Triathlon
Für die Triathletin Daniela Ryf sind High Heels eher kein Thema

Nachdem sie in ihrer Gemeinde Feldbrunnen geehrt wurde, gehört Daniela Ryf auch zu den Anwärterinnen auf den Titel Sportlerin des Jahres. Dank des erfolgreichen Jahres 2014 hat sich aber für sie nicht nur diese Tür geöffnet.

Michael Schenk
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Entspannt nach Zürich: Daniela Ryf krönt ihr Sportjahr mit der Teilnahme an den Sport Awards.

Entspannt nach Zürich: Daniela Ryf krönt ihr Sportjahr mit der Teilnahme an den Sport Awards.

Schurgers/Red Bull Content Pool

Nein, gnadenlos vollgepfropft mit schillernden High Heels ist die Wohnung von Triathlon-Ass Daniela Ryf nicht wirklich. «Eigentlich trage ich fast nie hohe Absätze», sagt sie. In dem Sinn stellt die Wahl der Schuhe anlässlich der am Sonntag stattfindenden Schweizer Sportlerehrung durchaus eine Herausforderung für die Überfliegerin dieser Saison dar.

Fashionable Kleider, das mag die Lebensmittel-Technologie-Studentin natürlich. «Das war auch etwas, das ich mir nach Hawaii gegönnt habe – eine ausgiebige Shopping-Tour mit einer Freundin», erzählt Daniela Ryf. Sie freue sich auf den Event in Zürich, die gediegene Ambiance und das feine Essen. Ansonsten aber geniesst die zweifache Saisonsiegerin auf der Ironman-Strecke, die erst heuer auf der Langstrecke debütierte und in Hawaii famose Zweite wurde, derzeit das Zuhausesein.

Das Ryf’sche «chillen»

Daheim in der vertrauten Umgebung und um vertraute Menschen. «Sportlich nehme ich es momentan etwas lockerer. Es tut gut, wieder Mal etwas meinen Kopf zu forcieren», sagt die Solothurnerin. Das Studium, das sie lehre, etwas zu erschaffen und zu entwickeln, mache ihr Freude.

Wer nun allerdings meint, die Topathletin lasse Velo, Laufschuhe und Badeanzug aktuell im Keller verstauben, weil sie von «locker» spricht, irrt gewaltig. «Ich bin jeden Tag zwei bis drei Stunden unterwegs», sagt Ryf. «So habe ich immerhin noch 21 Stunden pro Tag, an denen ich etwas anderes machen kann.» Super – andere würden nach drei Stunden Strampeln im Ryf-Tempo oder Laufen 21 Stunden im Sauerstoffzelt die Beine hochlagern – aber «locker» ist eben ein ziemlich dehnbarer Begriff.

Erfolg macht sich bezahlt

Was die anstehende Wahl der Sportlerin des Jahres anlässlich der Credit Swiss Awards angeht, sagt Ryf: «Es freut mich sehr. Dass mit mir und Nicola Spirig gleich zwei Triathletinnen nominiert sind – das ist super für unseren Sport.» Siegchancen räumt sie sich indes keine allzu grossen ein: «In der Skination Schweiz mit Olympiasiegerin Dominique Gisin zu konkurrieren – das wird sehr schwer ...».

Aber wer weiss – schliesslich ist es ja eine Publikumswahl. Wenn es diesmal freilich noch nicht klappen sollte, geht für Ryf auch keine Welt unter. «Nein, dann komme ich eben nächstes Jahr wieder – wenn ich auf Hawaii gewonnen habe», sagt sie. Nichts anderes ist schliesslich ihr Ziel. Und es sieht gut aus. Die Glanzsaison 2014 optimiert ihr Leben als TeilzeitProfi. «Es war recht angenehm, mit den Sponsoren zu verhandeln», sagt Ryf. Auf jeden Fall brauche sie sich keine Sorgen zu machen, dass sie ihren Coach, den Australier Brett Sutton, nicht zahlen oder nur an den Wettkämpfen starten könnte, die ihr Budget zulässt. «Es geht mir gut.»

Nichtstun ist nicht das Ding von Ryf – war es noch nie. Für sie, die schon mit drei Jahren stundenlange Bergtouren mitgemacht hat und mit zweieinhalb begann, Ski zu fahren. Darum sind «Beach-Rumhänge-Ferien» – vor der neuen Saison – für sie auch jetzt kein Thema.

Festtage = Schokoladenzeit

Je nachdem, wie sich Daniela Ryf entscheidet, steht der erste Wettkampf schon im Februar oder dann erst im Mai/Juni an. Früher, wenn sie an der hoch dotierten Triple-Crown-Serie mitmacht, später, wenn sie den Fokus voll und ganz auf Hawaii legt. Auf jeden Fall aber wird sie während der kommenden Festtage auf Schokolade setzen, das hat ja auch was Entspannendens und Glückseeligmachendes in sich ...