NLB-Eishockey
Für Langenthals Luca Triulzi beginnt die Doppelmission

Für den SC Langenthal beginnen die Playoffs erstmals seit fünf Jahren mit einem Auswärtsspiel. Um weiterzukommen, müssen die Langenthaler gegen La Chaux-de-Fonds mindestens ein Auswärtsspiel gewinnen.

Leroy Ryser
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Der Langenthaler Luca Triulzi will sich in den Playoffs steigern.

Der Langenthaler Luca Triulzi will sich in den Playoffs steigern.

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Für Luca Triulzi startet am Freitag eine Doppelmission. Der 32-Jährige Stürmer des SC Langenthal hat im letzten Jahr mit dem EHC Visp den Titel geholt und will diesen nun mit den Oberaargauern verteidigen. Wie der SC Langenthal selbst hat auch er einiges wiedergutzumachen, denn seine Saison war, ähnlich wie jene des kompletten Teams, bisher kein Augenschmaus. Triulzi sagt sogar: «Ich habe mich enttäuscht.»

Er hätte vor der Saison andere Erwartungen an sich gehabt. Mehr Punkte, bessere Spiele. Das wolle er nun unbedingt zeigen. «Ich will mir aber nicht zu viel Druck machen, sonst klappt plötzlich gar nichts mehr», sagt Triulzi. Es sei ihm wichtig, alles zu geben, zu versuchen, alles herauszuholen. Denn letztlich brauche es in einem Team jeden einzelnen Spieler, um ein Ziel zu erreichen. Und dieses lautet für den Halb-Italiener: «Ich will den Titel verteidigen.»

Er weiss, wie es geht

In Visp hat Luca Triulzi den NLB-Meistertitel zweimal gewonnen. Er dürfte also wissen, wie es geht. Erstaunlicherweise überzeugten die Visper in beiden Spielzeiten lange nicht, in denen sie ganz am Schluss als Sieger hervorgingen. Einmal waren sie in der Qualifikation auf dem sechsten, einmal auf dem fünften Rang klassiert, ehe sie in den Playoffs brillierten. Dass im SCL-Umfeld zuletzt die Unzufriedenheit grassierte, scheint deshalb auch nicht weiter schlimm. «In Visp hat es jeweils Klick gemacht», erklärt Luca Triulzi, «das muss in Langenthal auch passieren. Dann ist alles möglich.»

Als Underdog in die Viertelfinals

Damit die bisher schwache Saison versöhnlich oder sogar vortrefflich abgeschlossen werden kann, braucht es zuerst eine gute Leistung gegen La Chaux-de-Fonds. Und um weiterzukommen, müssen die Langenthaler mindestens ein Auswärtsspiel gewinnen. «Am einfachsten ist es meist im ersten Spiel», weiss Luca Triulzi. Für diese Partie dürfte der SCL denn auch gerüstet sein. Der HCC ziehe ein sehr schnelles Spiel auf, da müsse man mithalten. Aber auch der SCL habe seine Vorteile. «Wir haben einen guten Teamcharakter, haben viele Spieler mit Titel-Erfahrung, eine starke erste Linie und sind auf der Torhüterposition besser besetzt als unser Gegner», hebt Triulzi die Pluspunkte der Oberaargauer hervor.

Trotzdem wird der HCC der Favorit und der SCL der Underdog sein. Ein Weiterkommen ist nicht zu erwarten und so dürfte auch der alljährliche Playoff-Bart eher kurz ausfallen. Triulzi selbst wird ihn dennoch mit Hoffnung wachsen lassen. «Dann habe ich eine Ausrede, dass ich mich nicht rasieren muss», witzelt der Familienvater. Seine Frau störe das nicht, denn es sei ja zeitlich begrenzt und ausserdem habe er «keinen übermässigen Bartwuchs».