Faustball

«Für uns ist dieser zweite Platz mega»: Faustball Neuendorf überzeugt am Final4-Turnier in Jona

Die Neuendörferinnen feiern den 3:2-Sieg gegen Kreuzlingen und den Einzug in den Final der NLA.

Am Final4-Turnier in Jona begeistern die beiden NLA-Teams von Faustball Neuendorf. Die Frauen holen Silber, die Männer sichern sich die Bronzemedaille. Somit wird die sechzehnjährige Durststrecke eindrücklich beendet.

Vor sechzehn Jahren hatten die Neuendörfer Faustballer zum letzten Mal eine Medaille gewonnen. Bronze gab es damals. Es war zu jener Zeit, als Marc Flück und einige seiner heutigen Teamkollegen gerade mit dem Faustballspielen begannen. Und am Sonntag konnte genau diese Gruppe um Marc Flück, der mittlerweile Präsident des Vereins ist, wieder eine Bronzemedaille gewinnen.

«Die Genugtuung ist riesig. Es zeigt, dass wir über die letzten Jahre gute Arbeit geleistet haben. Dass wir gemeinsam wieder eine Bronzemedaille gewinnen konnten, ist für unseren Verein genial», freute sich Flück direkt nach dem 4:1-Sieg im Bronzespiel gegen Rickenbach-Wilen.

Flück selber kam in dieser Partie nicht zum Einsatz, feuerte seine Teamkollegen jedoch lautstark von der Seitenlinie aus an. Auf dem Feld sorgten andere für die Musik. Und das taten sie auf beeindruckende Art und Weise. Bereits im Halbfinale konnten sie Vize-Meister Widnau an den Rand einer Niederlage bringen, brachten die zwischenzeitliche 3:1-Satzführung jedoch nicht über die Zeit. Für ihre starke Saison belohnte sich die Mannschaft von Trainer Daniel Pfluger dann aber mit dem diskussionslosen 4:1-Erfolg gegen Rickenbach-Wilen im Bronzespiel. Insbesondere die Abwehr zeigte bei den nassen Verhältnissen eine starke Leistung.

Der Drei-Jahres-Plan ist perfekt aufgegangen

Als Daniel Pfluger die Mannschaft vor drei Jahren übernommen hat, tat er dies mit einem Drei-Jahres-Plan. Und dieser sah wie folgt aus: Im ersten Jahr den Aufstieg in die Nationalliga A schaffen, im zweiten Jahr den Ligaerhalt bewerkstelligen und im dritten Jahr am Final4-Turnier teilnehmen. Dieser Plan ist perfekt aufgegangen.

Insbesondere im letzten Jahr haben die Neuendörfer einen grossen Sprung gemacht. Kevin Hagen, der ebenfalls vor drei Jahren zum Team gestossen ist, fasst die Entwicklung wie folgt zusammen: «Daniel Pfluger bringt als Trainer die nötigen Inputs, in der Mitte haben wir mit Kevin Nützi einen sehr erfahrenen Spieler und mit Dominik Rhyn einen sehr talentierten Angreifer, dem ich mit meiner Erfahrung als zweiter Angreifer die nötige Sicherheit geben kann. Das ist die Basis für unseren Erfolg.»

Und wenn es nach Kevin Hagen geht, war die Bronzemedaille erst der Anfang. «Wenn wir unsere Konstanz noch verbessern, kaltblütiger werden und im Angriff taktisch etwas cleverer spielen, dann gehören wir in den nächsten Jahren zu den Spitzenteams.»

Dank spektakulärer Wende in den Final vorgestossen

Zu den Spitzenteams gehören auch die Frauen des FB Neuendorf. In den letzten Jahren haben sie wiederholt an die Tür der Top 4 geklopft, sind jedoch mehrmals ganz knapp gescheitert. In diesem Jahr gelang den Neuendörferinnen der nächste Schritt. Als Dritte in der Qualifikation konnten sie sich erstmals fürs Final4-Turnier qualifizieren und trafen dort im Halbfinal auf Kreuzlingen.

In diesem Halbfinale gerieten sie jedoch arg in Rücklage. 0:2 nach Sätzen sowie 1:5 nach Punkten lagen sie zurück. Doch mit dem Rücken zur Wand rappelten sie sich noch einmal auf und leiteten ein grossartiges Comeback ein. Im fünften Satz konnten sie den vierten Matchball zum viel umjubelten Finaleinzug verwerten.

«Wir holten gegen Kreuzlingen in dieser Saison schon einmal einen 0:2-Rückstand auf. Wir haben daher immer daran geglaubt, und als wir den dritten Satz gewinnen konnten, waren wir richtig im Hoch», so Seraina Schenker. «Zwar mussten wir am Ende nochmals richtig zittern, denn für alle ausser Andrea Gerber war es das erste Final4-Turnier. Daher waren wir schon sehr nervös.»

Ein perfektes Wochenende für den ganzen Verein

Im Final trafen die Neuendörferinnen auf die grossen Favoritinnen aus Jona, die auf heimischem Terrain ihren siebten Titel anstrebten. Im ersten Satz spielten die Aussenseiterinnen jedoch frech auf und lagen trotz anfänglichem Rückstand plötzlich mit 10:8 vorne. Doch sie konnten die Satzbälle nicht verwerten und verloren den ersten Satz mit 10:12. Damit kam der Joner Express ins Rollen und liess sich nicht mehr aufhalten.

«Wir haben gekämpft und alles gegeben, aber sie waren zu gut», musste Seraina Schenker anerkennen. «Wir haben aber ganz klar Silber gewonnen und nicht Gold verloren. Für uns ist dieser zweite Platz mega.» Oder wie es Präsident Marc Flück zusammenfasst: «Dieses Wochenende war perfekt für unseren Verein.»

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