FC Biel
Für den FC Biel war der Cup sowohl Fluch als auch und Segen

Gegen Leader Lausanne beschliesst der FC Biel heute eine durchzogene Saison in der Challenge League. Mit einem Punktegewinn gegen die Waadtländer kann er seinen als Saisonziel fixierten Rang in der ersten Ranglistenhälfte noch erreichen.

Peter Renatus
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Keystone

Gegen Leader Lausanne beschliesst der FC Biel heute eine durchzogene Saison in der Challenge League. Mit einem Punktegewinn gegen die Waadtländer, welche ihrerseits mit einem Remis als Direktaufsteiger in die Super League feststehen würden, kann er seinen als Saisonziel fixierten Rang in der ersten Ranglistenhälfte noch erreichen.

Aber auch der momentane neunte Platz wäre angesichts des drittkleinsten Budgets der Liga immer noch als Erfolg zu werten. Für Furore sorgten die Seeländer in erster Linie im Cup mit den sensationellen Siegen über die jeweiligen Super-League-Leader Luzern und Basel sowie dem ehrenvollen Ausscheiden nach fulminantem Widerstand im Halbfinal in Sion.

Diese Erfolge sorgten nebst dem Transfer von Goalgetter Loïc Chatton zu Sion auch dafür, dass das Budget für das Kalenderjahr 2011 überhaupt auf die Beine gestellt und das Lizenzgesuch für eine weitere CL-Saison gestellt werden konnte. Ohne die rund 400 000 Franken, welche der Cup und der Chatton-Transfer einbrachten, wäre eine Weiterexistenz in der zweithöchsten Spielklasse infrage gestellt gewesen.

Cupsiege statt Punkte

Anderseits wirkte sich die Konzentration auf den Cup negativ auf den Meisterschaftsbetrieb aus. Als sich männiglich zwischen Februar und Mai auf die Cupspiele fokussierte, resultierten aus zwölf Partien nur elf Punkte, was zu einem Nachlassen des Zuschauerinteresses in der Meisterschaft führte. Mit durchschnittlich nur 743 Kiebitzen figuriert der FC Biel in der Ligastatistik an zweitletzter Stelle. Auch diese fehlenden Einnahmen sind mitverantwortlich dafür, dass die Seeländer mit knapp 0,8 Millionen Franken über ein nur halb so grosses Lohnbudget wie die Konkurrenz in der ChL verfügen.

Umso positiver sind die erzielten kollektiven und individuellen Fortschritte zu werten. «Vor allem im Offensivspiel haben wir uns weiterentwickelt, erzielten wir doch mit oft attraktivem Offensivfussball am drittmeisten Tore der Liga», stellt Sportchef Arturo Albanese fest. «Zudem haben sich Eigengewächse wie Pietro Di Nardo oder Labinot Sheholli zu Leistungsträgern entwickelt, und mit Franck Etoundi haben wir zum fünften Mal in drei Jahren nach Maliqi, Madou, Morello und Chatton den Verlust eines Goalgetters vollwertig kompensieren können.» Da auch der Kameruner für nächste Saison aus finanziellen Gründen kaum zu halten sein wird, muss die Rückkehr von Giuseppe Morello denselben Zweck erfüllen.