Fussball

Frauen an die Macht des Solothurner Fussballs

Projektleiter Urs Bachmann bringt die besten Fussballerinnen der Region zusammen.

Projektleiter Urs Bachmann bringt die besten Fussballerinnen der Region zusammen.

Der SSC Derendingen übernimmt vom Kantonalverband die U16 und U18 und wird damit zur Frauenfussball-Grossmacht. Die vereinten Fussballerinnen werden ab nächster Saison als «Team Solothurn» auftreten.

«Es ist eine Win-win-Situation», sagt Claudio Taddei, Sportlicher Leiter des Solothurnischen Fussballverbandes (SOFV). «Es passt einfach alles.» Ja, was ist es denn, das hier so passt? Auf die Saison 2012/13 hatte der SOFV die organisatorische Leitung des U16- und U18-Teams des pleitegegangenen Frauenfussballclubs Zuchwil übernommen. Schlicht, weil keiner mehr da war, der dies sonst getan hätte und die jungen Kickerinnen im Schilf gestanden wären.

Ein Dauerzustand sollte dies aber nie werden. Dank dem Höhenflug des SC Derendingen – die NLB-Frauen führen die Tabelle ungeschlagen an und peilen die Aufstiegsspiele an – ergibt sich in der Causa nun just die von Taddei erwähnte, ideale Lösung.

Interesse von Basel und YB

Dank des engagierten Einsatzes von SCD-Trainer Urs Bachmann und dessen Konzept «Förderung Frauenfussball» im Jahr, da die Schweizer Nati erstmals an einer WM dabei ist, werden die beiden Nachwuchs-Teams auf die neue Saison hin im SC Derendingen integriert. Auch YB und Basel hatten Interesse bekundet, wobei «es klar war, dass wir eine regionale Lösung bevorzugen», hält Taddei fest.

Ebenso sakrosankt war indes auch, dass «niveau- und strukturmässig gewisse Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit wir die beiden U-Teams abgeben». Schliesslich spricht man in dem Fall von Spitzenfussball, in dessen Rahmen bis zu viermal wöchentlich trainiert wird.

Finanziell nachhaltig abgesichert

Derendingen bietet damit weit mehr als 30 jungen Topfussballerinen ein neues Zuhause in gewohnter Umgebung mit besten sportlichen Perspektiven. Ein Zuhause notabene, das mit neuen Leuten in der Führungsetage – so wird etwa die langjährige Spielerin Denise Marti Sportchefin Spitzenfussball Frauen – professionalisiert wird. Finanziell, sagt Urs Bachmann, sei die ganze Sache durch Mitgliederbeiträge und neue Sponsoren «nachhaltig abgesichert». «Die Vereinsleitung bekennt sich einstimmig zur neuen Ausrichtung», stellt SCD-Vizepräsident Markus Zürcher fest. Einer Ideologie, die den Frauenfussball fortan klar ins Zentrum stellt.

Die sechs Trainer, welche die U16 und U18 bislang betreuten, wechseln alle positiv gestimmt mit zum SCD. Die Trainings und Spiele der U16 und U18 finden indes wie bis anhin in Zuchwil statt. Bachmann: «Das ist sicher nicht optimal, aber aus infrastrukturellen Gründen derzeit nicht anders möglich.»

Der ausgebildete SFV-Instruktor sucht jedoch nach Optimierungsmöglichkeiten. «Es werden regelmässig ein, zwei Spielerinnen aus der 1. Mannschaft an den Trainings der U-Teams in Zuchwil dabei sein.» Und: «Ich kann mir vorstellen, dass wir einmal wöchentlich alle zusammen auf dem Sportplatz Heidenegg trainieren.» Etwas zusammengepfercht dann zwar, dem Teamgeist in dem Sinn aber nur förderlich.

Auftritt als Team Solothurn

Um das Projekt «Förderung Frauenfussball» auch nach aussen hin, in Politik und Wirtschaft etwa, optimal zu vermarkten, sollen die 1. Mannschaft und die beiden U-Teams namentlich ab nächster Saison als «Team Solothurn» in der Meisterschaft auftreten.

Fraglos ein «Muss» angesichts dessen, dass Derendingen punkto Frauenfussball zu einem regionalen Stützpunkt für Spielerinnen aus der weiteren und näheren Umgebung avanciert. Spielerinnen, die davon träumen, es bis ganz nach oben zu schaffen. 

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