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Funkstille im Kleinholz - Olten unterliegt den GCK Lions und fragt sich wohl selbst: Wie weiter?

Nach der gestrigen Niederlage gegen Ajoie verliert der EHC Olten schon wieder. Die Dreitannenstädter unterliegen im heimischen Kleinholz auch den GCK Lions mit 0:2.

Yann Schlegel (Text) und Tobias Schalk (Liveticker)
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EHC Olten - GCK Lions 03.02.18
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Sind seine Tage gezählt? EHCO-Trainer Bengt-Ake Gustafsson (Olten) zeigt sich nach der neuerlichen 0:2-Niederlage gegen die GCK Lions enttäuscht
Xeno Buesser (GC) gegen Ueli Huber (Olten)
Topscorer Martin Ulmer (Olten) gegen Axel Andersson und Tim Berni (GC)
Lukas Haas (Olten) gegen Alexander Braun (GC)
Alexander Braun (GC) gegen Topscorer Martin Ulmer (Olten)
Lukas Haas (Olten) gegen Patrick Sidler (GC)
Cedric Schneuwly (Olten) gegen Tim Berni (GC)
Jubel bei Patrick Sidler und Topscorer Ryan Hayes (GC) nach dem Tor zum 0:1 Enttaeuschung bei Lukas Haas, Brian Ihnacak, Devin Muller, und Christopher Bagnoud (Olten)
Enttäuschung bei Simon Barbero, Lukas Haas, Torhueter Simon Rytz und Christopher Bagnoud (Olten) nach dem Tor zum 0:1, Jubel bei Patrick Sidler und Topscorer Ryan Hayes (GC)
Jay McClement (Olten) gegen Kaj Suter und Torhueter Niklas Schlegel (GC)

EHC Olten - GCK Lions 03.02.18

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Am Freitagabend sprach Tim Bucher noch überaus deutliche Worte: „Wir waren 22 Einzelkämpfer“. Keine 24 Stunden später herrschte im Kleinholz Funkstille. Es gebe keine Interviews, liess Medienchef Pierre Hagmann verlauten. Aus den Lautsprechern trällerte eine gute halbe Stunde nach Spielschluss ein Stück von Robbie Williams. – Das Kleinholz war in eine Stille verfallen, die trügerisch sein könnte. Bengt-Ake Gustafsson verliess die Garderobe nach einer langen Kabinenrede, bei der auch Verwaltungsratspräsident Marc Thommen anwesend gewesen war. Der schwedische Headcoach blickte allerdings nicht überaus geknickt drein und hatte das Lachen (noch) nicht verloren. War es Galgenhumor?

Was kann dem Klub noch helfen?

Vor elf Tagen bekannte sich der Verwaltungsrat in einem offiziellen Communiqué zum Trainer und zur Mannschaft. Mit Lukas Haas sollte zudem ein B-Lizenz-Spieler neue Impulse setzen. Nun hat der EHC Olten drei Wochen vor dem Playoffstart ein torloses Wochenende hinter sich. Aus den letzten acht Spielen resultierten sechs Niederlagen. Zuletzt arbeiteten die Oltner mit einem Mentaltrainer, liessen nichts unversucht. Und gegen die Junglöwen verzichtete Bengt-Ake Gustafsson auf die jungen Spieler Stephane Heughebaert, Joachim Vodoz und Marc Sahli. Somit standen gegen die GCK Lions nur drei Center für vier Flügelpaare im Aufgebot.

