Fussball 1. Liga
Der FC Solothurn trotzt dem Leader FC Biel ein Unentschieden ab

Goalgetter Loic Chatton bringt den FC Solothurn im Jurasüdfuss-Derby in Führung. Nach dem Doppelschlag der Bieler innert drei Minuten sorgt Philippe Gerspacher in der zweiten Halbzeit für den 2:2-Schlussstand.

Pius Rüegger
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Die Solothurnern boten den immer noch ungeschlagenen Bielern mit einer starken Leistung die Stirn.

Die Solothurnern boten den immer noch ungeschlagenen Bielern mit einer starken Leistung die Stirn.

Hans Peter Schläfli

Ab 20.03 Uhr war es am Samstag in der Bieler Tissot-Arena soweit: Nach achtmonatigem Corona-Unterbruch konnten Leader Biel und das drittplatzierte Solothurn in der 1. Liga endlich wieder um Punkte kämpfen. Beide Teams waren bereit und sprühten vor Angriffslust.

Schon in der dritten Minute sah Hunziker seinen platzierten Kopfball auf Vorlage Mathys’ von rechts vom Seeländer Hüter Grivot zur ersten Ecke abgelenkt. Eine Minute später verhinderte sein Gegenüber Wagner mit wachem Reflex die Bieler Führung. Nach links hechtend, fälschte er den Flachschuss von Mylord ab.

Es war der fulminante Auftakt zu einem hochstehenden Fight. «Unter dem Strich nehmen wir diesen Punkt gerne. Der gibt uns viel Energie», zeigt sich Solothurns Trainer Jürg Widmer mit der Mannschaftsleistung zufrieden. Beidseits wurden offensiv die Positionen flexibel interpretiert. Dabei konnten sich die Bieler ein Übergewicht erarbeiten. Sie erwiesen sich als abschlussfreudiger. Wagner konnte sein Team mit Paraden in der 15., 25. und 27. Minute im Spiel halten.

Durch diese Aktionen liessen sich jedoch die Ambassadoren nicht beeindrucken. Mathys holte in der 28. Minute auf einen Konter den zweiten Eckball heraus. Vier Minuten später kam es besser. Mast stiess links vor und bediente den in den Strafraum einlaufenden Mzee. Dieser blieb am Gegenspieler hängen, der Ball spritzte nach links ab. Dort stand Chatton, der seinen Skorerinstinkt bewies und den FCS in Führung brachte.

Der FC Biel reagierte heftig und kehrte das Resultat innert drei Minuten. Nach einem Foul von Sebastian Gerspacher an Mylord, 30 Meter vor dem Tor, gelang Mourelle nach einer Finte des Ex-Solothurners Fleury – er sprang ablenkend über den Ball – in der 40. Minute mit seinem Freistoss der Ausgleich. Der Ball landete zuerst an der Unterkante der Querlatte, Wagner war leicht dran, bevor er vom rechten Innenpfosten über die Linie sprang.

Diesen Auftrieb nützten die Platzherren. Wagner liess den Schuss von Ferreira abprallen und Garcia brauchte nur noch zum 2:1 abzustauben (43.). «Wir hatten zu viele kleine Ballverluste und waren defensiv zu unpräzis, was zu diesen beiden Gegentoren führte», analysierte Widmer.

Solothurn übersteht heikle Phase nach der Pause

Nach dem Seitenwechsel setzte der FC Biel zu einem offensiven Furioso an. Die Gastgeber wollten früh das matchentscheidende dritte Tor erzielen. Dieser Dominanz stellten sich die Solothurner erfolgreich entgegen. Sie hielten dem Druck stand. Die Berner kamen nur selten zu wirklich zwingenden Chancen. Sie mussten es mit Distanzschüssen versuchen. «In der zweiten Halbzeit hatten wir Mühe, ins Spiel zu kommen», sagte der FCS-Trainer.

In den heiklen Phasen liessen sich die Solothurner nicht in eine negative Hektik treiben. Sie blieben ruhig, überlegt und setzten auf Konter. So holte Mathys einen vierten Corner heraus (67.). Der Fünfte, in der 73. Minute, führte zum Ausgleich: Nach dessen Ausführung kam im halblinken Raum bei seinem Solothurner Einstand Huser an den Ball. In der Mitte entzog sich der aufgerückte Linksverteidiger Philippe Gerspacher einer gegnerischen Bewachung und glich zum Endstand aus.

Die Einheimischen bauten zunehmend ab. Sie wirkten ausgelaugt und büssten für ihren rigorosen Einsatz. Anders ihre Kontrahenten. Der FCS hielt sein Level. Die Auswechslungen führten zu keinem Leistungsabfall. Vielmehr zeigten sie die Breite des Kaders auf. «Die Mannschaft zeigte sich solidarisch, dazu kommen die Erfahrung, die Dynamik der Jungen, die grosse Laufarbeit insbesondere der Gerspacher-Zwillinge und dass das Team nicht auseinandergefallen ist», betonte Jürg Widmer.