Fussball 2. Liga
Für Lukas Bobst ist die Captainbinde ist das beste Medikament

Verteidiger Lukas Bobst will mit dem Aufsteiger Niederbipp in der Rückrunde den Platz im gesicherten Mittelfeld der 2. Liga halten.

Tobias Schalk
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Der FC Niederbipp will in der Rückrunde den Platz im gesicherten Mittelfeld der 2. Liga halten.

Der FC Niederbipp will in der Rückrunde den Platz im gesicherten Mittelfeld der 2. Liga halten.

Remo Fröhlicher

Serie zum Rückrundenstart in der 2. Liga: FC Niederbipp mit Captain Lukas Bobst (Teil 6)

Kader FC Niederbipp
Trainer: Joetex Frimpong
Assistent: Engin Capan

Tor: Peter Plemenic, Sascha von Arx.
Abwehr: Dino Cordari, Lukas Bobst (C), Nando Krenger, Tiago André Novo Ferreira, Joao Pedro Sousa Ribeiro, Cesar Filipe Lemos Lopez, Laurin Zimmerli.
Mittelfeld: Manuel Alves Pereira Fernando, Nicolas Born, Engin Capan, Mustafa Capan, Sven Kessler, Damir Lulic, Niroj Poopalasingam, Misin Shala, Mingiedi Kiala.
Angriff: Muhamed Trumic, Lukas Hügi, Shkumbim Qallakaj.

Zuzüge: Trumic (FC Solothurn), Zimmerli (2. Mannschaft).
Abgänge: Ferhat Capan (FC Grenchen), Bryan Pellegrinell (FC Lotzwil/Madiswil), Alican Selen, Afrim Redzepi, Mario Bucciolini (alle 2. Mannschaft).

«Im Grossen und Ganzen bin ich zufrieden», blickt Niederbipps Captain Lukas Bobst auf die erste Saisonhälfte zurück. Obwohl es einige Niederlagen abgesetzt hatte, punktete der Liganeuling regelmässig und führt so bei Halbzeit die zweite Tabellenhälfte mit zwölf Zählern an. Einige Male habe sich zwar die fehlende Routine bemerkbar gemacht, meint Bobst und präzisiert, dass man insbesondere in Trimbach, wo man in der Nachspielzeit den Ausgleich zum 3:3 kassierte, als Sieger vom Platz hätte gehen müssen. «Insgesamt haben wir uns als Aufsteiger gut geschlagen», bilanziert Bobst.

Abgang des Topskorers

So blickt der 25-Jährige dem Rückrundenstart und dem Unterfangen Ligaerhalt zuversichtlich entgegen. Dies obschon die Niederbipper in der Winterpause eine bittere Pille schlucken mussten: Mit Stürmer Ferhat Capan wechselte der letztjährige Drittliga-Topskorer und aktuell beste FCN-Torschütze zum Ligakonkurrenten Grenchen. «Klar, sein Abgang schmerzt. Er war so was wie ein Torgarant für uns», erklärt Bobst. Die Zahlen verdeutlichen dies: Capan zeichnet für sieben der insgesamt 17 FCN-Treffer in der Hinserie verantwortlich. Entsprechend gross ist die Lücke, die er hinterlässt. Mit dem ehemaligen Junior Muhamed Trumic (20), der aus Solothurn zurückgekehrt, wurde ein Kandidat gefunden, der in Capans Fussstapfen steigen könnte.

Duell der Captains: Zuchwils Kara Semsi Kamer behält die Oberhand vor dem Bipper Lukas Bobst.

Duell der Captains: Zuchwils Kara Semsi Kamer behält die Oberhand vor dem Bipper Lukas Bobst.

Hans Peter Schläfli

Zur Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte weilte der FC Niederbipp jüngst während einer Woche in Ayia Napa auf Zypern. Gemeinhin eher für Bade- und Partyferien bekannt, fanden die Bipper, laut Bobst, beste Bedingungen und eine tolle Infrastruktur vor. Neben zahlreichen Trainings und einem Testspiel gegen den Zweitligisten Bad Ragaz (1:2-Niederlage) fand naturgemäss auch allerlei Geselliges Platz. «Wir haben nicht nur sportlich Fortschritte erzielt, sondern sind auch als Mannschaft nochmals enger zusammengerückt», zieht Bobst ein überaus positives Resümee über die vergangenen Tage.

Zwei Kreuzbandrisse

Dass Bobst, der neben seiner Betätigung als Spieler auf dem Rasen auch im Vorstand des Klubs aktiv ist, eine tragende Rolle im Fanionteam des FCN ausführt, ist nicht eben selbstverständlich. Gleich zweimal erlitt der Verteidiger dieselbe schwere Verletzung. Im Frühjahr 2014 lautete die Diagnose zum ersten Mal Kreuzbandriss im linken Knie. In der Folge musste er sich mit Operation und Rehabilitation ein Dreivierteljahr gedulden bis zur Rückkehr auf den Rasen.

Lukas Bobst, Captain FC Niederbipp «Ich habe mir nie gross Sorgen gemacht, dass es nicht wieder gut kommen würde. Das ist mein Naturell.»

Lukas Bobst, Captain FC Niederbipp «Ich habe mir nie gross Sorgen gemacht, dass es nicht wieder gut kommen würde. Das ist mein Naturell.»

Zur Verfügung gestellt

Für ein Jahr ging alles gut, bis ihn die Verletzungshexe zum Ende der Saison 14/15 abermals heimsuchte. Nun gönnte er sich eine längere Pause und setzte für eine gesamte Spielzeit aus bis zum Comeback. «Ich habe mir nie gross Sorgen gemacht, dass es nicht wieder gut kommen würde. Das ist mein Naturell», meint der Servicetechniker für Multifunktionsdrucker auf entsprechende Nachfrage. Auch das Aufhören sei kein Thema gewesen. Zu gross sei die Leidenschaft für den Fussball und speziell den FC Niederbipp.

Eine grosse Geste kam ihm während der zweiten Verletzungspause zuteil: Trotz schwerwiegender Verletzung übertrug ihm das Team das Captainamt, das er von Dino Cordari erben konnte. «Das war ein grosses Zeichen der Wertschätzung und eine spezielle Motivation», zeigt sich Bobst beinahe gerührt. Nachdem er in einer ersten Phase als Assistenzcaptain amtete und das Team so gut als möglich neben dem Rasen unterstützte, übernahm er mit seinem Comeback auch die Binde im Spiel. So steigen die Bipper mit Lukas Bobst als Captain in die Rückrunde, der mit der Hoffnung auf gute Gesundheit das Ziel des Ligaerhalts verbindet.