unstimmigkeiten, sondern weil Scheidegger als Kampfkandidat an der ausserordentlichen Generalversammlung der Ersten Liga vom 10. April 2021 im zweiten Wahlgang zu deren Präsidenten und einem der drei Vizepräsidenten des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) gewählt wurde.

Seit 2014 FCS-Präsident, tritt er aber nicht ganz ab. Er bleibt als Finanzverantwortlicher in Geschäftsleitung (GL) und Vorstand. Künftig leitet ein dreiköpfiges Präsidium – Marc Kalousek als Präsident mit den zwei Vizepräsidenten Francisco Fernandez (Sport) und Claudio Cappelli (Organisation) – mit zwölf weiteren GL- und acht Vorstands-Mitgliedern den Verein.

«Ich habe nicht erwartet, schnell wieder einen Co-Präsidenten zu finden, dafür habe ich zwei Vizepräsidenten gefunden», betont Marc Kalousek sein FCS-Herzblut. Der GL gehören neu Urs Bachmann (Vertreter Frauenfussball), Christopher Infanger (Kommunikation) und Marc Gerber (Infrastruktur) an. Den Vorstand ergänzen Ruedi Walter (Marketing), Maria Lo Giudice, Elisabeth und Michael Bünger (alle FC Solothurn Frauen).

Trotz der schwierigen Umstände im vergangenen Jahr zeigt die Rechnung ein positives Bild. Der Gewinn beträgt 71'894 Franken, budgetiert war ein Verlust von 35'719 Franken. Das Eigenkapital steigt auf 105'732 Franken. «Wir dürfen auf ein hervorragendes Ergebnis zurückblicken, das beste in meinen sieben Jahren», sagt Scheidegger.

Der Ertragsausfall beim Restaurant (36'832 Franken) konnte durch den Minderaufwand bei der 1. Mannschaft (39'252 Franken) mehr als ausgeglichen werden. Der um 72'232 Franken reduzierte Aufwand beim Nachwuchs sowie die Erträge aus Transfers und Leihgaben von 81'303 Franken ermöglichten diesen Abschluss.

Für 2021/22 wurde zurückhaltend budgetiert. Bei einem Umsatz von 810'475 Franken wird ein Verlust von 525 Franken erwartet. «Wir geben nur das aus, was wir einnehmen, wir sind gut unterwegs und müssen realistisch bleiben», so Scheidegger.

Neu vom SC Derendingen ist deren Frauenabteilung zu den Hauptstädtern gestossen. «Wir haben grosse Freude an dieser Integration. Damit können wir die Professionalisierung erreichen, die es braucht, um die sehr hohen Anforderungen des SFV zu erfüllen und um auf diesem Niveau spielen zu können«», erklärt Urs Bachmann diesen Wechsel. Das Ziel ist es, in zwei bis drei Jahren in die Women’s Super League aufzusteigen. Gegenwärtig spielen die Frauen in der NLB. Deshalb legen sie ein separates Budget mit einem Gewinn von 10'200 Franken vor.

Sportchef Hans-Peter Zaugg zeigte sich froh, dass die letzte Saison nur unterbrochen wurde. Die zweite Mannschaft mit den Trainern Eric Lüthi und Samuel Miescher stieg mit dem Punktemaximum bei 52:6 Toren aus sieben Spielen in die 4. Liga auf. Jürg Widmer will mit der Fördergruppe im zweiten Jahr die Nachhaltigkeit optimieren, um die Spieler an die erste Mannschaft heranzuführen. Nachwuchschef Ronald Vetter gewann dem Lockdown auch positive Seiten ab: «Kreativität war gefordert. Die Auswirkungen waren weniger dramatisch, keine Aussteiger. Wir wurden aus der Wohlfühloase ohne Garderoben in der Winterzeit mit Umziehen auf der Tribüne geholt».

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