Extremsport - Icecross-Downhill

«Folge deiner Angst»: Bei Kilian Braun verdrängt die Freude bald die Furcht

Seit dem vergangenen Wochenende können Kilian Braun und die Icecross-Downhill-Szene auch in der Schweiz trainieren, in Crans-Montana ist ein Trainings-Track entstanden.

Seit dem vergangenen Wochenende können Kilian Braun und die Icecross-Downhill-Szene auch in der Schweiz trainieren, in Crans-Montana ist ein Trainings-Track entstanden.

«Mein Motto: Folge deiner Angst.» Diese Worte springen einem entgegen, wenn man Kilian Brauns neue Homepage anklickt. Der in Rothrist aufgewachsene Extremsportler liess sich dabei nicht von Rainer Maria Rilke inspirieren, der in einem seiner Gedichte zur Überwindung der eigenen Furcht motiviert.

Der 30-Jährige übernahm das Zitat von der Community LiveUnbound, die sich auf verschiedenen Plattformen über Sport, Abenteuer und Lifestyles austauscht. Was hat es mit der Angst auf sich bei Kilian Braun bezüglich seinem Sportlerleben? «Beim Icecross-Downhill musst du die Angst in jedem Rennen überwinden», sagt er.

«Stehst du in der Startbox und schaust die Strecke runter, ist sie da. Aber neben dem Respekt ist da auch die innere Stimme, die dir sagt, ‹du packst das, trau dich›. Sobald du unterwegs bist, weicht die Angst der Freude.»

Die Schulter hält

Und so ist bei Kilian Braun auch die Vorfreude gross auf die Icecross-Downhill-Saison, wenn er mit den Schlittschuhen spektakuläre Eiskanäle hinunterrasen wird. Der Riders-Cup beginnt am Samstag in Wagrain-Kleinarl (Ö) und führt 2018 nach Russland, Finnland, in die USA und nach Kanada.

Die Redbull-Crashed-Ice-Serie, bei der es um den Weltmeistertitel geht, startet am 19. Januar in Saint Paul (USA) und endet im März im kanadischen Edmonton. «Ich will wieder in die Top Ten wie in der Saison 2015/16», gibt sich Kilian Braun ambitioniert vor den Rennen, die laut den Organisatoren schneller denn je werden sollen.

Vor seinem zehnten Jahr im Crashed-Ice-Zirkus hofft Kilian Braun zudem, verletzungsfrei zu bleiben. Die Schulter, die er vergangene Saison lädiert hat, sei wieder in Ordnung, obschon die Beweglichkeit nicht mehr die selbe sei wie vor dem Sturz und der komplizierten Verletzung.
Im Sommer trainierte Kilian Braun oft auf Inlineskates, unter anderem auf dem neuen Pumptrack beim Velodrom in Grenchen, dem grössten Europas.

Derzeit bestreitet er wöchentlich zwei Eishockey-Trainings, schuftet dreimal im Fitness und steht an den Wochenenden oft auf den Skis. Zuletzt schnürte er auf der Rodelbahn im österreichischen Kühtai die Schlittschuhe und «jagte» Rodler – sprich donnerte – den schmalen Kurs hinunter.

Die Form stimmt

Auf Beton und in den Skates bewies Kilian Braun bereits im August, dass seine Form stimmt. Auf dem enteisten Olympia-Bob-Kanal in Sotschi holte er sich den Sieg und drehte ein Video, was ihm die Aufmerksamkeit neuer Sponsoren einbrachte. Ab Weihnachten wird sich der gelernte Schreiner mit Wohnsitz in Luzern voll auf den Sport konzentrieren und seine Arbeit für einen Spielplatzbauer eine Weile ruhen lassen.

Kilian Braun während eines Crashed-Ice-Runs am letztjährigen Saisonfinale in Quebec

Kilian Braun während eines Crashed-Ice-Runs am letztjährigen Saisonfinale in Quebec

Rastlos waren indes Brauns Schweizer Icecross-Kollegen die letzten Monate. Einige von ihnen bauten in Crans-Montana den ersten Trainingstrack hierzulande – auf dem Dach des Casinos, von wo es hinunter aufs Eisfeld geht. Am letzten Wochenende war die Eröffnung. «Das war ein wichtiger Schritt, um den Sport hier bekannter zu machen.

Jeder ist eingeladen, sich mal zu versuchen», betont Kilian Braun. Im Januar soll in Crans-Montana auch ein Rennen der Riders-Cup-Serie stattfinden. «Teilnehmen kann da jeder», sagt Kilian Braun. Nebst etwas Talent auf den Schlittschuhen und entsprechender Ausrüstung braucht es allerdings eines: Mut. Oder eben den Willen, die Angst zu überwinden.

Mehr Informationen zum Icecross-Downhill in der Schweiz auf www.swissicecross.com oder direkt bei Kilian Braun via Kontaktformular auf www.kilian-braun.ch

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