Nach dem, mehr oder weniger freiwilligen, Abstieg dominieren die Zuchwiler die tiefste Spielklasse bis jetzt nach Belieben. Weil der Verband in der 1. Liga die Gruppe Zentralschweiz aufgelöst hat, wollte Zuchwil-Regio-Präsident Walter Ulrich das Fanionteam eigentlich heuer in der 2. Liga auflaufen lassen (wir berichteten). Dies verhinderte der Verband. Denn ein freiwilliger Rückzug aus der 1. Liga bringt automatisch den Neuanfang in der untersten Spielklasse mit sich.

In dieser sind mittlerweile vier Runden absolviert. Zuchwil Regio hat als einziger Klub das Punktemaximum auf dem Konto. 51 Tore erzielte das Team von Trainer Bruno Hebeisen, das sind im Schnitt fast 13 pro Partie. 32 Treffer resultierten bei nummerischem Gleichstand, 12 im Powerplay und sieben in Unterzahl. Erst ein Gegentor kassierte «Zuchu» in vier Spielen. Dieses war übrigens ein Shorthander. Bester Skorer beim EHCZR ist aktuell Marco Dick mit, dem in den vier Spielen neun Tore und zehn Assists gelangen. Marco Kummer auf Platz zwei kommt bislang auf acht Treffer und zehn Assists.

Unerwartet deutlich

Diese Dominanz hatte Zuchwils Präsident Walter Ulrich im Vorfeld der neuen Saison nicht erwartet: «Wir kannten die Liga und die Stärke der Konkurrenz vor dem Start nicht. Und wir haben bis jetzt auch noch nicht gegen alle Gegner gespielt.» Die Resultate haben ihn positiv überrascht: «Wir spielten überlegen, weil wir über eine sehr gute Mannschaft verfügen. Die Spieler zeigen bisher Charakter und wollen das Ziel, den Aufstieg in die 3. Liga, unbedingt erreichen. Im Moment sind wir auf einem guten Weg.»

Walter Ulrich mahnt aber zugleich zur Vorsicht und bringt den Cup-Match vom Mittwoch als Beispiel. In diesem führte der EHC Zuchwil Regio früh mit mehreren Toren Vorsprung, liess den Gegner bis zur Spielhälfte aber wieder auf 4:4 herankommen. Diesen Schlendrian gelte es zu verhindern, sagt Ulrich und fordert: «Wir müssen in jedem Match über die gesamte Spielzeit konzentriert bei der Sache bleiben. Wenn wir überheblich werden, kann so ein Spiel auch mal kippen. Der Mensch neigt zu einer gewissen Trägheit. Da ist der Trainer gefordert. Er muss die Spieler immer wieder pushen.»

Spannung fehlt

Am Ende gewannen die Zuchwiler auch den Cup-Match gegen Münchenbuchsee-Moosseedorf souverän. Mit 9:4, dies wohlgemerkt gegen einen Gegner, der eine Liga höher spielt. «Wir trainieren natürlich auch nicht wie ein normaler Viertligist, sondern bereiten uns schon für die höheren Ligen vor», relativiert Ulrich. Die Kantersiege seien einerseits erfreulich, aber es fehle halt doch teilweise die Spannung an den Matches. «Für die Gegner ist es ein bisschen deprimierend. Aber der Verband wollte es so, jetzt gehen wir diesen Weg.»

Es gab auch schon böse Worte von den Konkurrenten, die vom EHC Zuchwil Regio demontierte wurden. In den Gesprächen mit den Gegnern ist Ulrich bemüht, die Situation des Klubs aufzuzeigen: «Wir können nicht aus Rücksicht oder Mitleid zurückschrauben. Wir spielen für unsere Zukunft, das müssen die Gegner begreifen. Und das machen sie auch.» Das Gefälle in der 4. Liga sei generell riesig. Denn diese bestehe einerseits aus Teams, die eher zum Plausch dabei sind und ein paar wenigen Klubs mit Ambitionen.

Wirds heute mal spannend?

Zur zweiten Kategorie zählt der nächste Gegner. Heute um 17.30 Uhr gastieren die Huttu High Flyers im Sportzentrum Zuchwil. Die Oberaargauer starteten mit drei deutlichen Siegen in die Meisterschaft, zogen zuletzt aber gegen den EHC Brandis mit 2:3 den Kürzeren. «Das könnte mal ein Spiel werden, das Spannung bringt», wägt Präsident Ulrich ab. «Auf dem Papier sind sie gut dran, haben aber auch schon verloren. Wenn es normal läuft, bei uns nicht viele Spieler fehlen und wenn wir nicht leichtsinnig werden, gewinnen wir auch dieses Spiel klar.» Wenn immer möglich, operiert der letztjährige Erstligist mit vier kompletten Linien. Die Gegner verfügen nicht über eine solche Breite im Kader. «Meistens können sie im ersten Drittel noch mit uns mithalten, dann kommt langsam die Müdigkeit», hebt Ulrich diesen Pluspunkt hervor und konstatiert noch einmal: «So wie die Saison bis jetzt läuft, stimmt es für uns. Nächstes Jahr wollen wir in der 3. Liga spielen. Im Cup haben wir gesehen, dass dort schon ein ganz anderes Niveau herrscht.»

Langfristig auf eigenen Füssen

Die freien Ressourcen, welche durch den Rückzug in die 4. Liga entstanden sind, will der Verein in die Nachwuchsabteilung stecken, so wurde es von der Klubleitung kommuniziert. Der Nachwuchs sei auf einem guten Weg, bilanziert Ulrich: «In der Hockey Schule für die ganz Kleinen wird sehr gut gearbeitet. Und auch die anderen Mannschaften sind auf Kurs. Die Resultate stimmen.» Was noch fehlt, seien Mannschaften auf den höchsten Nachwuchsstufen: Novizen und Junioren. «Der Aufbau läuft», sagt Ulrich, «unser Ziel ist, dass wir langfristig auf eigenen Füssen stehen.»