2. Liga
Fulenbach verpasst den Sieg – wegen einem Militäreinsatz

Fulenbach und Härkingen trennen sich in der regionalen Zweitliga 2:2 Unentschieden. Beide Mannschaften können mit diesem gewonnenen Punkt den Anschluss an die Tabellenspitze halten.

Hans Peter Schläfli
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Fulenbachs Yves Ehrenbolger (l.) bezwingt Härkingens Goalie Christian Brönnimann.

Fulenbachs Yves Ehrenbolger (l.) bezwingt Härkingens Goalie Christian Brönnimann.

Hans Peter Schläfli

Hätte Luan Spielmann am Sonntagmorgen nicht noch die Militärschuhe an den Füssen gehabt, dann hätte Fulenbach das Derby gegen Härkingen wohl gewonnen. So zogen ihn jedenfalls nach dem Match seine Kollegen auf, weil er in der Schlussphase zwei Riesenchancen aus kürzester Distanz versiebt hatte, die er in Normalform sicher reingemacht hätte.

«Ich mache ihm keinen Vorwurf, es ist wirklich schwierig, wenn man im Militär ist und nicht trainieren kann», sagte am Ende SCF-Trainer Martin Hert. Ja er ging sogar noch weiter. «Nach dem 2:1 hätte ich sofort Simon Affentranger in die Verteidigung zurückbeordern müssen, dann hätten wir den Ausgleich nicht mehr kassiert.» Hert nahm also die Schuld am verpassten Sieg auf sich.

Aber alles der Reihe nach. Ein erstes Raunen ging in der 12. Minute durch die Zuschauerreihen, als nach einem Fehler von Goalie Christian Brönnimann der Ball vor die Füsse von Nico Gradwohl fiel. Der spitzelte zu Yves Ehrenbolger, der neben das leere Tor schoss. Wenig später machte es die Fulenbacher Nummer 9 aber besser, indem er nach einer Flanke von rechts aus fast derselben Position das 1:0 schoss.

An die Wand gespielt

Im Nachbarschaftsderby, bei dem es um den zweiten Zwischenrang ging, hatten die Zuschauer, die es sich auf dem Freisitz des schönen Fulenbacher Klubhauses gemütlich gemacht hatten, die richtige Taktik gewählt. In der ersten Halbzeit griff nämlich pausenlos Fulenbach unter ihren Augen an. Doch das änderte sich in der zweiten Hälfte, als Härkingen klar dominierte. Wer sich beim anderen Tor installiert hatte, brauchte also gute Augen, um das Derby verfolgen zu können.

Härkingen war mit dem knappen 0:1-Pausenrückstand gut bedient. FCH-Trainer Bruno Büttiker selbstkritisch: «Ich wollte etwas defensiver spielen lassen als sonst, aber dann liessen wir uns von Fulenbach richtiggehend an die Wand spielen. Ich kann froh sein, dass wir zur Pause nicht entscheidend im Rückstand lagen.»

Härkingen nach der Pause stärker

Doch Büttiker reagierte und liess nach dem Seitenwechsel offensiver spielen. Plötzlich dominierte Härkingen klar. Nach einer Freistossflanke von rechts war es tatsächlich der eingewechselte Jan Büttiker, der den Ball über die Linie zum 1:1 befördern konnte. Und der FCH machte weiter Druck, bis sich ab einer Viertelstunde vor Schluss die Fulenbacher wieder mit gefährlichen Kontern zu melden begannen, als Trainer Hert den zunächst als Verteidiger aufgestellten Simon Affentranger als Stürmer laufen liess.

Nach einem schönen Angriff über links war tatsächlich der Topskorer in der Mitte für die 2:1-Führung besorgt. Doch die Freude währte nur kurz, denn Jan Büttiker glich für Härkingen gleich mit dem nächsten Angriff wieder aus. Am Ende war das 2:2 durchaus gerecht. «Wir hatten aber etwas Glück, dass Fulenbach seine guten Chancen am Schluss nicht nutzte», analysierte Bruno Büttiker am Ende korrekt. Schuld am Chancentod hatten eben die bereits genannten Militärschuhe.