Gleitschirm-Schweizermeisterschaften

Fünfter Titel für Stefan Wyss – Nanda Walliser gewinnt bei den Frauen

Stefan Wyss aus Ringgenberg und Nanda Williser aus Niderbipp haben die Gleitschirm-Schweizermeisterschaften in Disentis für sich entschieden.

Landesmeisterschaften für sich zu entscheiden gehört für den 40-jährigen Piloten Stefan Wyss aus Ringgenberg bei Interlaken schon zur Routine. Nach 2009, 2011 2012 und 2015 hat sich der erfahrene Gleitschirmpilot nun bereits den fünften Titel ergattert. Natürlich, sei dieser Titel nicht mehr ganz so speziell wie es damals der Erste gewesen sei, «die Freude ist aber dennoch riesig».

Auch darum, weil er nun den Wanderpokal behalten kann. Ein Pokal notabene, auf dem grosse Namen des Gleitschirmsports eingraviert sind: Steve Cox, Martin Muller, Alex Hofer, Andy Aebi, Chrigel Maurer – allesamt Weltmeister, Gesamtweltcup- und X-Alps-Gewinner – und nun also sogar fünf Mal Stefan Wyss.

Den alles entscheidenden Vorsprung hat sich der amtierende PWCA-Weltmeister im vierten Lauf am Samstag, der von Disentis bis Schiers führte, erarbeitet. Zusammen mit Chrigel Maurer führte er das Feld an. Zwischen Flims und Chur entschied sich Wyss, eine andere Route zu fliegen als der «Adler von Adelboden».

Lange habe er, beschreibt Wyss den entscheidenden Moment, an seiner Wahl gezweifelt. «Schliesslich ist Chrigel ja nicht irgendjemand», lacht er. Dennoch habe er an seinem Entschied festgehallten und seine Linie durchgezogen. Er bekam recht. Nach gut 80 Kilometern erreichte er mit einem Vorsprung von zwei Minuten das Ziel – seinen grössten Widersachern Michael und Christian Maurer sowie Stephan Morgenthaler nahm er fünf Minuten und mehr ab.

Dank diesem taktisch schlauen Entscheid übernahm er dann auch die Führung im Gesamtklassement. Was er damals noch nicht wusste: Es war auch die Entscheidung um die Meisterschaft, denn die meteorologischen Bedingungen liessen sowohl am Sonntag als auch am Montag keine weiteren Wettkämpfe zu.

Es ist bereits der dritte Wettkampf auf der gleichen Strecke, den Wyss für sich entscheiden konnte. Vor zwei Jahren entschied er die Schweizermeisterschaft ebenfalls zwischen Disentis und Chur zu seinen Gunsten und vor Jahresfrist gewann er einen Lauf des Weltcups ebenfalls mit grossem Vorsprung und arbeitete sich dadurch auf den zweiten Gesamtrang vor.

«Die Strecke scheint mir Glück zu bringen», lacht Wyss. In guter Erinnerung bleibe ihm die SM 2016 in Disentis jedoch nicht nur wegen seines Siegs, sondern auch, wegen des sportlich sehr hochstehenden und taktisch sehr anspruchsvollen Wettkampfs und vor allem «es war ein tolles Fliegerfest!» Organisator Martin Scheel ist erfreut, dass der Anlass in der Surselva immer grössere Unterstützung erfährt.

«Dies nicht zuletzt, weil der Gleitschirmsport für die Region ein kleiner Lichtblick ist und ein Chance darstellt, im Sommertourismus neue Akzente zu setzen.»

Bei den Frauen gelang Nanda Walliser aus Nidebipp ihr Husarenstück im dritten von vier Läufen. Als einzige Frau konnte sie den knapp 100 Kilometer langen Task zu Ende fliegen und nahm ihren Konkurrentinnen somit über 700 Punkte ab. Der Titel war damit in trockenen Tüchern.

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