Der Boykott des SFV (finanzielle Verpflichtungen nicht erfüllt) bedeutete, dass der FC Olten von allen offiziellen Spielen und Veranstaltungen ausgeschlossen war. Er hätte also gar nicht zum Solothurner Cupfinal zugelassen werden dürfen. Die Nachfrage bei Robert Breiter, der im Generalsekretariat des SFV für Rechtsfragen zuständig ist, ergab folgende Antwort: «Nach dem Wettspielreglement ist klar, dass der Solothurner Cupfinal zwischen dem boykottierten FC Olten und Italgrenchen mit einem 3:0 Forfait für Italgrenchen gewertet werden müsste. Es ist aber nicht am SFV, sondern am SKFV, dieses Forfait zu vollziehen.»

Der Solothurner Cupfinal sei auf Drängen des SKFV trotz Boykotts gegen Olten durchgeführt worden. «Der SFV zeigt Verständnis dafür, dass der SKFV den Cupfinaltag austragen wollte, damit dem Organisator, dem SC Blustavia, kein finanzieller Schaden entstand. Da der SKFV und der Gegner Italgrenchen trotz des Boykotts gegen den FC Olten das Spiel austragen wollten, widersetzte sich der SFV nicht.»

Gewertet darf das Resultat eines boykottierten Vereins also eigentlich nicht, auch wenn der SFV bei der Austragung wegschaute - was ja angesichts der besonderen Umstände auch vernünftig war.
Offen ist, ob der Schweizer Verband SFV dem Solothurner Verband SKFV noch auf die Finger klopfen und die korrekte Anwendung des Wettspielreglements auch im Solothurner Cupfinalspiel fordern wird. Denn ganz egal kann es dem SFV nicht sein, ob der Boykott gegen den FC Olten umgangen wird oder nicht: Von der richtigen Interpretation des Wettspielreglements durch den SKFV hängt schliesslich ab, ob Olten oder Italgrenchen für den kommenden Schweizer Cup qualifiziert ist, der bekanntlich vom SFV durchgeführt wird.