Frauenfussball
Wie die Derendingerinnen den einen oder anderen Gegner überholen wollen

Die Frauen des SC Derendingen steigen nach der Coronazwangspause wieder in die NLB-Meisterschaft ein – mit Ambitionen. Am Sonntag starten sie gegen Zürich U21 in den Fussball-Frühling.

Hans Peter Schläfli
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Die Derendingerin Jasmin Bosshard ist vor der Baslerin Elisabeth Mayr am Ball.

Die Derendingerin Jasmin Bosshard ist vor der Baslerin Elisabeth Mayr am Ball.

Hans Peter Schläfli / Oltner Tagblatt

«Wir wollen das Startspiel gewinnen und so den Anschluss an das vordere Mittelfeld schaffen», sagt Jasmin Bosshard vor dem Start in den Frühling. Wir sind alle glücklich, dass es wieder losgeht» «Wir sind alle glücklich, dass wir endlich wieder richtig Fussball spielen dürfen», fasst ­Trainer Patrick Anderegg die Gefühlslage seiner Frauen zusammen. Fünf junge Derendin­gerinnen, die zum Kader des U19-Teams bei den Berner Young Boys gehörten, stehen nun wieder ganz in Diensten des SCD. «Das gibt mir als Trainer etwas mehr Auswahlmöglichkeiten», sagt Anderegg.

Die vor der Saison hoch angesetzten Ziele konnten die Derendingerinnen bisher aber noch nicht ganz erfüllen. «Das liegt einerseits daran, dass die Konkurrenz in der NLB deutlich stärker geworden ist, andererseits haben wir nicht immer so gespielt, wie wir uns das vorstellen.» Eine deutliche Steigerung sei möglich. «Wir blicken nach hinten, wir haben uns den fünften Schlussrang als realistisches Ziel für den Rest der Saison gesteckt.»

Die Erwartungen noch nicht ganz erfüllt

Obwohl also der Punktestand nicht ganz den Erwartungen entspricht, sei die Stimmung im Team ausgezeichnet. Das bestätigen sowohl der Trainer als auch die Mittelfeldspielerin Jasmin Bosshard. Sie gehört beim SCD seit fünf Jahren zu den bewährten Kräften. Bosshard organisiert jeweils aus dem Mittelfeld heraus die Defensive und ist eine typische Nummer 6, obwohl sie immer mit der Nummer 21 spielt. Sie fühle sich privilegiert, weil sie nach dem langen ­Shutdown nun wieder richtig Fussball spielen darf. «Es passiert etwas», analysiert Jasmin Bosshard, «wir merken, dass der Frauenfussball in der Schweiz gerade deutlich an Stellenwert gewinnt. Wir ­werden nun gleich behandelt wie die ­Männer in der zweithöchsten Schweizer Liga und das ist wichtig, damit sich der Frauenfussball weiterentwickeln kann.»

Die Weichen scheinen auf Kontinuität gestellt

Auch im Umfeld hat sich beim SC Derendingen etwas getan und mit Maria Lo Giu­dice ist eine weitere Assistenztrainerin zum Team gestossen. «Sie kann sehr gut auf die Bedürfnisse jeder Spielerin eingehen und betreut uns ausgezeichnet», beschreibt Bosshard die Stärke der neuen Frau im Staff. Die Weichen scheinen auf Kontinuität gestellt. «Es macht Spass, die jungen Talente weiterzuentwickeln», sagt Patrick Anderegg – und lässt so durchblicken, dass es ihm bei den Wasserämterinnen weiterhin gefällt.

Das Training haben die Derendingerinnen im Januar zunächst in Fünfergruppen begonnen, dann wurden sie durch Rony Vetter konditionell in Form gebracht. Zuletzt verbrachten sie ein Trainingslager in Wilderswil am Thunersee. «Wir sind bereit», meint Jasmin Bosshard, «die gute Vorbereitung wird für uns ein Vorteil sein und ich bin überzeugt, dass wir in der Tabelle noch den einen oder anderen Gegner überholen können.

Der SCD hat das Potenzial, in den nächsten Jahren in der Nationalliga B wieder ein Spitzenteam zu werden. Wir haben alle noch Luft nach oben und wenn wir zusammenbleiben, ist viel möglich.» Selbst eine Rückkehr in die Nationalliga A kann sie sich in ein paar Jahren vorstellen.