Egal welche Massnahme die Oltner Verantwortlichen in den letzten Wochen ergriffen, fruchten tat kaum eine von ihnen. Längst handelt es sich beim EHCO-Tief um mehr als eine Baisse, wie sie jede Mannschaft einmal durchmacht. Das fragile Mannschaftsgefüge ist ungemein labil geworden und zerbricht, wie die Entwicklungen seit dem Jahreswechsel zeigen, zusehends. „Auch dem Klub ist nicht entgangen, dass sich das Team derzeit im freien Fall befindet“, sagte Medienchef Pierre Hagmann. Der Lauf der Dinge sei bedenklich, doch der vor rund eineinhalb Wochen kommunizierte Zusammenhalt, sei nicht eine reine Worthülse gewesen. Man behalte die Situation im Auge, doch es sei in der Causa Gustafsson am Samstagabend keine Verwaltungsratssitzung anberaumt.

Chronische Negativ-Symptome im Oltner Spiel

Gegen die GCK Lions schlitterten die Oltner in eine Niederlage, die bezeichnender nicht hätte sein können. Die zuletzt aufstrebenden Junglöwen reisten mit einem schmalen Kader nach Olten, konnten im Tor aber auf den starken Niklas Schlegel von den ZSC Lions zählen. Und weil sich beim EHCO zum wiederholten Mal die zuletzt chronischen Negativ-Symptome kumulierten, resultierte letztlich die bittere Niederlage. Trotz spielerischer Überlegenheit konnten die Oltner vor Heimpublikum viel zu wenig Abschlüsse auf den gegnerischen Kasten verzeichnen. Die Junglöwen gingen derweil mit einer ihrer ersten Möglichkeiten überhaupt in Führung, als Marco Miranda einen Schuss des auffälligen Ryan Hayes ablenkte.

Von dieser 14. Minute an rackerten die Oltner unermüdlich und suchten krampfhaft den Ausgleich. Die periodisch aufflackernden Druckwellen blieben allesamt ohne Ertrag, wobei immer wieder Fehlpässe und Missgeschicke dem Angriffsspiel den Schwung aus dem Segel nahmen. Als in der 36. Minute der Puck in Niklas Schlegels Tor lag, aberkannten die Schiedsrichter den Treffer wohl zu Unrecht.

Offensichtlich war die immense Verunsicherung im abermals überaus enttäuschenden Überzahlspiel. Besser machten es die GCK Lions: Sie nutzten das fünfte Powerplay – auch diesmal durch einen Ablenker – zur vorzeitigen Siegsicherung. Denn von diesem Schlag erholte sich der EHCO in den verbleibenden rund zehn Spielminuten nicht mehr. Die Mannschaft schien sich aufgegeben zu haben. Mittlerweile hat jeder einzelne Spieler das Selbstvertrauen verloren. Olten rutscht auf den vierten Rang ab - das Heimrecht ist mehr als nur in Gefahr. Wohl auch die Verantwortlichen fragen sich in diesen Stunden: Wie weiter?

Olten - GCK Lions 0:2 (0:1, 0:0, 0:1)

2462 Zuschauer. – SR Weber/Gremion (SUI/FRA), Barcelo/Pitton (FRA/SUI). - Tore: 14. Miranda (Hayes) 0:1. 50. Lazarevs (Geiger, Büsser/Ausschluss Schirjajew) 0:2. – Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen Olten, 7-mal 2 Minuten gegen GCK Lions.

Olten: Rytz; Zanatta, Grieder; Bucher, Lüthi; Bagnoud, Barbero; Fröhlicher; Schneuwly, McClement, Aeschlimann; Schirjajew, Mäder, Ulmer; Muller, Ihnacak, Haas; Wyss, Huber.

GCK: Schlegel; Luchsinger, Geiger; Sidler, Büsser; T. Berni, Braun; Peter; Miranda, Suter, Hayes; Puide, Lazarevs, F. Berni, Brüschweiler, Rossi, Wettstein; Andersson.

Bemerkungen: Olten ohne Rouiller, Hirt, Horansky, Truttmann (alle verletzt), Duarte, Vesce, Matter (Saisonende) sowie Vodoz, Heughebaert und Sahli (alle überzählig). 36. Tor von Mäder aberkannt. 36. Timeout GCK. 39. Pfostenschuss Hayes.

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